Das öffentliche Laden gehört für rund 3,8 Millionen Autofahrer in Deutschland zum Alltag – also für alle, die ein batterieelektrisches Auto oder einen Plug-in-Hybriden fahren. Beim Laden über Nacht an der heimischen Wallbox oder beim öffentlichen oder Wechselstromladen bis 22 kW spielt Zeit meist keine Rolle. Anders beim Schnellladen: Gerade auf Fernfahrten oder bei einem kurzen Einkauf ist die Zeit zum Akku-Aufladen entscheidend.Auf dem Markt zum Schnellladen tummelt sich eine Vielzahl von Anbietern mit den unterschiedlichsten Bedingungen. Im Fokus stehen dabei die Mobilitätsdienstleister, die oft auch Schnellladepunkte betreiben, mit Ladeleistungen jenseits von 150 kW – sogenanntes High Power Charging (HPC). Wie unterscheiden sie sich? Die führenden 15 Anbieter beim Schnellladen wurden im eMobility Excellence HPC-Report des Jahres 2026 einem Betreiber-Check unterzogen – den die Lademarkt-Spezialisten der Technologieberatung P3 und Charging Radar gemeinsam mit AUTO BILD präsentieren.Die Verteilung der HPC-Ladepunkten an Autobahnen und an anderen Standorten.

Die beiden Balkengrafiken zeigen die Größe der gecheckten HPC-Ladenetze: oben die Ladepunkte an den Autobahnen, darunter alle abseits der Autobahn.

Bild: eMobility-Excellence-Report 2026

Im Zentrum steht das HPC-Ladenetz, das immer besser ausgebaut wird: Aktuell gibt es in Deutschland 39.756 Schnellladepunkte mit über 150 kW Ladeleistung – fast ein Viertel mehr als noch im vergangenen Jahr.

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Kennzeichnung für einen externen LinkDer eMobility-Excellence-Report der HPC-Betreiber 2026

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Alle Ergebnisse des eMobility Excellence-HPC-Reports 2026

Zum AngebotAffiliate InfoDie im eMobility Excellence HPC-Report geprüften Angebote unterscheiden sich in den drei Kategorien Netzwerkgröße, Preismodell und Nutzerkomfort, die je zu einem Drittel das Ergebnis bestimmen. Also:
1. Wie groß ist das verfügbare Schnellladenetz des Betreibers, das Ladenetzwerk? Erstmals wurde bei der Verteilung der Ladepunkte zudem nach Anwendungsfall unterschieden – zwischen dem Laden an der Autobahn und dem Laden abseits der Autobahn.
2. Wie hoch ist der Ladepreis? In die Wertung fließen sowohl das Laden ohne monatliche Grundgebühr als auch das Ad-hoc-Laden ohne Lade-App bzw. -Karte ein.
3. Als dritte Kategorie wird der Nutzerkomfort beim Laden bewertet. Denn vermehrt orientieren sich die E-Autofahrer bei der Auswahl der Ladepunkte an deren Qualität. Die Bewertung erfolgt auf Basis harte Daten wie die Abbruchrate beim Laden innerhalb der ersten vier Minuten, die technische Verfügbarkeit der Ladepunkte (die sogenannte “Uptime”) sowie die Anzahl der Ladestecker pro Standort. Auch sehr wichtig ist die durchschnittliche Ladeleistung pro Stecker. Positiv für die Betreiber ist eine hohe Auslastung. Sie bedeutet aber ein größeres Risiko für Autofahrer, auf eine freie Ladesäule warten zu müssen.Wie die Netzwerkgröße wurde auch der Nutzerkomfort mit Blick auf die Örtlichkeit gecheckt, also ob an der Autobahn oder abseits davon. Letztlich gehört in diese Kategorie Nutzerkomfort auch die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen Auto und Ladepunkt (Plug&Charge oder AutoCharge genannt). Dieses Feature bieten schon acht der getesteten Betreiber an. Auch die Nähe der Standorte zu Märkten/Minimärkten, Restaurants oder Tankstellen spielte eine Rolle in dieser Wertung. Neben dem Nutzerkomfort an der Autobahn wurde er auch an Standorten abseits davon gemessen, also in urbanen Gebieten, an Parkplätzen und anderen Fernstraßen.IONITY Schnellladepark in Heiligengrage an der A24

