Über Jahrzehnte hinweg forderte die Handelskammer die Luxemburger Regierung immer wieder auf, mit den üppigen Steuereinnahmen besonnen umzugehen. Immerhin war es absehbar, dass der momentane Geldsegen nicht ewig anhalten würde. Sie plädierte dafür, mit außerordentlichen Einnahmen eine Reserve für schwierigere Zeiten anzulegen.
Beispielsweise mit den Steuern aus dem jungen Geschäft mit dem E-Commerce: Im ertragreichsten Jahr, 2014, flossen dank dem Sektor 1,08 zusätzliche Milliarden Euro in die Luxemburger Steuerkasse. Doch ein Ende des Booms war bereits geplant. Auf europäischer Ebene war entschieden worden, dass die Mehrwertsteuer auf E-Commerce ab 2015 in den Ländern zu entrichten sei, in denen die Kunden ansässig sind. Ein paar Jahre später brachte diese Geldquelle dem Land nur noch zehn Millionen Euro.