„Wer möchte alles Pommes?“ Diese Frage ist bei einer Pressekonferenz auch noch nie gestellt worden.
Aber sie ist an diesem Vormittag im Prater im Prenzlauer Berg tatsächlich programmatisch zu verstehen. Denn die Volksbühne eröffnet – kein Witz – am 7. August nicht etwa mit Theater auf der Bühne, sondern mit einem Freibad am Rosa-Luxemburg-Platz. Inklusive 25-Meter-Bahn und Pommes-Bude. Kostenlos, für alle, ohne Ausweispflicht.
Bis Ende September, sagt der neue Intendant Matthias Lilienthal, müsse die Obermaschinerie im Theater erneuert werden. Bis dahin will man die Berliner:innen nicht auf dem Trockenen sitzen lassen. Man habe sich da von den Wasser-Arbeiten der Choreografin Florentina Holzinger inspirieren lassen, so Lilienthal: „Das ist für uns eine Möglichkeit zu sagen: Die Volksbühne versteht unter theatralischen Events auch, wenn zwei Leute sich nass spritzen. Gleichzeitig ist es ein Protest gegen den Verfall der Infrastruktur, die in Berlin ja deutlich bei S-Bahn, U-Bahn, Schulen, Universitäten, Freibädern, Hallenbädern zu empfinden ist. Uns freut es sehr, dass wir den Freibad-Mangel ein klein wenig relativieren.“ Die missliche Diskussion, ob man in Deutschland nicht lieber Schwimmbäder offen halten sollte statt Theater, beantwortet Lilienthal also indirekt mit: geht doch beides.