Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen in Europa – unter anderem für den Transport von Erdölprodukten. Doch die anhaltende Trockenheit hat die Pegelstände sinken lassen. Das führt zu Engpässen bei der Benzinversorgung. Auch Luxemburg ist betroffen.
Importeure mussten Lieferwege anpassen
Wie aus einer parlamentarischen Anfrage des Piraten-Abgeordneten Marc Goergen hervorgeht, soll derzeit an mehreren Luxemburger Tankstellen kein Treibstoff erhältlich sein. Wirtschaftsminister Lex Delles bestätigt in seiner Antwort vom 21. Juli das Problem: Der Wasserstand des Rheins sei aktuell „außergewöhnlich niedrig“, was wiederum den Schiffsverkehr auf Rhein und Mosel erheblich einschränke. Importeure müssten ihre Lieferketten anpassen, um die Versorgung mit Erdölprodukten sicherzustellen.
Derartige Unterbrechungen könnten zu vorübergehenden Lieferengpässen führen, wie vergleichbare Fälle bereits in der Vergangenheit gezeigt hätten. Der Minister beschreibt Luxemburgs Versorgung mit Mineralölprodukten angesichts des Niedrigwassers am Rhein als „angespannt, aber weiterhin gewährleistet“. Dennoch seien vereinzelte Engpässe möglich.
Frachter laden weniger
So sei es in der vergangenen Woche bei einem Betreiber an bis zu zehn Tankstellen vorübergehend zu Versorgungsproblemen gekommen. Seit Beginn dieser Woche habe sich die Lage jedoch wieder verbessert und die Situation dürfte sich laut Delles „erneut stabilisieren“. Bei größeren Engpässen sei das Ministerium bereit, auf Benzinreserven zurückgreifen.
Frachtschiffsführer auf dem Rhein laden schon seit Längerem weniger, um nicht zu stranden. Laut Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen wird sich grundlegend erst wieder etwas ändern, wenn es zu ergiebigen Regenfällen wenigstens in großen Teilen des Einzugsgebietes des Flusses komme. Verlässliche Vorhersagen für die Wasserstände könnten nicht weiter blicken als die Wettervorhersagen, denn letztlich seien die Pegelstände nur eine Zusammenfassung der Niederschläge in einem Einzugsgebiet. (les)