„Mit den breiten Straßen ist das Viertel doch ein bisschen unser Paris“, sagt Corinne Cahen (DP) und lässt ihren Blick über die historischen Gebäude im Bahnhofsviertel schweifen. Die Politikerin spricht von der Architektur, der Geschichte des Stadtteils und der sozialen Vielfalt. „Auf der Gare kann man sich noch ein Studio leisten, in der Oberstadt lebt ja keiner mehr“, sagt die Schöffin der Stadt Luxemburg bei einem Gespräch nahe des Hauptbahnhofs an einem Morgen im Mai.
Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Corinne Cahen im Schuhladen ihres Vaters auf der „Gare“, aufgewachsen ist sie in Bonneweg-Nord. „Im Bahnhofsviertel gab es immer schon Prostitution und Drogen“, sagt sie. Dennoch sieht die Politikerin dort „enormes Potenzial“. Seit Anfang Mai sorgt der Stadtteil erneut für Diskussionen: Die hauptstädtische Gemeinderätin Anne Kaiffer (DP) erklärte nach der Schließung ihrer Metzgerei im Luxemburger Wort, nicht mehr an das Viertel zu glauben.