{"id":1095,"date":"2026-02-20T09:56:09","date_gmt":"2026-02-20T09:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/1095\/"},"modified":"2026-02-20T09:56:09","modified_gmt":"2026-02-20T09:56:09","slug":"tageblatt-lu-zu-besuch-in-der-rockhal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/1095\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Zu Besuch in der Rockhal"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Tageblatt: 30 Jahre Biffy Clyro. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch. K\u00f6nnt Ihr denn fassen, was Ihr bisher erreicht habt? <\/p>\n<p>Ben Johnston: Es ist schwer in Worte zu fassen. Wir blicken immer in die Zukunft, um zu sehen, was als N\u00e4chstes auf dem Plan steht, um weiter voranzukommen. Wir machen nicht oft eine Bestandsaufnahme. Dieses Album ist vielleicht das erste Mal, dass wir das ein wenig zulassen, reflektieren und dar\u00fcber staunen, was wir erreicht haben. Ich denke aber, es ist gef\u00e4hrlich, wenn man anf\u00e4ngt, sich selbst zu sehr auf die Schulter zu klopfen und von seinen Errungenschaften \u00fcberw\u00e4ltigt zu sein. Deshalb spielen wir die Dinge eher herunter. Es liegt sowieso in der schottischen Natur, kein gro\u00dfes Ego zu haben, respektvoll zu sein und immer zu versuchen, bescheiden zu bleiben. Das versuchen wir jedenfalls. <\/p>\n<p>James Johnston: Ben hat vollkommen recht. Nur in solchen Momenten kann man \u00fcber seine Erfolge nachdenken. Wir sind ja nicht v\u00f6llig dumm. Wir wissen, dass wir viel mehr erreicht haben, als wir uns als junge M\u00e4nner jemals h\u00e4tten tr\u00e4umen lassen. Mit dem \u00c4lterwerden wachsen die Tr\u00e4ume mit einem mit, und man stellt sich neuen Herausforderungen. Aber wir hatten nie einen F\u00fcnfjahresplan. Wir haben nie gedacht, dass wir einen bestimmten Punkt erreichen m\u00fcssen, oder darauf geachtet, wie gro\u00df die Veranstaltungsorte sind. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte jede Band vor vielen Menschen spielen und viele Platten verkaufen, aber das ist nicht das Wesentliche. Das Wichtigste ist, Musik zu machen, hinter der wir stehen k\u00f6nnen, die uns etwas bedeutet und uns Freude bereitet. Wenn es morgen vorbei w\u00e4re, w\u00e4ren es nicht die Auszeichnungen, auf die wir am meisten stolz w\u00e4ren, sondern die zehn Alben. Es w\u00e4ren die Songs, die wir gemacht, und die Shows, die wir gespielt haben. Das ist das, was noch lange nach dem Feiern unseres vierten Nummer-Eins-Albums bleiben wird. Und es ist wirklich sch\u00f6n, \u00fcber ein neues Album zu sprechen und so viel Liebe zu sp\u00fcren. Ich bin mir sicher, dass es viele Leute gibt, die unsere Musik nicht m\u00f6gen. Das ist in Ordnung. Aber wir erfahren derzeit viel Liebe, und das f\u00fchlt sich verdammt gut an. Sie sind Teil unserer Gang. <\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              Wenn es morgen vorbei w\u00e4re, w\u00e4ren es nicht die Auszeichnungen, auf die wir am meisten stolz w\u00e4ren, sondern die zehn Alben. Es w\u00e4ren die Songs, die wir gemacht, und die Shows, die wir gespielt haben. &#13;<\/p>\n<p class=\"Zitat-Autor1\">James Johnston <\/p>\n<p class=\"Zitat-Funktion1\">Bassist von Biffy Clyro <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Was war der bisher verr\u00fcckteste Moment in Eurer Karriere? <\/p>\n<p>James: Das war beim Glastonbury Festival. Ich bin mir sicher, dass Ben wei\u00df, worauf ich hinauswill. Wir spielten vor etwa f\u00fcnf Jahren auf dem Glastonbury Festival. Vier Monate zuvor machte Simon (Neil, Frontmann \u2013 der Verf.) im Van den Witz: \u201aMan wei\u00df erst, dass man es wirklich geschafft hat, wenn man mit dem Hubschrauber zum Privatjet fliegt.