{"id":13170,"date":"2026-08-24T05:02:08","date_gmt":"2026-08-24T05:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/13170\/"},"modified":"2026-08-24T05:02:08","modified_gmt":"2026-08-24T05:02:08","slug":"tageblatt-lu-editorial-warum-luxemburg-genau-jetzt-in-die-zukunft-seiner-landwirtschaft-investieren-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/13170\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Warum Luxemburg genau jetzt in die Zukunft seiner Landwirtschaft investieren muss"},"content":{"rendered":"<p>Auf Luxemburgs Feldern wurde in diesem Sommer sichtbar, was Hitze und anhaltende Trockenheit anrichten k\u00f6nnen. Der Boden ist so ausgetrocknet, dass sich tiefe Risse auftun. Selbst w\u00e4rmeliebende Pflanzen geraten unter Wasser- und Hitzestress. Ertr\u00e4ge stehen infrage. Die Auswirkungen des Klimawandels sind l\u00e4ngst da. <\/p>\n<p>F\u00fcr viele Landwirte geht es dabei um weit mehr als um einen schlechten Sommer. Es geht um ihre wirtschaftliche Existenz \u2013 und zunehmend um die Frage, unter welchen Bedingungen Landwirtschaft in Luxemburg in Zukunft \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich sein wird. <\/p>\n<p>Wie gro\u00df die Sorgen sind, wird in zahlreichen Gespr\u00e4chen des Tageblatt mit der Branche deutlich. Gem\u00fcseb\u00e4uerin Marie Goergen aus Contern gesteht: \u201eRuhig schlafen tue ich schon lange nicht mehr.\u201c Ihr \u201eGem\u00e9iswierk\u201c wurde von der D\u00fcrre hart getroffen \u2013 trotz Sisternen und sparsamen Umgangs mit Wasser. Von der Politik fordert sie vor allem entschlossenes Handeln. \u201eF\u00fcr alle, die Kinder haben, Enkelkinder haben oder noch Kinder bekommen m\u00f6chten \u2013 f\u00fcr die sollte man etwas tun.\u201c <\/p>\n<p>\u201eEin Jahr Trockenheit kann man \u00fcberbr\u00fccken\u201c, sagt Marco Koeune, Pr\u00e4sident der \u201eLandwirtschaftlech Kooperatioun Uewersauer\u201c. Doch er warnt zugleich: \u201eWenn es mehr Jahre werden, wird es schwierig.\u201c Doch die Klimadaten zeigen, dass Trockenheit f\u00fcr Luxemburgs Landwirtschaft zunehmend vom Ausnahmefall zum wiederkehrenden Risiko wird. <\/p>\n<p>Viehbauer Nico Kass sagt in seinem k\u00fcnftig erscheinenden Interview: \u201eWenn wir Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Landwirtschaft wollen und gleichzeitig sagen, Luxemburg sei ein Gr\u00fcnlandstandort, m\u00fcssen wir Wege zur Anpassung finden.\u201c <\/p>\n<p>Genau darin liegt das Problem. Die Luxemburger Landwirtschaft muss sich an ein Klima anpassen, das sich schneller ver\u00e4ndert, als sich ein landwirtschaftlicher Betrieb neu erfinden kann. Und die Bauern k\u00f6nnen diese Anpassung nicht allein stemmen. <\/p>\n<p>Gerade beim Wasser braucht es neue Konzepte. Statt in immer trockeneren Sommern wertvolles und teures Trinkwasser f\u00fcr die Bew\u00e4sserung zu verbrauchen, sollte gepr\u00fcft werden, wo Gemeinden oder der Staat R\u00fcckhaltebecken und \u00f6ffentliche Zisternen schaffen k\u00f6nnen, in denen Regenwasser gesammelt und den landwirtschaftlichen Betrieben zu vertretbaren Preisen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Das vorbildliche <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Gemeinde-Parc-Hosingen-faengt-Regen-und-Schmutzwasser-zur-Bewaesserung-auf-66107.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eWasserpochette\u201c-Pilotprojekt in Hosingen<\/a> zeigt, was m\u00f6glich ist. Und hat bereits die ersten Nachahmer. Wasserversorgung darf in Zukunft nicht erst dann zum Thema werden, wenn die Felder bereits vertrocknen. <\/p>\n<p>Gleichzeitig muss Luxemburg viel konsequenter untersuchen, was auf seinen Feldern unter ver\u00e4nderten klimatischen Bedingungen k\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch wachsen kann. Trockenheitsresistentere Sorten, neue Kulturen, angepasste Fruchtfolgen und Bewirtschaftungsmethoden, die mehr Wasser im Boden halten, m\u00fcssen nicht nur erforscht, sondern gemeinsam mit den Landwirten in der Praxis erprobt und \u2013 dort, wo sie funktionieren \u2013 gezielt gef\u00f6rdert werden. Erste Forschungs- und Praxisprojekte gibt es bereits. <\/p>\n<p>Und es f\u00fchrt kein Weg daran vorbei, beim Klimaschutz endlich R\u00fcckgrat zu zeigen. Es reicht nicht, Klimaschutz in Strategien und Aktionspl\u00e4nen zu zelebrieren, w\u00e4hrend diejenigen, die seine Folgen schon heute auf ihren Feldern erleben, mit der Umsetzung weitgehend alleinbleiben. Wer von den Landwirten verlangt, Emissionen zu reduzieren, B\u00f6den zu sch\u00fctzen, und Wasser sparsamer einzusetzen und gleichzeitig regionale Lebensmittel zu produzieren, muss ihnen auch die Infrastruktur und die finanziellen M\u00f6glichkeiten daf\u00fcr geben. <\/p>\n<p>Denn wer die Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen will, muss heute handeln \u2013 bevor aus vertrockneten Feldern verlorene Existenzen werden. Was dann verloren geht, sind nicht nur einzelne Betriebe. Luxemburg w\u00fcrde St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck auch die F\u00e4higkeit verlieren, einen Teil seiner Lebensmittel selbst zu produzieren. Sp\u00e4testens die Krisen der vergangenen Jahre sollten gezeigt haben, welchen Wert eine funktionierende heimische Landwirtschaft f\u00fcr die Versorgungssicherheit eines Landes hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf Luxemburgs Feldern wurde in diesem Sommer sichtbar, was Hitze und anhaltende Trockenheit anrichten k\u00f6nnen. 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