{"id":10993,"date":"2026-07-08T04:53:08","date_gmt":"2026-07-08T04:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/10993\/"},"modified":"2026-07-08T04:53:08","modified_gmt":"2026-07-08T04:53:08","slug":"tageblatt-lu-editorial-der-bulle-im-raum-kein-foto-mit-feinberg-aber-ein-gipfel-mit-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/10993\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Der Bulle im Raum: Kein Foto mit Feinberg, aber ein Gipfel mit Trump"},"content":{"rendered":"<p>Drei Minister aus Luxemburg sind am Dienstag und Mittwoch in Ankara. Der NATO-Gipfel in der t\u00fcrkischen Hauptstadt macht die Reise n\u00f6tig. Premier Luc Frieden (CSV), Vizepremier und Au\u00dfenminister Xavier Bettel sowie Verteidigungsministerin Yuriko Backes (beide DP) werden sich dort wohl anh\u00f6ren m\u00fcssen, was US-Pr\u00e4sident Donald Trump von seinen europ\u00e4ischen Partnern h\u00e4lt. <\/p>\n<p>Viel Ermunterndes d\u00fcrfte es nicht zu h\u00f6ren geben. Trump hat den europ\u00e4ischen NATO-Partnern offenkundig nicht verziehen, dass sie den USA in ihrem Krieg gegen den Iran nicht beigesprungen sind. Dass die Beziehungen zwischen den transatlantischen Partnern schwer besch\u00e4digt sind, l\u00e4sst sich kaum noch \u00fcbersehen. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            NATO-Gipfel in Ankara: Frieden, Bettel und Backes treffen auf Trump <\/p>\n<p>Frieden, Bettel und Backes eint nicht nur ihre gemeinsame Reise nach Ankara, sondern auch eine gemeinsame Abwesenheit. Alle drei fehlten vergangene Woche beim Empfang der US-amerikanischen Botschaft in Luxemburg zum 250. Unabh\u00e4ngigkeitstag der USA. Botschafterin Stacey Feinberg hatte in das ChouChou am Bouillon geladen und vorsichtshalber Pressefotografen von der Veranstaltung ausgeschlossen. <\/p>\n<p>Der Abend war gut besucht. Gut und gerne 300 G\u00e4ste waren gekommen, vor allem solche aus der Wirtschaft, aber auch zahlreiche Botschafterinnen und Botschafter anderer L\u00e4nder sowie hohe Luxemburger Beamte. Auff\u00e4llig blieb, wer fehlte: unter anderem eben der Premier, der Au\u00dfenminister und die Verteidigungsministerin. <\/p>\n<p>Das ist durchaus ungew\u00f6hnlich. Vor allem die beiden Erstgenannten waren in den vergangenen Jahren regelm\u00e4\u00dfig zugegen, wenn die Amerikaner zu ihrem Nationalfeiertag einluden. Dieses Jahr machte aus der Regierung nur Finanzminister Gilles Roth (CSV) seine Aufwartung. Auch Chamber-Pr\u00e4sident Claude Wiseler wurde nicht gesehen. Ebenso fehlten Abgeordnete fast aller Parlamentsparteien. Niemand von der CSV, der DP, der LSAP, von \u201ed\u00e9i gr\u00e9ng\u201c, \u201ed\u00e9i L\u00e9nk\u201c oder von den Piraten war gekommen, um mit Stacey Feinberg den immerhin 250. Geburtstag des gr\u00f6\u00dften Wirtschaftspartners des Landes zu feiern. Gesehen wurden blo\u00df drei Abgeordnete der ADR. Und der ehemalige LSAP-Vizepremier Etienne Schneider, aber der macht keine Politik mehr, sondern Business, und war damit bestens aufgehoben in der extra f\u00fcr den Abend auf Amerika getrimmten Bar in Merl. <\/p>\n<p>Stacey Feinberg sprach in ihrer \u2013 f\u00fcr trumpsche Verh\u00e4ltnisse \u2013 konzilianten Rede zwar von einer \u201eU.S.-Luxembourg partnership that continues to grow and strengthen\u201c und zitierte Luc Friedens Rede zur Lage der Nation (\u201eit\u2019s up to us how we shape the future\u201c), doch der war nicht da, um es zu h\u00f6ren. Trumps aggressive Politik gegen\u00fcber den Europ\u00e4ern und einige Fettn\u00e4pfchen, in die die US-Botschafterin bereits getreten ist, haben der \u201eU.S.-Luxembourg partnership\u201c sichtbar zugesetzt. <\/p>\n<p>Transatlantische Beziehungen zwischen Luxemburg und den USA unter Druck <\/p>\n<p>Auch der Drang, sich mit Stacey Feinberg ablichten zu lassen, dem zu Beginn ihres Mandats im vergangenen Herbst nahezu jeder Politiker Luxemburgs bereitwillig erlag, scheint inzwischen abgeflacht. Die Episode um <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Nachrichten\/US-Botschaft-retuschiert-Foto-mit-Grossherzog-63891.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein von der US-Botschaft nachtr\u00e4glich bearbeitetes Foto<\/a>, auf dem auch Gro\u00dfherzog Guillaume zu sehen war, d\u00fcrfte dabei nicht geholfen haben. Die Reaktion damals in Luxemburg lie\u00df sich auf einen Satz bringen: So etwas macht man nicht. <\/p>\n<p>Am vergangenen Dienstag im ChouChou konnten sich die G\u00e4ste zum 250. Geburtstag der USA auf einem mechanischen Bullen im Rodeoreiten \u00fcben. Keine Party sei komplett ohne mechanischen Bullen, sagte Stacey Feinberg in ihrer Rede: \u201eAuf diesen Bullen zu steigen, mag riskant aussehen. Sich oben zu halten, mag unm\u00f6glich erscheinen.\u201c Doch das sei der \u201eAmerican spirit\u201c, so die US-Botschafterin, es trotzdem zu versuchen. <\/p>\n<p>Die Party der Amerikaner konnten die Luxemburger Minister auslassen. Beim NATO-Gipfel kommen sie an Trump nicht vorbei. F\u00fcr sie wie die anderen dort gilt: politisches Zwangsrodeo, mit Trump, f\u00fcr alle. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei Minister aus Luxemburg sind am Dienstag und Mittwoch in Ankara. 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