Der Rauch der Waldbrände im Hohen Venn in Belgien ist inzwischen auch in Luxemburg angekommen. Vor allem im Osten und Norden des Landes berichten Menschen von sichtbaren Rauchschwaden und starkem Brandgeruch. Grund dafür ist unter anderem eine Änderung der Windrichtung, durch die der Rauch aus den Brandgebieten nach Luxemburg getragen wird.
Mehrere Brände können zu Rauchbelastung beitragen
Wetterexperte Philippe Ernzer erklärt auf Tageblatt-Nachfrage, dass die aktuelle Rauchbelastung mit der Windströmung zusammenhängt. Die Luftentfernung bis nach Luxemburg sei nicht groß, zudem werde der Rauch durch den Wind weiter verteilt. Weil sich die Windrichtung geändert habe, sei die Rauchwolke nun auch über Luxemburg angekommen.
Neben dem großen Brand im Hohen Venn könnte laut Ernzer auch ein weiterer Waldbrand in Frankreich zur Rauchentwicklung beitragen. Dieser ist nördlich von Charleville-Mézières und damit unmittelbar an der belgischen Grenze ausgebrochen. Auch von dort kann der Rauch je nach Windrichtung nach Luxemburg gelangen.
Rauchbelastung vor allem im Osten und Norden
Aus Echternach kam am Samstagabend die Meldung über eine deutliche Rauchentwicklung. Dort habe sich der Rauch regelrecht über dem Tal festgesetzt, berichtet unsere Redakteurin Jenny Zeyen. Draußen sei es „richtig eklig“ gewesen und sie hätte nach einem Aufenthalt im Freien stark nach Rauch gerochen.

Der Rauch in Huldingen am Sonntag Foto: Claudine Turchi
Auch in Vianden macht sich der Rauch am Sonntagvormittag bemerkbar. Dort habe es begonnen, deutlich nach Verbranntem zu riechen. Aus Huldingen nahe der belgischen Grenze wird am Sonntag ebenfalls von einer anhaltenden Rauchentwicklung berichtet. Dort sei inzwischen deutlich mehr Rauch wahrzunehmen als noch am Vortag. Die Situation erinnere an eine dichte Nebelschicht im Herbst, die über dem Ort liege. Selbst bei geschlossenen Fenstern beginne es langsam in den Innenräumen nach Rauch zu riechen.
In Fischbach wird die Situation am Sonntag ebenfalls als belastend beschrieben. Eine Anwohnerin berichtet, der Geruch sei dort besonders stark und mache das Atmen schwer.
Gemeinden warnen vor Rauchbelastung
Auch Gemeinden im Osten des Landes weisen auf die aktuelle Rauchbelastung hin. Die Gemeinde Grevenmacher berichtet am Samstagabend von starkem Rauch- und Brandgeruch in der Region, der aufgrund der Wetter- und Windverhältnisse vom Großbrand im Hohen Venn bis nach Luxemburg getragen werde.
Auch die Gemeinde Mertert-Wasserbillig hat vor einer erhöhten Rauchbelastung gewarnt. Aus Vorsichtsgründen empfehlen die Gemeinden, Fenster und Türen geschlossen zu halten, damit möglichst wenig Rauch in die Wohnungen gelangt. Personen mit Atemwegsbeschwerden, ältere Menschen und Kinder sollten sich besonders schützen und Aktivitäten im Freien vermeiden.
Gleichzeitig weist Grevenmacher darauf hin, dass nicht jeder Rauch oder Brandgeruch automatisch auf den Waldbrand in Belgien zurückzuführen ist. Wer konkreten Rauch oder ein Feuer sieht oder eine lokale Brandquelle nicht ausschließen kann, sollte deshalb die 112 verständigen.

Trier war am Samstagnachmittag in eine Rauchwolke eingehüllt Foto: Tobias Senzig/Editpress
Rauchschwaden über Trier
Der Rauch hat am Samstagnachmittag auch Teile der Eifel und die Stadt Trier eingehüllt. In Wittlich musste die traditionelle „Säubrennerkirmes“ unterbrochen werden, wie der Trierische Volksfreund berichtet. Der Katastrophenschutz warnte im nordwestlichen Rheinland-Pfalz vor Rauch, Brandgeruch und Ascheregen. Bewohner sollten Türen und Fenster geschlossen halten. Menschen in den Regionen rund um Wittlich und der Mittelmosel wurden stellenweise angehalten, Klimaanlagen abzuschalten.