{"id":12833,"date":"2026-08-17T04:46:09","date_gmt":"2026-08-17T04:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12833\/"},"modified":"2026-08-17T04:46:09","modified_gmt":"2026-08-17T04:46:09","slug":"tageblatt-lu-editorial-klimaschutz-kostet-die-klimakatastrophe-kostet-wesentlich-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/12833\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Klimaschutz kostet \u2013 die Klimakatastrophe kostet wesentlich mehr"},"content":{"rendered":"<p>Die bevorstehende Klimakatastrophe geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Gefahren unseres Jahrhunderts. Klimaschutz und Klimaresilienz kosten Geld. Gerade in Zeiten von Krieg, Inflation und Multikrisen geraten solche Investitionen schnell unter Rechtfertigungsdruck. Doch der bisherige Sommer hat uns einen Vorgeschmack gegeben auf das, was uns bevorsteht. Die Erderw\u00e4rmung hat ihren Preis. Politik, Unternehmen und Gesellschaft k\u00f6nnen heute in Klimaschutz und Anpassung investieren \u2013 oder sp\u00e4ter ein Vielfaches f\u00fcr die Folgen bezahlen. <\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den der Klimakrise zeigen sich nicht erst in brennenden W\u00e4ldern oder zerst\u00f6rten H\u00e4usern, sondern l\u00e4ngst auch im Alltag einzelner Betriebe. Das zeigt das <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/-Es-geht-an-die-Substanz-Die-lange-Duerre-setzt-dem-Gemeiswierk-von-Marie-Goergen-zu-70543.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">\u201eGem\u00e9iswierk\u201c von Gem\u00fcseg\u00e4rtnerin Marie Goergen in Contern<\/a>. Ihre Regenwasserreserven sind leer, inzwischen muss sie auf Leitungswasser zur\u00fcckgreifen. Ein Teil der Ernte ist verloren, andere Kulturen bringen weniger Ertrag. Schon jetzt wei\u00df die 27-J\u00e4hrige: Ihr Betrieb wird den Umsatz des vergangenen Jahres nicht erreichen. \u201eMan muss sich jetzt f\u00fcr Ma\u00dfnahmen starkmachen. Jetzt protestieren\u201c, sagte sie vergangene Woche im Gespr\u00e4ch mit dem Tageblatt. <\/p>\n<p>Ein paar Kilometer weiter zeigt sich dieselbe Entwicklung auf andere Weise. <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Drei-Monate-ohne-Regen-Wie-der-Parc-Merveilleux-durch-den-Hitzesommer-kommt-70535.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Im Bettemburger Parc Merveilleux bleiben bei gro\u00dfer Hitze die Besucher weg<\/a>. Allein im Juni sagten 18 Schulklassen ihren Besuch ab. Gleichzeitig muss der Park Geld f\u00fcr K\u00fchlung, Schatten, Wasserspender und neue Leitungen ausgeben. <\/p>\n<p>Es reicht nicht, die wirtschaftlichen Folgen der Erderw\u00e4rmung immer wieder abzufedern. Wie teuer die Konsequenzen der Klimakatastrophe werden, zeigt sich momentan auch in Frankreich. Dort sind in diesem Sommer mindestens 120.000 Hektar verbrannt. Eine <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/International\/Kommunen-klagen-ueber-steigende-Kosten-durch-Waldbraende-70569.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Gemeinde im D\u00e9partement Var<\/a> zahlt allein f\u00fcr Versorgung und Unterbringung von 500 Feuerwehrleuten t\u00e4glich bis zu 20.000 Euro. Danach folgen Reparaturen, Wiederaufforstung, Kosten f\u00fcr Infrastruktursch\u00e4den und ausbleibende Tourismuseinnahmen. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            <a href=\"https:\/\/www.eea.europa.eu\/en\/analysis\/indicators\/economic-losses-from-climate-related\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Laut der Europ\u00e4ischen Umweltagentur (EEA)<\/a> haben Wetter- und Klimaextreme zwischen 1980 und 2024 in der EU Sch\u00e4den von 822 Milliarden Euro verursacht. 208 Milliarden davon entfielen allein auf die letzten vier Jahre dieses Zeitraums. Luxemburg lag im <a href=\"https:\/\/www.eea.europa.eu\/en\/europe-environment-2025\/main-report\/economic-losses-per-capita\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Pro-Kopf-Vergleich der EEA<\/a> f\u00fcr den Zeitraum 1980 bis 2023 mit 2.694 Euro sogar auf Platz zwei in Europa \u2013 nur Slowenien war st\u00e4rker betroffen. <\/p>\n<p>Und die Kosten dieses Sommers lassen sich nicht einfach als Folge eines einmaligen Extremjahres abhaken. Seit 1947 haben sich die Luxemburger Sommer um gut 0,4 Grad pro Jahrzehnt erw\u00e4rmt. \u201eWas 1976 ein Jahrhundertsommer war, liegt heute im oberen Normalbereich \u2013 und diese Verschiebung wird sich sehr wahrscheinlich fortsetzen\u201c, sagte <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Unter-der-Hitze-Glocke-So-warm-ist-das-Jahr-2026-in-Luxemburg-tatsaechlich-70488.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Luca Mathias von Meteolux vergangene Woche gegen\u00fcber dem Tageblatt<\/a>. <\/p>\n<p>Der menschengemachte Klimawandel ist da \u2013 und wird richtig teuer. \u201eJetzt muss wirklich etwas passieren\u201c, sagte Gem\u00fcseg\u00e4rtnerin Marie Goergen gegen\u00fcber dem Tageblatt. Sie hat recht. Nat\u00fcrlich kostet es Geld, Emissionen zu senken und sich an ein hei\u00dferes Klima anzupassen. Als Alternative wird oft ein Zustand angenommen, in dem wir dieses Geld einfach behalten k\u00f6nnen. Dieses Szenario gibt es nicht. Wir k\u00f6nnen heute investieren, um die Krise zu begrenzen \u2013 oder morgen wesentlich mehr daf\u00fcr bezahlen, ihre Sch\u00e4den zu reparieren. Sparen k\u00f6nnen wir uns die Rechnung nicht mehr. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die bevorstehende Klimakatastrophe geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Gefahren unseres Jahrhunderts. Klimaschutz und Klimaresilienz kosten Geld. 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