Wer dieser Tage an der Rue Beaumont 1A in der Oberstadt vorbeiläuft, steht vor verschlossener Tür. Das Restaurant Mezza – das einst das Café des Capucines beerbt hatte – ist seit Montag dicht. Doch hinter der historischen Fassade laufen Arbeiten. Und die haben einen konkreten Grund.

Seit dem 4. Mai macht ein Post die Runde: „Bistro des Capucins is coming!!“ Das Team hinter der Bonne Nouvelle Bar kündigt darin an, die Adresse zu übernehmen. Eröffnung: geplant für den 14. Mai. „Für drei Monate zunächst“, erklärt Davide Sorvillo dem „Luxemburger Wort“ auf Nachfrage. Er ist einer der Inhaber der Bonne Nouvelle sowie Managing Partner des Restaurants Public House. Das Gebäude gehört der Stadt Luxemburg.

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Das Lokal hat dabei eine historische Bedeutung, immerhin befindet es sich auf dem Gelände beziehungsweise grenzt an das ehemalige Kapuzinerkloster, wo sich heute unter anderem das Théâtre des Capucins befindet. Das Café des Capucins wurde 2014 in ein zeitgemäßes Lokal verwandelt. Darauf folgte ein Intermezzo als Mezza. Jetzt kommt also das Bistro des Capucins.

Vom Pop-up zur festen Größe

Das Konzept firmiert unter dem Label „French Diner“. Sieben Tage die Woche, mittags und abends, soll das Lokal geöffnet sein – mit Angebot auch für Nachtschwärmer. Ob man nach den drei Monaten dauerhaft bleibt, lässt Sorvillo offen. Er schließt es nicht aus.

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Immerhin ist die Bonne Nouvelle selbst ein gutes Beispiel dafür, wie aus einem Provisorium etwas Beständiges werden kann: Die drei Gründer – Davide Sorvillo, Joseph Siebenaler und Mathias Hameeuw – eröffneten die Bonne Nouvelle 2022 als Pop-up im ehemaligen Charly‘s Gare an der Avenue Emile Reuter. Daraus wurde ein festes Lokal, das sich in Luxemburgs jüngerer Gastronomieszene einen klaren Platz erarbeitet hat.

Wie auch beim Lokal in der Avenue Emile Reuter ist für die Umgestaltung des Lokals in der Rue Beaumont ein alter Schulfreund von Sorvillo verantwortlich: Alexandros Angelidis. Der Designer hat gerade einmal zehn Tage, um aus dem Mezza das Bistro des Capucins zu machen. „Das ist immer so, immer last Minute“, erklärt Angelidis.

In zehn Tagen soll das Lokal mit einer intimeren Atmosphäre die ersten Gäste begrüßen.  Foto: Jeff Karier

Verantwortlich für die Umgestaltung ist der Designer Alexandros Angelidis.  Foto: Jeff Karier

In zehn Tagen soll das Lokal mit einer intimeren Atmosphäre die ersten Gäste begrüßen. Verantwortlich für die Umgestaltung ist der Designer Alexandros Angelidis.

Sehr wenig Zeit, daher fokussiert er sich auf kleinere Arbeiten, die aber einen großen Effekt haben sollen, wie etwa die Beleuchtung, neue Möbel und die Sound-Anlage. „Die Ambiance soll sich verändern. Eher dunkler, intim und privat.“ Falls es über die drei Monate hinausgeht, sollen weitere, größere Arbeiten folgen.

„Klassische Küche mit punky Edge“

Am Herd stehen wird Roberto Prado, ein junger Koch mit brasilianischen und US-amerikanischen Wurzeln, der zuletzt in Paris lebte und arbeitete. Prado durchlief die Pariser Küchen des Le Clown Bar und des Au Passage, bevor er zu Los Passagios stieß. Auf der Website der Bonne Nouvelle wird sein Stil so beschrieben: Gewürze, Zitrus und Holzkohle.

Wo die kulinarische Reise hingeht, kann man vielleicht an dieser Kreation ableiten: Ein Welsh Rarebit auf einem Satori-Blini mit karamellisierten Zwiebeln.  Foto: Roberto Prado

In Luxemburg ist er kein Unbekannter: Er hat bereits mehrere Residenzen in der Bonne-Nouvelle-Küche absolviert – zuletzt im April 2026. Die Bonne-Nouvelle-Crew beschreibt seinen Stil im Instagram-Post zum Bistro als „klassische Küche mit punky Edge“ – gemeint ist wohl eine Küche, die sich im Bekannten bewegt, dabei aber nicht brav bleibt.

Ob das neue Konzept am Ende überzeugt und einen ähnlichen Erfolg erfahren wird, wie das Bonne Nouvelle, oder doch nach den drei Monaten ein Ende findet, bleibt abzuwarten.