Ein letztes Mal öffnet die „Wanteraktioun“ (WAK) auf Findel am Mittwoch für diese Saison ihre Türen. Das Angebot für Menschen ohne festes Dach über dem Kopf, das eine Übernachtungsmöglichkeit und eine warme Mahlzeit umfasst, läuft in der Regel vom 15. November bis zum 15. April. Das teilt die Direktionsbeauftragte der Vereinigung „Dräieck“, Habla Lassouani, auf Nachfrage mit.

„Wir haben durchschnittlich rund 200 Gäste pro Nacht beherbergt, wobei wir in den kältesten Winterperioden höhere Besucherzahlen verzeichneten“, so Habla Lassouani. Die Kapazität von 250 Plätzen – bei Bedarf erweiterbar auf 300 – hat in diesem Jahr ausgereicht. Die Direktionsbeauftragte unterstreicht, dass eine umfassende Bilanz erst nach dem Ende der Winteraktion gezogen wird: „Wir werden uns nach der Schließung der Einrichtung die Zeit nehmen, unsere Daten auszuwerten.“


Strengere Zugangsbedingungen

Wie viele Menschen in diesem Jahr abgewiesen wurden, weil sie zuvor noch nie bei der WAK waren und sich seit weniger als drei Monaten im Land aufhalten, beantwortet Lassouani nicht. Sie weist lediglich auf Folgendes hin: „Gemäß dem Auftrag der WAK, humanitäre Hilfe zu leisten und zu verhindern, dass Obdachlose bei extremer Kälte unter Unterkühlung leiden, gilt diese Regel nicht bei Minusgraden. An solchen Tagen wird jede Person bedingungslos aufgenommen.“

Notunterkunft in Luxemburg mit maximal drei Tagen Aufenthalt für Neuankömmlinge unter drei Monaten, Ausnahmen bei Minusgraden

Wer noch keine drei Monate in Luxemburg lebt, darf maximal drei Tage in der Notunterkunft bleiben. Nur bei Minusgraden gilt diese Regel nicht. Foto: Editpress-Archiv/Fabrizio Pizzolante

Die strengeren Zugangsbedingungen galten bereits bei der vergangenen Ausgabe und wurden unter Familienminister Max Hahn (DP) eingeführt. Sein Ministerium ist für die seit 2001 organisierte Aktion verantwortlich und arbeitet für die Verwaltung der WAK mit „Dräieck asbl.“ zusammen. Bei einer Presseführung durch die Räumlichkeiten auf Findel erklärte der Minister im November 2024, dass die neue Regelung „Sozialtourismus“ verhindern sollen – eine Aussage, die scharfe Kritik auslöste.

Habla Lassouani erklärt nun auf Nachfrage, wie es für Betroffene weitergeht, die nicht in der Winteraktion übernachten dürfen: „Unsere Teams vor Ort verweisen die Begünstigten an die passenden Dienste, entweder innerhalb unseres nationalen Netzwerks oder an die Einrichtungen in ihren Herkunftsländern.“ Je näher das Ende der WAK rückt, desto intensiver fällt diese Betreuungsarbeit laut der Direktionsbeauftragten aus.