\u2018 Monate sp\u00e4ter spielten wir auf dem Festival und bekamen das Angebot, auch als Vorgruppe von Muse in Paris aufzutreten. Also kamen wir von der Glastonbury-B\u00fchne, stiegen in einen Range Rover, fuhren direkt zum h\u00f6chsten Punkt des Festivals, dem Glastonbury-Tor, stiegen in einen Hubschrauber, flogen zum Privatjet, von da nach Paris, wo wir mit einer Polizeieskorte zur Show fuhren. Wir rannten auf die B\u00fchne und spielten nur vier Songs, weil wir so sp\u00e4t dran waren. Danach sa\u00dfen wir in der Garderobe und dachten: Wir sind vor zwei Stunden von der B\u00fchne in Glastonbury gekommen, das ist total verr\u00fcckt. Der Moment, als wir vom Hubschrauber in den Privatjet gestiegen sind, war der Punkt, an dem wir dachten: Das ist verdammt irre. Wir sa\u00dfen da und a\u00dfen McDonald\u2019s, tranken keinen Champagner und a\u00dfen keinen Kaviar. Wir hatten nicht v\u00f6llig den Verstand verloren. Aber f\u00fcr uns war es so, als w\u00e4ren wir noch nie in einem Hubschrauber gewesen. Absolut verr\u00fcckt. Jetzt k\u00f6nnen wir uns diesen Schei\u00df nicht mehr leisten, also wird das nie wieder passieren. (lacht) <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Ist es eigentlich ein Vorteil oder ein Nachteil, zwei Br\u00fcder in der Band zu haben? Seid Ihr immer einer Meinung? Und glaubt Ihr, dass sich Simon gegen Euch behaupten muss? <\/p>\n<p>Ben: Ich hoffe, nicht zu sehr. Wir kennen es nicht anders, es war schon immer so. Daher ist es schwer zu sagen, ob es mit Br\u00fcdern besser oder schlechter ist. Wobei es wohl besser ist, weil wir ja immer noch zusammen sind. Wir haben zehn Alben aufgenommen, das erreichen nicht viele Bands. Hoffentlich sind die famili\u00e4re Verbindung und die Tatsache, dass wir Simon wie einen Bruder behandeln, der Grund daf\u00fcr, dass wir schon so lange zusammen sind. Es kann allerdings nicht einfach f\u00fcr ihn sein, denn oft muss er sich in Unterzahl f\u00fchlen. Meistens sind sich James und ich in allem einig. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\">Zum Konzert <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">&#13;<br \/>\n              Wo? Rockhal, Belval <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">&#13;<br \/>\n              Wann? Donnerstag, 19. Februar 2026, ab 19 Uhr <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">&#13;<br \/>\n              Mehr Infos? biffyclyro.com und rockhal.lu <\/p>\n<p>James: Simon ist nicht der Typ, den man in seine Schranken weisen kann. Er ist auch nicht der Typ, den man leicht zum Schweigen bringen kann, wenn er eine Idee hat. Er ist ein sehr starker, selbstbewusster Mann. Es kann f\u00fcr ihn mit Zwillingen nicht einfach sein, aber wir verb\u00fcnden uns nicht gegen ihn. Ich glaube, wir k\u00f6nnen uns alle gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Es gibt einige gro\u00dfartige Bands, in denen Geschwister spielen. Das hat etwas zu bedeuten. Es hat etwas damit zu tun, wie ihre Stimmen zusammen klingen und wie sie kommunizieren, ohne sich anzusehen. