Die chinesischen Behörden haben Hersteller von Säuglingsnahrung zu Tests auf das Toxin Cereulid verpflichtet, das in zahlreichen Ländern – darunter Luxemburg – zu Rückrufaktionen bei Babymilchprodukten geführt hat. Es seien alle Hersteller angewiesen worden, „Cereulid-Tests durchzuführen“, teilte die staatliche Marktaufsichtsbehörde am Donnerstag mit. Zudem müssten die Hersteller mit Blick auf verwendete Rohstoffe und Qualitätskontrollen „streng“ vorgehen, hieß es weiter.
Konkrete chinesische Unternehmen wurden in der Erklärung nicht genannt. Im Zuge der Rückrufaktionen war jedoch das in Wuhan ansässige Unternehmen Cabio Biotech in den Blick geraten, welches einer der größten Hersteller von in Säuglingsnahrung verwendetem Arachidonsäureöl ist. Das Unternehmen äußerte sich auf Nachfrage bislang nicht dazu.
Das Toxin Cereulid, das Erbrechen und Durchfall verursachen kann, wird durch bestimmte Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe verursacht. Seit Anfang Januar haben Hersteller wie Nestlé, Danone und der französische Konzern Lactalis Babymilch in dutzenden Ländern wegen der möglichen Verunreinigung mit dem Giftstoff zurückrufen müssen.
Zahlreiche Produkte in Luxemburg negativ getestet
Die zahlreichen Rückrufe sorgen auch in Luxemburg für Verunsicherung bei Eltern. Doch auch wenn weitere Rückrufe möglich sind, fielen zahlreiche Testergebnisse bislang negativ aus. Denn: Wie die ALVA auf Tageblatt-Nachfrage hin bestätigte, „ergaben sich bei vielen untersuchten Produkten negative Befunde“. Demnach besteht nicht bei allen Babymilchprodukten die Gefahr auf eine mögliche Cereulid-Kontamination. In den von der ALVA bis jetzt durchgeführten Analysen – gemäß den Vorgaben der Europäischen Kommission und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – sei nur eine von 30 Proben positiv auf Cereulid getestet worden.
Die hohe Zahl an Rückrufen habe unter anderem mit den komplexen Lieferketten zu tun. Behörden und Unternehmen würden Schritt für Schritt prüfen, wo belastete Zutaten eingesetzt wurden. Wird ein betroffenes Produkt entdeckt, müssen alle Vertriebswege zurückverfolgt werden. So tauchen immer wieder neue Produkte auf, die vorsorglich zurückgerufen werden. (les)