Die Quote der Schulabbrecher sinkt in Luxemburg leicht. Rund 1.714 Schüler haben 2024/2025 ihre Ausbildung abgebrochen. Im Jahr davor waren es noch 1.884 Schüler – ein Rückgang von 9,02 Prozent, wie das Bildungsministerium am Dienstag im Bericht über Schulabbrecher und nicht erwerbstätige Jugendliche in Luxemburg mitteilt.
Die Entwicklung der letzten fünf Jahre bestätigt laut Bericht „eine relative Stabilität des Phänomens“. Im Schuljahr 2020/2021 brachen 8,2 Prozent der Schüler ab, 2021/2022 waren es 8,1 Prozent und 2022/2023 7,6 Prozent. Danach stieg die Quote wieder leicht an: 2023/2024 brachen 8,2 Prozent der Schüler ab. 2024/2025 sank die Quote dann wieder auf 7,4 Prozent.
Gefährdete Gruppen
Nicht alle geben endgültig auf. „Ein erheblicher Teil der Jugendlichen kehrt nach einer Phase des Schulabbruchs wieder in die Ausbildung zurück“, steht im Bericht. Lasse man die Schulabbrecher außer Acht, die sich im folgenden Schuljahr wieder eingeschrieben haben, betrage die tatsächliche Quote 2024/2025 noch 5,7 Prozent.
Bestimmte Schülergruppen sind laut dem Bericht einem höheren Risiko ausgesetzt. Die meisten Abbrecher sind männlich – und haben bereits einen schulischen Rückstand von zwei oder mehr Jahren. Der Schulabbruch tritt häufiger in den „5e“- und „4e“-Klassen auf. Vor allem Integrationsklassen und Klassen, die zum Berufsbefähigungszeugnis führen, sind betroffen.
Individuelle Begleitung
Der „Service national de la jeunesse“ (SNJ) versucht, Schulabbrecher wieder in die Schule zu integrieren, sie bei der Suche nach einem Beruf zu unterstützen oder „geeignete Alternativen“ anzubieten. 2.106 Jugendliche wurden vergangenes Schuljahr zu diesem Zweck kontaktiert.
Schüler, die sich für eine berufliche Ausbildung entschieden haben, müssen oft ihre ursprüngliche Schule verlassen. Der SNJ begleitete deswegen zwischen Juli und Oktober 1.752 „7e“-Schüler bei der Wiedereinschreibung oder dem Zugang zu einer Lehrstelle.
Außerdem bietet der SNJ „konkrete Alternativen zur Nichterwerbstätigkeit an“. Junge Menschen sollen so wieder in die Schule oder die Arbeitswelt integriert werden. 599 Jugendliche nahmen 2024/2025 etwa an einem Freiwilligendienst teil. (dr)