Die US-Botschaft in Luxemburg hat ein retuschiertes Foto auf Social Media geteilt. Das Tageblatt berichtete exklusiv darüber. Aufgenommen wurde es am 14. April bei einem Wirtschaftsevent in New York. Auf dem Foto zu sehen sind unter anderem der Großherzog und Staatschef Guillaume, Vizepremier und Außenminister Xavier Bettel (DP) sowie Finanzminister Gilles Roth (CSV). Der großherzogliche Hof sowie die Büros der Minister Bettel und Roth distanzieren sich auf Tageblatt-Nachfrage hin indes von dem Vorgehen der US-Botschaft.

Ebenfalls auf dem Bild zu sehen, im feuerroten Kleid hinter Guillaume stehend, ist die US-amerikanische Botschafterin in Luxemburg, Stacey Feinberg. Nicht mehr zu sehen auf dem auch von Feinberg auf Social Media verbreiteten Bild ist eine ihrer Vorgängerinnen: Cynthia Stroum, umstrittene US-Botschafterin von Ende 2009 bis Anfang 2011, wurde aus dem Foto geschnitten. Warum, bleibt unklar. Die US-Botschaft beschrieb das merkwürdige Vorgehen auf Tageblatt-Nachfrage als im „Rahmen unserer Praxis des Social-Media-Content-Managements“.


Links Originalfoto, rechts retuschiertes Bild der US-Botschaft ohne Ex-Botschafterin Cynthia Stroum, Bildvergleich sichtbar

Links das Originalbild, rechts das von der US-Botschaft verbreitete retuschierte Bild, aus dem Ex-US-Botschafterin Cynthia Stroum entfernt wurde Collage: Tageblatt, Fotos: LACC, Instagram der US-Botschaft


Der großherzogliche Hof sowie die Minister Bettel und Roth sehen das anders. Gegenüber dem Tageblatt sagen alle drei, nichts von dem Vorgang gewusst zu haben und nicht vorab über das Posting eines bearbeiteten Fotos informiert worden zu sein, auf dem sie selbst zu sehen sind.

Reaktionen aus Luxemburg: „Wir retuschieren keine Bilder“

„Nein, Minister Bettel wusste nicht, dass die US-Botschaft ein retuschiertes Foto von ihm verbreiten würde“, heißt es auf Nachfrage aus dem Außenministerium. Ähnlich fällt die Antwort aus dem Finanzministerium aus: „Der Minister wusste nicht, dass dieses Foto inhaltlich retuschiert wurde.“ Beide Ministerien stellten klar, dass sie selbst keine Fotos „inhaltlich retuschieren“ würden.

Auch beim großherzoglichen Hof fällt die Antwort auf die Tageblatt-Nachfrage ähnlich aus: „Die Maison du Grand-Duc wusste nicht, dass die amerikanische Botschaft ein solches retuschiertes Foto, auf dem der Staatschef zu sehen ist, veröffentlichen würde.“ Was das Retuschieren von Fotos allgemein betrifft, habe die Maison du Grand-Duc das „Prinzip, dass inhaltlich nichts modifiziert wird“, heißt es weiter.