{"id":11631,"date":"2026-07-19T08:09:13","date_gmt":"2026-07-19T08:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/11631\/"},"modified":"2026-07-19T08:09:13","modified_gmt":"2026-07-19T08:09:13","slug":"geschichte-auf-den-spuren-des-antifaschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/11631\/","title":{"rendered":"Geschichte \u2013 Auf den Spuren des Antifaschismus"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img323595\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/323595.jpeg\" alt=\"Auch das Karl-Liebknecht-Haus am Rosa-Luxemburg-Platz hat als KPD-Zentrale in der Weimarer Republik eine antifaschistische Geschichte und war ein Zwischenstopp des Stadtrundgangs.\"\/><\/p>\n<p>Auch das Karl-Liebknecht-Haus am Rosa-Luxemburg-Platz hat als KPD-Zentrale in der Weimarer Republik eine antifaschistische Geschichte und war ein Zwischenstopp des Stadtrundgangs.<\/p>\n<p>Foto: wiki media\/B 145 Bild-P046279\/Weinrother, Carl (CC-BY-SA 3.0) [M]<\/p>\n<p>Bei sch\u00f6nem Sommerwetter m\u00f6chte niemand die Freizeit in Innenr\u00e4umen verbringen \u2013 das zumindest dachte sich der Bildungsverein Helle Panke und lud zum Spaziergang rund um den Rosa-Luxemburg-Platz ein. Am Donnerstag kamen etwa ein Dutzend Menschen zusammen, um \u00fcber Vergangenheit und Gegenwart der antifaschistischen Aktion zu lernen. Viele kannten schon Bernd Langer, der die Teilnehmer*innen durch das Viertel leitete und sie unterwegs kurzweilig in die Anf\u00e4nge des Antifaschimus in der Weimarer Republik einf\u00fchrte. Dabei verwies er auch auf die Ereignisse rund um den Rosa-Luxemburg-Platz.<\/p>\n<p>Langer ist seit vielen Jahren ein Kenner der antifaschistischen Bewegung. Im Unrast-Verlag hat er die Geschichtstrilogie \u00bbAntifaschistische Aktion\u00ab herausgegeben, deren 3. Band k\u00fcrzlich erschienen ist. \u00bbWir wollten keine klassische Buchvorstellung machen, sondern mit einen historischen Spaziergang die antifaschistische Geschichte erkunden\u00ab sagte Frank Engster von der Hellen Panke zu Beginn des Stadtrundgangs an der Volksb\u00fchne.<\/p>\n<p>Langer erkl\u00e4rte am Anfang der Veranstaltung die Herkunft des Begriffs Scheunenviertel, das am heutigen Rosa-Luxemburg Platz begann. Benannt war es nach den Scheunen, die dort auf Befehl der preu\u00dfischen Obrigkeit im 18 Jahrhundert wegen der Brandgefahr au\u00dferhalb des damaligen Berlins errichtet wurden. Ebenfalls auf Befehl eines preussischen Potentaten musste sich die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung Berlins ohne Grundbesitz dort ansiedeln. In der Zeit der Weimarer Republik gab es im Scheunenviertel eine gro\u00dfen j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerungsanteil. Der war fr\u00fch antisemitischen Attacken ausgesetzt. Bereits w\u00e4hrend der Inflationszeit 1923 organisierten v\u00f6lkische Gruppen dort ein Pogrom.<\/p>\n<p>Damals spielte die NSDAP in Berlin anders als in Bayern noch keine Rolle. Aber es gab dort l\u00e4ngst eine republikfeindliche Bewegung. Darin agierten viele Mitglieder der Freikorps, die in den Jahren 1918\/19 von der SPD-gef\u00fchrten Regierung gegen die Arbeiter*innen eingesetzt wurden, die f\u00fcr eine sozialistische R\u00e4terepublik k\u00e4mpften. Langer zeigte ein Foto, auf dem ein Panzer der Freikorps auf dem B\u00fclowplatz zu sehen war, wie damals der Rosa-Luxemburg-Platz hie\u00df. Er erinnerte daran, dass diese Freikorps im M\u00e4rz 1919 vor allem in den Ostbezirken Berlins \u00fcber 1200 Menschen t\u00f6teten. Nicht wenige Arbeiter wurden nach ihrer Verhaftung erschossen. \u00bbDamals kam die Redewendung \u203ajemanden an die Wand stellen\u2039 auf\u00ab, sagte Langer.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>\u00bbAntifaschismus sollte mit Geschichte kritisch und undogmatisch umgehen.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nBernd Langer\u2003Autor&#13;<\/p>\n<p>Nicht wenige der Freikorpsmitglieder waren im M\u00e4rz 1920 am sogenannten Kapp-Putsch beteiligt, als Monarchisten und Teile des Milit\u00e4rs die Weimarer Republik beseitigen wollten. Der Putsch scheiterte, weil Arbeiter*innen der unterschiedlichen Str\u00f6mungen mit einen Generalstreik das Land lahmlegten. \u00bbDas war f\u00fcr mich das Beispiel von erfolgreichem Antifaschismus, obwohl es den Begriff damals noch nicht gab\u00ab, sagte Langer. Er erinnerte daran, dass auch die kommunistischen Arbeiter*innen an der Basis sich am Widerstand gegen den rechten Putsch beteiligten, w\u00e4hrend die KPD-F\u00fchrung erst mehrere Stunden sp\u00e4ter dazu aufrief. Dort war man zun\u00e4chst der \u00dcberzeugung, dass man eine Regierung, die ein Jahr zuvor auf Tausende Arbeiter*innen schie\u00dfen lie\u00df, nicht verteidigen werde. \u00bbDoch die Menschen an der Basis erkannten den Unterschied zwischen einer b\u00fcrgerlichen Republik und der Herrschaft von extremen Rechten\u00ab, zog Langer eine Parallele zur Gegenwart.<\/p>\n<p>Im Laufe des Spaziergangs ging Langer auch kritisch auf Fehler der antifaschistischen Bewegung ein. Dazu geh\u00f6rte die Sozialfaschismustheorie der KPD, die die Sozialdemokratie zeitweise zum Hauptfeind erkl\u00e4rte, ebenso wie der schwarz-rot-goldene Nationalismus der Eisernen Front der SPD, die Nazis und KPD zum Hauptfeind erkl\u00e4rten.<\/p>\n<p>Am linken Vereinslokal Baiz, endete der Spaziergang. Dort klebt an einer Wand ein Aufkleber des Rotfrontk\u00e4mpferbunds. Er zeigt, dass sich linke Gruppen wieder mit der Geschichte befassen. Doch f\u00fcr Langer ist eins wichtig: \u00bbAntifaschismus sollte mit Geschichte kritisch und undogmatisch umgehen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch das Karl-Liebknecht-Haus am Rosa-Luxemburg-Platz hat als KPD-Zentrale in der Weimarer Republik eine antifaschistische Geschichte und war ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11632,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[3054,49,3055,3056,354,5,356],"class_list":["post-11631","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-luxemburg","tag-antifa","tag-berlin","tag-juden","tag-kommunistinnen","tag-linke-bewegung","tag-luxemburg","tag-thueringen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116945627785444379","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11631"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11631\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}