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Ihr wohnt noch allesamt in Schottland. Wie ist es, wenn Ihr dort unterwegs seid? Kommen die Leute oft auf Euch zu? <\/p>\n<p>Ben: Wir haben gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass unsere Musik erfolgreich ist, wir aber nicht besonders ber\u00fchmt sind. Ich wei\u00df nicht, wie wir das geschafft haben. Wir haben uns irgendwie in diese gro\u00dfartige Lage hineingeschummelt, in der wir von der \u00d6ffentlichkeit nicht wirklich bel\u00e4stigt werden. Trotzdem schaffen wir es, Nummer-Eins-Alben zu produzieren. Das Leben in Schottland tr\u00e4gt wesentlich dazu bei. Die Schotten loben dich nicht gerne \u00fcber jeden Klee, sondern ziehen dich eher runter. Wenn sie einem im Supermarkt begegnen, sagen sie wahrscheinlich nur: \u201aDas kann doch nicht wahr sein. Das kann unm\u00f6glich der Typ von Biffy Clyro sein. Der ist ja wie ein Idiot angezogen.\u2018 (lacht) Das ist einer der Hauptgr\u00fcnde, warum ich immer in Pyjamas ausgehe, damit die Leute nie auf die Idee kommen, dass ich es sein k\u00f6nnte. (lacht) <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Simon-Neil-r-wird-von-den-Zwillingen-James-l-und-Ben-36887.jpg\" title=\"Ohne Plan zum Erfolg: Biffy Clyro \u00fcber Meilensteine, Br\u00fcder und schottisches Lob \" alt=\"Simon Neil rechts, von Zwillingen James und Ben Johnston als dritter Bruder der Band beschrieben\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:40.625539565911743978% 13.815789473684212396%;\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Simon Neil (r.) wird von den Zwillingen James (l.) und Ben Johnston (m.) als dritter Bruder bezeichnet Quelle: Eva Pentel<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>James: Die Leute kommen auf mich zu und sagen: \u201aBist du es? Oh, meine Tochter liebt Euch. Ich mag Euch nicht &#8211; ist nicht mein Ding.\u2018 So sind die Schotten. Die sagen: \u201aGut gemacht, aber h\u00f6r mal: Pass verdammt noch mal auf, du bist nicht so toll. Ich finde dich eh nicht toll.\u2018 Die Leute in Schottland k\u00f6nnen einfach nicht anders. Das ist wie ein eingebauter Schalter. Sobald sie dir etwas Anerkennung zollen, m\u00fcssen sie sofort sagen, das hei\u00dfe nicht, dass man etwas Besonderes sei. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Habt Ihr denn das Gef\u00fchl, dass Eure Liveshows in Schottland anders sind? <\/p>\n<p>James: Das ist zweifellos so. Jahrelang konnten wir das Londoner Publikum nicht dazu bringen, das zu tun, was wir uns erhofft hatten, n\u00e4mlich nicht total cool zu sein und nur auf die Handys zu starren. Mit der Zeit spielten wir in St\u00e4dten, wo die Leute ihre Schutzhaltung aufgaben. In Schottland war diese Schutzhaltung l\u00e4ngst weg. Es ist definitiv eine andere Erfahrung f\u00fcr uns, in Schottland zu spielen. Wir haben auch an anderen Orten gro\u00dfartige Shows, sonst w\u00fcrden wir nur hier bleiben. Aber nat\u00fcrlich ist das hiesige Publikum voreingenommen. Wir sind voreingenommen. Wir sind Schottlands M\u00e4nner, die eigenen Jungs. Dennoch haben wir in jedem Teil der Welt, in dem wir gewesen sind, besondere Shows gehabt. Ich w\u00fcrde also nicht sagen wollen, dass nichts damit vergleichbar ist, denn man kann \u00fcberall einen guten Abend haben. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Nach dem Interview wurde bekannt, dass James Johnston sich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht an der Tour beteiligt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Tageblatt: 30 Jahre Biffy Clyro. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch. K\u00f6nnt Ihr denn fassen, was Ihr bisher erreicht habt? 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