Es waren bewegende Szenen, als der erste Flieger mit Evakuierten am Donnerstag vor einer Woche auf dem Luxemburger Flughafen angekommen ist. Insgesamt brachte der Flieger der ägyptischen Airline Nesma 96 Menschen zum Findel. Der Jet war zuvor in Muscat im Oman gestartet, von dort aus war es mit einem Tankstopp in Kairo nach Luxemburg gegangen.



Der Nesma-Jet mit den Evakuierten ist am Donnerstagmittag um 13.50 Uhr auf dem Findel gelandet


Iran-Krieg





Tobias Senzig, Tun Stemper


Die Menschen, die am Findel von ihren Verwandten empfangen wurden, waren größtenteils Reisende aus Dubai. Mit Bussen waren sie zuvor aus dem Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman gebracht worden, weil die Flughäfen in Dubai und Abu Dhabi als zu unsicher galten.

Nach dem ersten Flieger folgten weitere Jets. Zum Einsatz kamen auch Maschinen von Luxair. Und auch Militärflieger der MRTT-Staffel waren im Einsatz, genauso wie die Militärtransporter der luxemburgisch-belgischen A400M-Staffel. Eine Luxemburger A400M-Besatzung flog Anfang der Woche dann sogar Dubai an.



Morgendliche Wanderung zum Al Hajar, höchster Berg des Oman, am 3. März vor geplantem Rückflug ohne Neuigkeiten

Organisiert hatten die Rückhol-Aktionen vor allem das Luxemburger Außenministerium. An diesem Freitag zzieht Außenminister Xavier Bettel (DP) Bilanz – und berichtet auch erstmals, wie teuer die Evakuierung war.


Evakuierung kostete 710.000 Euro

Demnach schätzt das Außenministerium die Kosten der Operation bis jetzt auf 710.000 Euro. Der Luxemburger Staat muss davon aber nur 226.000 Euro tragen. Der Rest – 532.000 Euro – wird von der EU-Kommission erstattet, oder von anderen Ländern, deren Bürger an Bord der Luxemburger Evakuierungsflieger waren.

Insgesamt seien bis jetzt „mehr als 550 Passagiere“ evakuiert worden, sagt Bettel. Davon 136 mit den Militärjets der Multinationalen MRTT-Flotte und 36 mit einem A400M. Drei Mitarbeiter des Außenministerium seien in die Region gereist, um den Menschen vor Ort zu helfen. 110 Reisende seien noch immer in den Emiraten.

Insgesamt hätten die Rückführungen für die Reisenden aus Luxemburg demnach nur 410 Euro pro Person gekostet. Pro Luxemburger Steuerzahler das 50 Cent, sagt Bettel.