Die Mitgliedstaaten der Opec+ halten auch nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate an ihrer Strategie fest, die Fördermengen schrittweise zu erhöhen. Eine Kerngruppe von inzwischen sieben Ländern kündigte vor wenigen Tagen an, die tägliche Produktion ab Juni um 188.000 Barrel (à 159 Liter) auszuweiten.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten kurz zuvor ihren Rückzug sowohl aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) als auch aus der erweiterten Allianz Opec+ – zu der unter anderem Russland zählt – bekannt gegeben. Analysten zufolge hatten die VAE bereits seit längerer Zeit versucht, höhere Förderquoten durchzusetzen, als ihnen innerhalb der Opec zugestanden wurden.
Fedil: Luxemburg bleibt stark von den internationalen Märkten abhängig
Was bedeutet aber der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der Ölallianz für die Energiewirtschaft? Dazu sagt Jean-Marc Zahlen, Fedil-Berater für Energie und Umwelt: „Der Austritt eines wichtigen Produzenten aus der OPEC kann kurzfristig für mehr Unsicherheit auf dem Weltmarkt führen. Die OPEC dient heute ja vor allem dazu, das Angebot zu koordinieren und damit die Preise zu stabilisieren.“
Wenn ein Land austritt, kann es seine Produktion unabhängiger erhöhen, was mittelfristig tendenziell preisdämpfend wirken kann, sagt Zahlen. Gleichzeitig bleibe die Rolle von OPEC, respektive OPEC+ aber entscheidend.
Wird dies auch spürbar für den Luxemburger Verbraucher sein? Luxemburg bleibe, so Zahlen, stark von den internationalen Märkten abhängig. „Ausschlaggebend ist dabei die Entwicklung des globalen Angebots. Sollte der Austritt zu einer Ausweitung der Produktion führen, könnte dies den Preisanstieg dämpfen oder sogar zu sinkenden Preisen beitragen.“
Gelangt mehr Öl auf den Markt, kann dies preisdämpfend wirken.
Jean-Marc Zahlen
Fedil-Berater für Energie und Umwelt
Zwar könne ein Teil der Ölproduktion der Vereinigten Arabischen Emirate über alternative Routen exportiert werden, „diese können jedoch nicht das gesamte Volumen übernehmen. Solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt, bleiben Produktionsanpassungen und damit verbundene Preissenkungen folglich begrenzt“, schlussfolgert Zahlen. Für Verbraucher sei letztlich der Weltmarkt entscheidend: „Gelangt mehr Öl auf den Markt, kann dies preisdämpfend wirken.“
In den vergangenen Monaten waren die Produktionsziele für April und Mai um jeweils 206.000 Barrel angehoben worden. Davon waren 18.000 Barrel für die Emirate bestimmt, die nun im jüngsten Anstieg fehlen.
Lesen Sie auch:Wenn legale Schiffe fehlen, übernehmen die Schatten