Das System der Punktevergabe beim ESC hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrmals verändert. Wenn am Samstag, 16. Mai 2026, die 25 Finalisten im Gesangswettstreit aufeinandertreffen, können wieder die Zuschauer gemeinsam mit der Jury über den Gewinner entscheiden. Diese Regel besteht seit 2016.
In den beiden Halbfinals gibt es nach der reinen Publikumsentscheidung in den Jahren 2023 bis 2025 nun auch wieder eine Juryabstimmung. Dies soll dafür sorgen, dass neben Publikumslieblingen auch Beiträge mit einem hohen künstlerischen Anspruch bessere Chancen haben – im Finale gibt es ebenfalls die Jury- und die Zuschauerabstimmung. Gleichzeitig wird auch die Zahl der Jurymitglieder von fünf auf sieben erhöht. In die nationalen Jurys der 35 Teilnehmerländer dürfen nun auch neue Berufsfelder berufen werden – dazu zählen Musikjournalisten und -kritiker, Musiklehrer oder Choreografen. Außerdem müssen mindestens zwei Juroren in der Altersspanne zwischen 18 und 25 Jahren sein – dies soll die Attraktivität des Wettbewerbs beim jüngeren Publikum erhalten.
Die Unabhängigkeit der Jury soll durch eine formelle Erklärung betont werden, die jedes Jurymitglied unterzeichnen muss. Die Erklärung beinhaltet die Zusicherung, unabhängig und unparteiisch zu entscheiden. Außerdem versprechen Juroren Zurückhaltung bei ihren Social-Media-Aktivitäten.
Die Zahl der Zuschauerstimmen wird von 20 auf zehn pro Bezahlart – SMS, Anruf, Onlineabstimmung mit Kreditkarte – halbiert. Fans sollen außerdem aktiv ermutigt werden, für mehrere Beiträge abzustimmen.
Seit 2023 können beim ESC auch Fans abstimmen, deren Land nicht beim Contest mitmacht. Das läuft über ein kostenloses Online-Voting. Die Stimmen werden dann zusammengezählt und gelten unter der Rubrik „Rest of the World“ wie die Stimme eines Teilnehmerlandes.
Bei der Punktevergabe gab es keine Veränderung. Weiterhin bekommen bei der Abstimmung durch Jury und Publikum Länder zwölf, zehn, acht und dann herabzählend bis eins Punkte. Dabei können nur jeweils zehn Länder Punkte erhalten. Im ESC-Finale werden zuerst die Jurypunkte verteilt. Die nationalen Vertreter bzw. deren Jury nennen zunächst ihre Top Ten und anschließend die Anzahl der Punkte pro Land.
Daraus ergibt sich schließlich jeweils eine Top Ten mit zehn Ländern. Platz 1 erhält dann die berühmten 12 Punkte oder „12 Points“ von der Jury, der zweite Platz zehn Punkte, der dritte acht und die darauffolgenden Plätze erhalten Punkte gemäß ihrer Platzierung.
Die Ergebnisse des Zuschauervotings werden gesondert von den Moderatoren, der Sängerin Victoria Swarovski und dem Schauspieler Michael Ostrowski verkündet. Diese Punkte werden im Anschluss des Jury-Votings je nach Gewichtung pro Land zu den Punkten der Jurys hinzugerechnet. Die Gewichtung, also das Stimmverhältnis zwischen Zuschauern und Jury der einzelnen Teilnehmerländer, bestimmt die European Broadcasting Union (EBU) als Ausrichter des ESC und kann in jedem Land unterschiedlich sein.
Bei den Publikumspunkten fängt die Vergabe bei dem Land mit den wenigsten Jurypunkten an. Damit steht auch erst am Ende der ESC-Gewinner fest.