Die höchste Ladeleistung unter den getesteten Anbietern erzielt man bei IONITY mit bis zu 350 kW. Im Check ging der Anbieter auch als derjenige mit dem größten Nutzerkomfort hervor.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Von den aktuellen HPC-Ladestellen in Deutschland betreiben die im Report geprüften Anbieter rund 17.500 Ladepunkte, also rund 43 Prozent des Netzes. Das ergibt einen relevanten Marktüberblick. Dieser Check ergänzt den im Frühsommer veröffentlichten ersten Lademarktcheck: Dabei wurden Lade-Dienste und -Apps getestet sowie die entsprechenden Ladekosten geprüft. Denn nach wie vor gilt: Im Vergleich ermöglichen Lade-Apps günstigeres Laden. Hier nun die Ergebnisse des zweiten Teils.Diese vier Trends prägen die aktuelle Entwicklung

1. Das wachsende Angebot verschärft den Wettbewerb
Der Ausbau des Schnellladenetzes ging zuletzt schneller vonstatten, als die Zahl der Elektroautos anwuchs. Folglich stehen die Anbieter in einem verschärften Wettbewerb, denn nur aktiv ladende Säulen verdienen Geld.

2. Standortstrategie und Auslastung gewinnen an Bedeutung

Wer besser ausgelastet ist, steht insgesamt besser da. Somit streben die Betreiber höherwertige Standorte an, wo mit größerer Nachfrage zu rechnen ist.

3. Wie ist das Ladeerlebnis vor Ort?

Entsprechend gewinnen die Annehmlichkeiten in der Umgebung der Ladepunkte an Bedeutung: Ein Ladepark an einem wenig frequentierten Ort bekommt weniger Aufmerksamkeit als Ladesäulen direkt neben einem Schnellrestaurant. Reibungsloses Laden wird ebenfalls immer wichtiger.

4. Wie steht es um Ladepreis und Roaming-Konditionen?

Schließlich der wichtige Faktor des Ladepreises. Der zunehmende Wettbewerb hat jüngst zu Preissenkungen oder saisonalen Sonderaktionen geführt. Neben der Preisgestaltung für die eigenen Angebote gewinnen auch die Roaming-Angebote, also das Laden mit der eigenen Lade-App oder -Karte bei einem anderen Anbieter, an Bedeutung. Denn insgesamt wird die Auslastung zum entscheidenden Faktor für die Wirtschaftlichkeit.Die Ergebnisse des Checks der Schnelllade-Betreiber

Neben dem Blick auf die relevantesten Betreiber von Schnellladepunkten und einer Auswertung ihrer technischen Daten wurden auch die Erfahrungen von rund 400 E-Autofahrern herangezogen. Ergebnis war die Auswahl von 15 großen Playern auf dem Markt fürs Schnellladen – mit dem Ergebnis einer fundierten Orientierung beim Schnellladen. Hier sind die sieben Preisträger der herausstechenden Kategorien beim HPC-Betreibercheck 2026 – plus dem Testsieger im Gesamtvergleich.

Vergleich der Betreiber von Schnellladestationen

Günstigster Schnellladetarif

Zuverlässigstes Schnellladen

Total Energies

Total Energies

Tesla

Tesla Supercharger (Tesla-Fahrer & Nicht-Tesla-Fahrer)

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*) Bei gleicher Gesamtpunktzahl entscheidet die Nachkommastelle über die Platzierung. **) Wegen des Fehlens dynamischer Daten zum Nutzerkomfort geht das Tesla-Supercharger-Netz nicht in die Gesamtwertung ein. *** Wegen des geschlossenen Kundenkreises geht Tesla nicht in die Preismodell-Wertung ein

Testsieger und größtes Schnellladenetz: das HyperNetz von EnBW

Beim eMobility Excellence Report 2026 geht das EnBW-HyperNetz als Testsieger hervor. In der Summe der Kategorien Ladenetzwerk, Preismodell und auch Nutzerkomfort schneidet das Schnellladenetz mit 83 von 100 möglichen Punkten am besten ab in diesem Vergleich. Die mittlerweile 8110 Ladepunkte formen das größte Schnellladenetz in Deutschland: Das bedeutet den zweiten Sieg – in der Kategorie größtes Schnellladenetz.

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Externe VerlinkungEnBW Lade-AppIn der Einzelwertung erzielt das HyperNetz mit 100 Punkten den maximalen Wert bei der Netzwerkgröße. Beim Nutzerkomfort zeigen die EnBW-Schnellladepunkte ein gutes Ergebnis bei der technischen Verfügbarkeit, auch Plug&Charge ist verfügbar. Im Gesamtergebnis dominiert EnBW den Vergleich mit 83 Punkten, womit der Schnellladepunkt-Betreiber als einziger im Check die Gesamtnote “sehr gut” erzielt.

