Es ist kein alltägliches Bild: Als man gegen Ende des luxemburgischen Empfangs die abgeschlossene Zeltlandschaft zwischen der Flaniermeile Croisette und dem Strand der Bucht von Cannes ein paar hundert Meter neben dem Festivalpalais wieder verlässt, werden die Gäste mit Handschlag verabschiedet – von Guy Daleiden, dem Direktor des Film Fund Luxembourg, höchstpersönlich. Das ist nur eine kleine Geste und vielleicht reiner Zufall, aber es würde einem bei einem vergleichbaren Cannes-Empfang der Franzosen oder der Deutschen nicht passieren. Es liegt auch nicht etwa daran, das zum Luxemburg-Empfang kaum Gäste gekommen wären – im Gegenteil dürfte selbst Daleiden die Hand am Ende nach ein paar hundert Verabschiedungen etwas wehgetan haben. Die Geste zeigt in einer letztlich von persönlichen Kontakten und Beziehungen geprägten Filmbranche vor allem: Luxemburg bleibt nahbar und hebt nicht ab.
Blauer Himmel und dunkle Wolken