{"id":12738,"date":"2026-08-14T05:00:08","date_gmt":"2026-08-14T05:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12738\/"},"modified":"2026-08-14T05:00:08","modified_gmt":"2026-08-14T05:00:08","slug":"tageblatt-lu-editorial-zwischen-versprechen-und-realitaet-fehlende-perspektiven-im-luxemburger-frauenfussball","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12738\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Zwischen Versprechen und Realit\u00e4t: Fehlende Perspektiven im Luxemburger Frauenfu\u00dfball"},"content":{"rendered":"<p>Die Frauen des RFCU L\u00ebtzebuerg sind Anfang August chancenlos aus der zweiten Runde der Champions League ausgeschieden. Die internationalen Auftritte und Achtungserfolge des Racing hatten in den vergangenen Jahren immer wieder kaschiert, dass es um den Frauenfu\u00dfball auf nationaler Ebene wesentlich schlechter steht, als gedacht. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben diese Fassade br\u00f6ckeln lassen. <\/p>\n<p>Den Anfang machte die geplatzte Fusion in der Vorstadt. Im Winter war das gemeinsame Projekt der UNA Strassen und des langj\u00e4hrigen Erstligisten Mamer noch im Rahmen einer vielversprechenden Pressekonferenz vorgestellt worden. Man versprach, einen dauerhaften Konkurrenten der Hauptst\u00e4dterinnen auf die Beine zu stellen. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter zeigte sich, dass die Frage der 50:50-Finanzierung letztlich mehr gespalten als vereint hatte. <\/p>\n<p>Noch brisanter ist der Fall Junglinster. Ein ehemaliges Aush\u00e4ngeschild des luxemburgischen Frauenfu\u00dfballs steht nicht nur vor dem Aus \u2013 das Ende ist offiziell besiegelt. Der Verein hat keine Frauenmannschaft f\u00fcr die anstehende Saison in der Ligue 1 gemeldet. <\/p>\n<p>Hinter vorgehaltener Hand und sp\u00e4ter auch in einer offiziellen Pressemitteilung gab der Klub den Spielerinnen die Schuld. Sie h\u00e4tten sich nach anderen Vereinen umgeschaut. Die Mannschaft reagierte geschlossen und schob dem Vorstand den schwarzen Peter schriftlich zu: Das Komitee habe Versprechen nicht eingehalten und sei nicht bereit gewesen, die notwendigen Mittel f\u00fcr eine konkurrenzf\u00e4hige Mannschaft bereitzustellen. Das Ergebnis ist derweil nicht abzustreiten: Es verschwindet wieder eine Mannschaft vom Radar. <\/p>\n<p>Was in der Damen-Meisterschaft m\u00f6glich ist, w\u00e4re in der BGL Ligue undenkbar. Im M\u00e4nnerfu\u00dfball w\u00fcrden solche Vorg\u00e4nge ganz andere Dimensionen erreichen. Viele Frauenmannschaften \u2013 abgesehen von wenigen Ausnahmen, die man an einer Hand abz\u00e4hlen kann \u2013 existieren seit Jahren ohne Netz und doppelten Boden. Wenn gespart werden muss, dann trifft es zuerst diesen Bereich, der am wenigsten abgesichert ist. Bis vor wenigen Jahren hatte bekanntlich nicht einmal die Nationalmannschaft eigene Trikots. <\/p>\n<p>Aus Sicht der Vereine ist das Vorgehen nachvollziehbar. Der Gro\u00dfteil ihrer Einnahmen stammt nun einmal nicht aus dem Damenbereich. Der Frauenfu\u00dfball kommt wohl nicht aus dem Teufelskreis heraus: Um sich zu entwickeln, br\u00e4uchte es konkrete (finanzielle) Mittel. Da er aber sowohl finanziell als auch strukturell blo\u00df als Zusatz statt als Bestandteil betrachtet wird, bleibt es beim Status quo. <\/p>\n<p>Viel Hoffnung, dass sich diese Tendenz in den kommenden Jahren zum Besseren wendet, gibt es derzeit nicht. Zwar wird von der UEFA immer wieder Einsatz im Sinne der Gleichberechtigung gefordert, doch an der Realit\u00e4t hinter den Kulissen \u00e4ndert das rein gar nichts. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Frauen des RFCU L\u00ebtzebuerg sind Anfang August chancenlos aus der zweiten Runde der Champions League ausgeschieden. 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