{"id":12528,"date":"2026-08-10T10:55:13","date_gmt":"2026-08-10T10:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12528\/"},"modified":"2026-08-10T10:55:13","modified_gmt":"2026-08-10T10:55:13","slug":"tageblatt-lu-editorial-beim-buerger-wird-genau-hingeschaut-beim-minett-kompost-jahrelang-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12528\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Beim B\u00fcrger wird genau hingeschaut \u2013 beim Minett-Kompost jahrelang nicht"},"content":{"rendered":"<p>Wer in Schifflingen seinen Biom\u00fcll falsch trennt, muss mit einer Gelben oder Roten Karte an der Tonne rechnen. Bei Rot wird sie nicht geleert. Um zu erkl\u00e4ren, wie es richtig geht, verweist die Gemeinde auf die Internetseite des Minett-Kompost. Bei den B\u00fcrgern wird also genau darauf geachtet, was in ihrer M\u00fclltonne landet. Gleichzeitig leitete Minett-Kompost jahrelang belastetes Abwasser in die ohnehin stark beanspruchte Kl\u00e4ranlage und teilweise in den Kiemelbach. Und das, obwohl die Problematik l\u00e4ngst bekannt war. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Das-Umweltministerium-zieht-beim-Minett-Kompost-die-Reissleine-67383.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Bei Kontrollen Ende Mai und Anfang Juni stellte das Wasserwirtschaftsamt fest<\/a>, dass weiterhin belastetes Reinigungswasser, Sickerwasser und Presss\u00e4fte falsch abgeleitet wurden. Nun verlangt das Umweltministerium, dass die Einleitungen gestoppt werden. Innerhalb eines Monats soll auch f\u00fcr die \u00fcbrigen Abw\u00e4sser eine L\u00f6sung gefunden werden. <\/p>\n<p>\u201eJahrelang hat das niemanden interessiert und jetzt wird alles hinterfragt\u201c, kommentierte Minett-Kompost-Pr\u00e4sident Jeannot F\u00fcrpass die Aufforderung des Umweltministeriums auf Tageblatt-Nachfrage. Als Rechtfertigung taugt das nicht \u2013 und aus der Verantwortung entl\u00e4sst es ihn auch nicht. <\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Wie-die-Klaeranlage-Schifflingen-unser-Abwasser-in-Energie-verwandelt-65063.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">zus\u00e4tzliche Belastung durch Minett-Kompost<\/a> entsprach zeitweise dem Abwasser von 20.000 bis 55.000 Einwohnern \u2013 bei einer Kl\u00e4ranlage, die damals f\u00fcr 90.000 ausgelegt war. Bis 2024 zahlte Minett-Kompost nicht f\u00fcr die tats\u00e4chliche Belastung, die seine Abw\u00e4sser in der Kl\u00e4ranlage verursachten. Einen Teil der dadurch entstehenden Kosten trugen damit die angeschlossenen Gemeinden und letztlich auch die Allgemeinheit. Gleichzeitig werden Kl\u00e4ranlagen f\u00fcr Millionen erweitert, weil die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst und neue Wohnungen gebaut werden sollen. <\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Kein-Fluss-in-Luxemburg-erreicht-den-von-der-EU-geforderten-guten-Zustand-24116.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Luxemburg es bei keinem einzigen Gew\u00e4sser schafft, den von der EU geforderten guten Zustand zu erreichen<\/a>. Die Alzette \u2013 in die der Kiemelbach m\u00fcndet \u2013 ist stark belastet. Weshalb eine Anlage, die selbst dem Umweltschutz dienen soll, \u00fcber Jahre Teil dieses Problems bleiben konnte, ist unverst\u00e4ndlich. <\/p>\n<p>F\u00fcrpass sagt, es habe jahrelang niemanden interessiert. Ganz falsch liegt er damit nicht. Denn damit diese Situation \u00fcber Jahre bestehen konnte, mussten mehr \u00f6ffentliche Stellen wegschauen als nur die Verantwortlichen von Minett-Kompost. Das Umweltministerium kann sich nicht darauf beschr\u00e4nken, dem Minett-Kompost eine Frist zu setzen. Es muss erkl\u00e4ren, warum nicht viel fr\u00fcher konsequent eingegriffen wurde. <\/p>\n<p>Laut einem Sivec-Bericht war sp\u00e4testens seit 2014 bekannt, dass Minett-Kompost die Kl\u00e4ranlage mit stark belastetem Abwasser zus\u00e4tzlich beansprucht. Und trotzdem wuchs der Minett-Kompost in den vergangenen Jahren zu einer Anlage heran, die den Biom\u00fcll von mehr als der H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung verarbeitet. <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Beitritt-der-Stadt-Luxemburg-erlaubt-Minettkompost-Ausbau-seiner-Anlage-51077.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Die Stadt Luxemburg trat dem Syndikat 2022 bei<\/a>. Millionen Euro flossen in neue Infrastruktur, ein gro\u00dfer Teil davon aus \u00f6ffentlichen Mitteln. Das Wasserwirtschaftsamt wei\u00df seit sp\u00e4testens 2023 Bescheid, dass Minett-Kompost sein stark belastetes Schmutzwasser in die Natur und in die Kanalisation laufen l\u00e4sst. <\/p>\n<p>Gleichzeitig fordern \u00f6ffentliche Institutionen die B\u00fcrger dazu auf, ihren M\u00fcll besser zu trennen. Diese Sensibilisierungsarbeit funktioniert aber nur, wenn die Menschen darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass ihr getrennt gesammelter Abfall anschlie\u00dfend auch umweltgerecht verarbeitet wird. Eine \u00f6ffentlich getragene Anlage, die selbst \u00fcber Jahre die Umwelt belastet, untergr\u00e4bt dieses Vertrauen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer in Schifflingen seinen Biom\u00fcll falsch trennt, muss mit einer Gelben oder Roten Karte an der Tonne rechnen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12529,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1093,3297,5,3296,3295,3298],"class_list":["post-12528","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-luxemburg","tag-abwasser","tag-biomll","tag-luxemburg","tag-minett-kompost","tag-schifflingen","tag-umweltpolitik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/117070851131235465","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12528\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}