Der Haushalt 2027 «ebnet den Weg für die Steuerreform 2028», sagte Finanzminister Gilles Roth (CSV) am Mittwoch. Im Rahmen der jährlichen Haushaltsvorlage legte er den Haushaltsentwurf den Abgeordneten vor. Dabei erinnerte Roth an die jüngsten Steuerentlastungen, darunter die schrittweise Anpassung der Steuertabelle um 7,5 frühere Indextranchen. Anschließend blickte er auf den nächsten Schritt: eine Reform, von der alle Steuerzahler profitieren sollen.

Die Einführung einer einheitlichen Steuerklasse mit einer Übergangsfrist von 25 Jahren für Paare, die vor 2028 geheiratet haben, sowie die Individualisierung der Besteuerung seien «eine große gesellschaftliche Reform», sagte Roth.

Die Reform soll im ersten Jahr rund 880 Millionen Euro kosten. Roth verwies auf die Spielräume, die sich aus den neuen makroökonomischen Daten ergeben. Der Staat schreibt zwar weiterhin rote Zahlen, das Defizit soll 2027 aber nur noch 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beziehungsweise 570 Millionen Euro betragen. Für 2026 liegt die Prognose noch bei 1,5 Milliarden Euro.

Steuertabellen sollen schneller angepasst werden

Gleichzeitig versucht die Regierung, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Dazu gehört unter anderem eine Erhöhung der Verbrauchsteuern auf Tabak (siehe Infobox). Damit will sie Spielraum für die geplante große Steuerreform dieser Legislaturperiode schaffen. Besonders stark sollen Alleinerziehende von der Reform profitieren. Doch auch andere Haushalte sollen entlastet werden. Ein Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind, in dem beide Erwachsenen jeweils 50.000 Euro pro Jahr verdienen, soll nach Angaben der Regierung 85 Prozent weniger Steuern zahlen. Das entspricht einer Entlastung von 2188 Euro.

Roth erinnerte am Mittwoch außerdem daran, dass die Reform mit einer Automatisierung bestimmter Leistungen einhergehen soll. Auch die Steuertabellen sollen künftig schneller angepasst werden: Sobald drei Indextranchen ausgelöst wurden, muss die Regierung einen Mechanismus vorschlagen, um zusätzliche Steuerbelastungen der Haushalte auszugleichen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten zog sich das Thema Kaufkraft wie ein roter Faden durch die Rede des Finanzministers.

Tabak und Alkohol werden teurer

Eine der Ankündigungen bei der Vorstellung des Haushalts betraf Tabak und Alkohol. Beide Produkte sind im Großherzogtum traditionell günstiger als im Ausland. «Der Verbrauchsteuersatz auf Zigaretten wird im kommenden Jahr um rund acht Prozent steigen», sagte Roth. Weder die Zollverwaltung noch ein lokaler Hersteller konnten auf Anfrage von L’essentiel beziffern, welche konkreten Folgen die Erhöhung für die Verbraucher haben wird.

Vor zwei Jahren hatte eine Erhöhung um 5,5 Prozent den Preis einer Packung mit 20 Zigaretten um rund 30 Cent steigen lassen. Hersteller müssen Steuererhöhungen allerdings nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben. Die Verbrauchsteuern auf hochprozentigen Alkohol sollen um zwölf Prozent steigen.

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