Wie konnten mutmaßlich über 200 Antragsteller eine Aufenthaltsgenehmigung in Luxemburg erhalten? In dem wohl größten Korruptionsfall der rezenten Luxemburger Vergangenheit scheinen drei Akteure aus einem Netzwerk von derzeit 27 Beschuldigten als mutmaßliche Drahtzieher herauszustechen. Einer davon, ein Unternehmer und akkreditierter Übersetzer aus Esch mit montenegrinischen Wurzeln, soll, laut Reporter.lu, die wesentliche Schnittstelle zwischen Antragstellern und Behörden gewesen sein. Er soll, zusammen mit seiner Lebensgefährtin und dem Betreiber eines Friseursalons, die Aufenthaltstitel gegen Bezahlung organisiert und sich dabei mutmaßlich auf ein Netzwerk von Behördenmitarbeitern – darunter wohl auch Staatsbeamte – bei der ADEM, in der „Direction de l’immigration“ (DGIM) oder im „Ministere de l’education et de la jeunesse“ gestützt haben. Die Ermittlungen dauern an, bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.