Der Nutzerkomfort entscheidet über die Kundenbindung! Dazu gehört auch die Ladeleistung. Die Betreiber, die früh leistungsstarke Ladesäulen aufgestellt haben, profitieren jetzt davon.

Berkin Karadag

Senior Consultant eMobility bei P3

EWE Go wird Preis-Leistungs-Sieger

Platz zwei im Gesamtranking erringt EWE Go mit 72 Punkten: Mit einem Ladepreis von günstigen 0,52 Euro/kWh liegt der Anbieter im unteren Bereich, nur der relativ hohe Ad-hoc-Preis von 0,84 Euro/kWh sticht hervor – den man allerdings leicht durch das Bestellen einer Gratis-Ladekarte vermeiden kann. Dank der überzeugenden Mischung aus günstigem Preis, “gutem” Nutzerkomfort in einem immer noch befriedigenden Netz wird EWE Go als Preis-Leistungs-Sieger prämiert. Zudem ragt der Ladepunktbetreiber heraus durch die meisten Ladepunkte in der Nähe von Schnellrestaurants oder Supermärkten. In der Gesamtwertung schneidet EWE Go mit dem Testurteil “gut” ab.

Spitzenreiter bei Ladeleistung und Nutzerkomfort ist IONITY

Das Schnellladenetz von IONITY erzielt bei einem “ausreichenden” Netzwerk und einem “befriedigenden” Preismodell ein “gutes” Ergebnis beim Nutzerkomfort – es ist das beste im Test mit 85 von 100 Punkten und zieht die Auszeichnung “größter Nutzerkomfort” nach sich. Der Betreiber bietet Ultraschnellladen mit bis zu 400 kW Ladeleistung an, auch bei mehrfacher Belegung: Das bedeutet ein zweites Prädikat: “höchste Ladeleistung”.

Wichtige Begriffe beim SchnellladenHPC

High Power Charging (HPC) bedeutet Laden mit einer Leistung ab 150 kW bis zumeist 350 kW. Einzelne Anbieter treten mit bis zu 400 kW hervor. In der Industrie sind die ersten Ladesäulen mit bis zu 1000 kW Ladeleistung verfügbar.

Was ist die maximale Ladegeschwindigkeit?

Die maximale Ladegeschwindigkeit wird durch die Ladeleistung im technischen Zusammenspiel von Ladestation und Fahrzeug bestimmt. Aktuelle Spitzenwerte bedeutet ein Laden von 10 bis 80 Prozent in unter 15 Minuten. Das wird aber bislang nur von wenigen Autos, meist aus China, an ultraschnellladenden Säulen erreicht.

Im Zentrum steht die maximale Leistung der Ladesäule. Entscheidend ist immer das schwächste Glied in der Kette: Ein mit zu 400 kW füllbarer Akku lädt an einer 150-kW-Ladesäule maximal mit dessen Leistung.

Auf der Autoseite ist der Füllstand des Akkus (SoC, der State of Charge) wichtig: Ein fast leerer Akku lässt sich deutlich schneller laden, als ein zu 80 Prozent gefüllter. Die höchste Ladeleistung liegt meist an bei einem Füllstand zwischen 10 und 40 Prozent. Auch die Temperatur ist wichtig: Das Konditionieren des Akkus kann das Ladetempo beschleunigen, durch internes Vorheizen oder durch hohe Leistungsabgabe, sprich schnelle Fahrt.

Zuletzt: Größere Batterien nehmen Strom in höherer Leistung auf, die Verteilung erfolgt auf mehr Akkuzellen. Auch die Stromplattform ist maßgeblich für das Ladetempo. Autos mit 800-Volt-Bordnetz laden schneller als mit 400-Volt-Plattform.

Roaming

Alle Ladenetzwerke sind roamingfähig. Heißt: Ein Ladedienst (EMP) ermöglicht den Zugang zur Ladeinfrastruktur unterschiedlicher Anbieter. Ausnahme sind Anbieter wie Tesla, IONITY und Fastned mit begrenztem Roaming.

Steckerstandard

Der CCS-Stecker ist Standard beim Schnellladen. Für den Nissan Leaf, der dafür auf CHAdeMO-Stecker setzt, gibt es mittlerweile Adapter im freien Handel.

