{"id":13301,"date":"2026-08-26T09:42:10","date_gmt":"2026-08-26T09:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/13301\/"},"modified":"2026-08-26T09:42:10","modified_gmt":"2026-08-26T09:42:10","slug":"tageblatt-lu-toedlicher-unfall-in-kayl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/13301\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | T\u00f6dlicher Unfall in Kayl"},"content":{"rendered":"<p>Ein 26 Jahre alter Autofahrer hat in der Nacht auf Sonntag einen schlimmen Unfall verursacht. Auf dem CR 166 war er von Schifflingen in Richtung Kayl unterwegs, als er kurz vor der Kayler Ortseinfahrt mit seinem Auto einen Jugendlichen erfasste, der auf der Stra\u00dfe ging. Der 16-J\u00e4hrige starb am Sonntag im Krankenhaus. Der Autofahrer setzte nach dem Zusammenprall seine Fahrt fort \u2013 er beging also <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Fahrerflucht-nach-Personenschaden-Hunderte-Faelle-in-Luxemburg-und-nicht-alle-werden-geklaert-80292.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Unfallflucht<\/a>. <\/p>\n<p>  &#13;<\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Jugendlicher-bei-Unfall-zwischen-Schifflingen-und-Kayl-lebensgefaehrlich-verletzt-76531.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive wcms-image-layout wcms-img-fitting-cover wcms-img-aspect-ratio-16-9 wcms-img-object-position-centered\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787737330_525_Die-Polizei-sucht-nach-einer-Kollision-zwischen-einem-Pkw-115325m.jpg\" loading=\"lazy\" title=\"Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fahrer wegen Trunkenheit am Steuer \u2013 und fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung\" alt=\"Die Polizei sucht nach einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Jugendlichen nach Zeugen\" style=\"object-position:27.729885057471264531% 53.639846743295017006%;\"\/>&#13;<br \/>\n            <\/a>&#13;<\/p>\n<p>        &#13;<br \/>\n          T\u00f6dliche Kollision bei Kayl&#13;<br \/>\n          &#13;<\/p>\n<p>    &#13;<\/p>\n<p>Am Montagnachmittag hat die Staatsanwaltschaft Luxemburg ein Statement ver\u00f6ffentlicht. Das Parquet sagt, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen den 26-J\u00e4hrigen eingeleitet hat: wegen Fahrerflucht (\u201ed\u00e9lit de fuite\u201c), fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung im Stra\u00dfenverkehr (\u201ehomicide involontaire en mati\u00e8re de circulation\u201c), Trunkenheit am Steuer (\u201econduite en \u00e9tat d\u2019ivresse\u201c) und unterlassener Hilfeleistung (non-assistance \u00e0 personne en danger). <\/p>\n<p>Wie geht die Justiz jetzt weiter vor, was sagen die Luxemburger Gesetze \u2013 und was droht dem Fahrer? Dar\u00fcber haben wir mit dem Anwalt Laurent Ries gesprochen. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\">Zur Person <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bild-120712.jpg\" title=\"Fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung, Fahrerflucht, Alkohol: Luxemburger Anwalt erkl\u00e4rt drohende Strafen \" alt=\"Fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung, Fahrerflucht, Alkohol: Luxemburger Anwalt erkl\u00e4rt drohende Strafen \" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:50% 50.002512057877815721%;\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption-credit\">&#13;<br \/>\n                    Foto: privat&#13;\n                  <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Laurent Ries(61) ist Rechtsanwalt mit einer Kanzlei in Luxemburg-Stadt. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Tageblatt: Herr Ries, der mutma\u00dfliche Verursacher des schweren Unfalls bei Kayl ist nach dem Zusammensto\u00df offenbar weitergefahren. Ein klassischer Fall von Fahrerflucht? <\/p>\n<p>Laurent Ries: Da sind Sie nicht nur bei Fahrerflucht, da sind Sie bei fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung. Fahrerflucht ist eine Sache, da liegt die H\u00f6chststrafe bei bis zu drei Jahren Gef\u00e4ngnis. Aber hier hat jemand einen Toten auf dem Gewissen. Es ist eine Sache, wenn Sie mit Ihrem Auto beim Ausparken den Blinker eines anderen Wagens verkratzen. Dann ist das Fahrerflucht. Wenn Sie aber jemanden t\u00f6ten im Stra\u00dfenverkehr \u2013 auch ohne es zu wollen, also unwillk\u00fcrlich \u2013, dann liegt die H\u00f6chststrafe bei f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis, wenn der Fahrer gefl\u00fcchtet ist. Bei Verletzungen sind es drei Jahre. