Gluthitze im Großherzogtum. Ausgerechnet zur Fête de la Musique und zum Nationalfeiertag stehen Luxemburg schweißtreibende Tage bevor. Der staatliche Wetterdienst Meteolux hat für Freitag eine orange Warnung herausgegeben. Meteolux rechnet am Freitag mit Höchstwerten von bis zu 36 Grad im Süden und 34 Grad im Norden. Die Behörde spricht von Hitzewellen-Bedingungen und warnt vor einer hohen Hitzebelastung, wobei die gefühlte Temperatur mindestens zwei Tage in Folge hoch bleibt. Hitzeerschöpfung gilt als wahrscheinlich, bei längerer Sonneneinstrahlung oder körperlicher Anstrengung kann es zudem zu einem Hitzschlag kommen.
Was heißt Warnstufe Orange?
Die Behörde hat deshalb bereits am Mittwoch angekündigt, die Warnstufe am Freitag auf „orange“ zu erhöhen. Das bedeutet:
mögliche gesundheitliche Probleme, besonders bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit chronischen Krankheiten;Gefahr von Dehydrierung oder Hitzeschlag (Symptome: Fieber über 40 °C, heiße, rote und trockene Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, starker Durst, Verwirrung, Krämpfe, Bewusstlosigkeit).
Die Warnstufe Orange wird ausgelöst, wenn die gefühlte Durchschnittstemperatur eines Tages mindestens 24 Grad erreicht. Ab 27 Grad gilt die höchste Warnstufe Rot. Die gefühlte Temperatur berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Windstärke.
Tipps für heiße Tage
Meteolux gibt auch Empfehlungen, wie man sich bei den hohen Temperaturen verhalten soll:
Schließen Sie Fensterläden, Vorhänge und Fenster während des Tages und lüften Sie nachts;trinken Sie viel und regelmäßig Wasser (mindestens 1,5 l Wasser pro Tag);vermeiden Sie Aufenthalte im Freien während der heißesten Stunden (11 Uhr bis 21 Uhr);tragen Sie leichte Kleidung;tragen Sie eine Kopfbedeckung, wenn Sie das Haus verlassen;limitieren Sie körperliche Aktivitäten;bleiben Sie mit hitzeempfindlichen Menschen in Ihrer Umgebung in Kontakt;begeben Sie sich mit ihnen an einen kühlen Ort.Hausbesuche für Menschen ab 75 Jahren
Parallel zur Meteolux-Warnung hat die Direction de la santé die Hitzealarmstufe 3 ausgelöst. Ihre Dauer wird der Lage angepasst und laufend überprüft. Für gefährdete Menschen ab 75 Jahren gibt es ein eigenes Angebot: Überwachungsbesuche und Hilfe beim Trinken. Die Besuche beginnen in Kürze.
Anspruch haben Menschen ab 75 Jahren, die allein leben, nur eingeschränkt selbstständig sind und keine Leistung der Pflegeversicherung erhalten. Wer noch nicht erfasst ist, kann sich selbst oder über Angehörige beim Roten Kreuz anmelden, telefonisch unter 2755, montags bis freitags außer an Feiertagen von 8 bis 15 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten können Gesundheitsfachkräfte und das CGDIS die Bereitschaft der Inspection sanitaire kontaktieren.
Die COPAS koordiniert die Betreuung mit den Netzen für Hilfe und Pflege zu Hause. Wer beim Roten Kreuz angemeldet ist, muss öffnen, wenn das Pflegepersonal vor der Tür steht, oder seine Abwesenheit dem zuständigen Pflegenetz melden. Fragen beantwortet die Inspection sanitaire unter 247-85653, montags bis freitags von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr.
Tropische Temperaturen in der Nacht
Angesichts der Wetterlage kam am Donnerstag auch die „Cellule d’évaluation du risque intempéries“ (CERI) zusammen, um die Situation zu bewerten, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Diese erwartet nach aktuellen Prognosen bereits in der Nacht auf Samstag tropische Temperaturen, die nicht unter 20 Grad sinken. Ab Montag könnte die gefühlte Temperatur örtlich sogar bis zu 39 Grad erreichen. Angesichts der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag ruft die Behörde bei Veranstaltungen im Freien zu besonderer Vorsicht auf. (les/hat)