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Externe VerlinkungIonity

Mein Tipp: Suchen Sie an einen Schnellladepark einen Ladepunkt, an dem das Auto alleine steht, denn zwei Autos an der gleichen Ladesäule teilen sich die Ladeleistung! (Ausnahme: IONITY)

Ladepreis wie auch Ad-hoc-Laden am günstigsten bei Vattenfall

Seit mehreren Jahren betreibt der schwedische Energiekonzern ein wachsendes Ladepunktangebot in Deutschland, mit überschaubaren 51 Ladeparks und 179 Schnellladepunkten. Doch wer dort lädt, genießt einen unübersehbaren Vorteil: Mit 0,49 Euro/kWh bietet Vattenfall den günstigsten Ladepreis im Lade-Check – und wird dafür prämiert. Denn im Bereich Preismodell erzielt Vattenfall mit 90 Punkten den besten Wert im Vergleich und erhält die Auszeichnung “günstigster Ladetarif”. Transparent ist die Preispolitik zudem, denn das Ad-hoc-Laden ist genauso günstig wie mit Lade-App oder -Karte. Das bedeutet für Vattenfall das Label “günstigster Ad-hoc-Preis”.

Nicht viel schlechter steht das Tesla-Schnelllade-Angebot für Nicht-Tesla-Fahrer da, das einem Ladepreis von im Schnitt 0,52 Euro/kWh ebenfalls das Label “gut” bekommt. Noch besser haben es Tesla-Fahrer, die am Supercharger im Schnitt für 0,42 Euro/kWh laden können. Das bedeutet 100 Punkte und ein “sehr gut”. Nur mangels Daten zum Nutzerkomfort geht das Tesla-Angebot nicht in die Gesamtwertung des Betreiberchecks ein.

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Externe VerlinkungVattenfall AppSieger beim zuverlässigsten Schnellladen: Mer

Beim Thema Zuverlässigkeit ragt der Anbieter Mer heraus. Die Zuverlässigkeit ließ sich auf Basis zweier technischer Werte prüfen: zum einen die Verfügbarkeit der Ladepunkte, die sogenannte “Uptime”. Neben dieser Kategorie wurde die Quote der Ladevorgänge gemessen, die in den ersten vier Minuten nach Ladestart abbrachen. In beiden Prüffeldern erzielt Mer den Spitzenwert im Test: Die Verfügbarkeit lag zum Zeitpunkt der Stichprobe bei 99,4 Prozent. Das ist gut für 100 Testpunkte. Der Fairness halber sei gesagt, dass die Anbieter Fastned (98,9 Prozent) und Shell Recharge (ebenso) nur um 0,5 Prozentpunkte dahinter liegen.

Doch durch den zweiten Zuverlässigkeitswert hebt sich Mer hervor: Die Quote der Ladevorgänge, die in den ersten vier Minuten nach Einstecken des CCS-Steckers ins Auto abbrechen, liegt nur bei 2,3 Prozent – der niedrigste Wert im Report. Die 100 Punkte, die Mer dafür einfährt, bedeuten zusammen mit der hohen Verfügbarkeit das Prädikat “zuverlässigstes Schnellladen”.

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Externe Verlinkungmer AppDritter Platz im Gesamtvergleich: Aral pulse

Hinter den beiden bestplatzierten Anbietern im Test schneidet Aral pulse als Dritter im Gesamtfeld ab. Durch Roaming-Verträge kann man laut Unternehmensangaben an 4000 Schnellladestationen in Deutschland laden. In diesem Vergleich zeichnet sich Aral pulse durch die gleiche Punktzahl wie der Zweitplatzierte EWE Go aus: Der gleiche Wert von 72 Punkten reicht ebenfalls für ein “gut”. Nur leichte Abweichungen in den Nachkommastellen lassen den Betreiber auf den dritten Platz rutschen. Immerhin erreicht Aral pulse beim Nutzerkomfort (wie auch Fastned) ein “sehr gut”.

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Externe VerlinkungAral Pulse Pro IconHohe Ladeleistung pro SteckerZum AngebotBuchstabe i in einem Kreis

Den vordergründigen Nachteil eines Ladepreises von 0,62 Euro/kWh können die rund 22,7 Millionen ADAC-Mitglieder in Deutschland leicht ausgleichen. Durch die Partnerschaft “ADAC e-Charge” sinkt der Preis im Aral Pulse-Angebot auf 0,55 Euro/kWh, was im Feld der Wettbewerber den drittgünstigsten Preis fürs HPC-Laden bedeutet.