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Wie wird die Unfallflucht in diesem Fall vom Gesetz bewertet? <\/p>\n<p>Die Artikel 58 bis 62 des Strafgesetzbuches er\u00f6rtern den \u201econcours r\u00e9el\u201c sowie den \u201econcours id\u00e9al\u201c. Das bedeutet: Wenn es zu einem Zeitpunkt mehrere Straftaten gibt \u2013 wie hier T\u00f6tung im Stra\u00dfenverkehr, Fahrerflucht, Trunkenheit am Steuer und unterlassene Hilfeleistung \u2013, wird die Strafe f\u00fcr das Delikt ausgesprochen, das am schwersten wiegt. In diesem Fall hei\u00dft das: Ob der Fahrer stehen geblieben ist oder nicht, \u00e4ndert zun\u00e4chst nichts an der Sache, nur am Strafma\u00df. Die schlimmere Tat wird bestraft \u2013 und die hei\u00dft T\u00f6tung im Stra\u00dfenverkehr und nicht Fahrerflucht oder Trunkenheit am Steuer. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Was, wenn der Fahrer stehen geblieben w\u00e4re und keine Fahrerflucht begangen h\u00e4tte? <\/p>\n<p>Wenn er stehen geblieben w\u00e4re, w\u00e4re es immer noch eine T\u00f6tung, aber es w\u00fcrde nicht das volle Ma\u00df angewandt werden. Und wenn gar keine weitere Zuwiderhandlung vorliegt \u2013 also weder Unfallflucht noch Alkohol noch \u00fcberh\u00f6hte Geschwindigkeit \u2013, liegt die H\u00f6chststrafe bei zwei Jahren. Die muss aber nicht verh\u00e4ngt werden. Ein Beispiel: Sie kommen von der Arbeit, es ist dichter Nebel. Sie fahren jemanden an, der betrunken auf der Stra\u00dfe torkelt. Sie halten an, aber die Person stirbt. Da gibt es vielleicht ein bis sechs Monate Gef\u00e4ngnis auf Bew\u00e4hrung oder sogar nur eine Geldbu\u00dfe. Wenn aber eine Unfallflucht vorliegt, dann wird das Strafma\u00df automatisch auf f\u00fcnf Jahre angehoben. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Wie spielt der m\u00f6gliche Alkoholkonsum des Fahrers bei Gericht eine Rolle? Kann er sagen, er hat den Unfall aufgrund des Alkoholkonsums nicht gemerkt, war \u201eunzurechnungsf\u00e4hig\u201c?  <\/p>\n<p>Nein. Das war fr\u00fcher ein bisschen anders, aber heutzutage ist das einfach falsch. Wenn ich etwas getrunken habe, dann habe ich mich bewusst und gewollt in diesen Zustand versetzt. Und ich bleibe umso mehr daf\u00fcr verantwortlich, weil ich das geplant habe. Ich muss doch wissen, dass ich nicht mehr ordentlich fahren kann, wenn ich zehn Bier getrunken habe. Mit dieser Masche \u201eteilweise unzurechnungsf\u00e4hig wegen Alkohol\u201c ist es definitiv vorbei. Sp\u00e4testens seit dem Zeitalter der drastischen Zunahme des Verkehrs und von alkoholisierten Fahrern und Rasern in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren. Die Richter erkennen Alkohol als \u201eteilmildernd\u201c nicht mehr an und erh\u00f6hen die Strafen noch drastisch. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Was bedeutet der Alkohol f\u00fcr das Strafma\u00df?  <\/p>\n<p>Wenn er weitergefahren ist und auch noch Alkohol getrunken hatte, dann kann das volle Strafma\u00df zur Geltung gebracht werden. Fahrerflucht plus Alkohol plus T\u00f6tung: Das ist das H\u00f6chste. Wer mit Alkohol Auto f\u00e4hrt, gef\u00e4hrdet vors\u00e4tzlich andere und nicht nur sich selbst. Denn der Fahrer hat sich vors\u00e4tzlich in diesen Zustand versetzt. Das ist keine Ausrede, sondern verschlimmert die Situation. Und wie gesagt: Wir sind hier auch nicht mehr bei einer Handlung, die ungewollt den Tod eines anderen Menschen verursacht hat, was ein H\u00f6chststrafma\u00df von zwei Jahren bedeuten w\u00fcrde. Sondern bei Tod im Stra\u00dfenverkehr. Da liegt die H\u00f6chststrafe bei f\u00fcnf Jahren, auch wenn es unwillk\u00fcrlich war. Weil die Tat in Zusammenhang mit einer Zuwiderhandlung gegen die \u00f6ffentliche Stra\u00dfenverkehrsordnung geschah. Wenn der Fahrer betrunken ist, dann l\u00e4uft es bei einem Todesfall oder einer Verletzung auf drei bis f\u00fcnf Jahre Freiheitsentzug hinaus. Auch, wenn er stehen geblieben ist. Davon kann man ausgehen, so weit eine Zuwiderhandlung wie Alkohol im Spiel ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein 26 Jahre alter Autofahrer hat in der Nacht auf Sonntag einen schlimmen Unfall verursacht. 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