{"id":1879,"date":"2026-03-01T20:34:07","date_gmt":"2026-03-01T20:34:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/1879\/"},"modified":"2026-03-01T20:34:07","modified_gmt":"2026-03-01T20:34:07","slug":"tageblatt-lu-krieg-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/1879\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Krieg im Iran"},"content":{"rendered":"<p>Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran hat sich nach Darstellung der Luxemburger Regierung l\u00e4ngst \u00fcber Iran hinaus in die Region ausgedehnt. Au\u00dfenminister Xavier Bettel (DP) sagte am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz, dass er am Wochenende in Kontakt mit den Au\u00dfenministern von Katar, Jordanien, Saudi-Arabien und den Emiraten gestanden habe. Alle diese L\u00e4nder wurden in den letzten Stunden von iranischen Raketen getroffen. <\/p>\n<p>Im Rat der EU-Au\u00dfenminister habe es auf Initiative der EU-Au\u00dfenbeauftragten Kaja Kallas Gespr\u00e4che gegeben, eine gemeinsame europ\u00e4ische Position werde jedoch von Budapest blockiert. In einer Lage, in der sich \u201eheute etwas sagen l\u00e4sst und morgen schon wieder etwas anderes gilt\u201c, gehe es nun auch ganz konkret darum, Luxemburger aus der Region in Sicherheit zu bringen. <\/p>\n<p>Andr\u00e9 Biever, Direktor f\u00fcr konsularische Angelegenheiten im Au\u00dfenministerium, bezifferte die Zahl der Luxemburger im Nahen Osten auf rund 300. Zugleich seien etwa 500 Luxair-Kunden von dem Krieg insofern betroffen, dass sie nicht mehr ausreisen k\u00f6nnen. Das Problem: Der Luftraum ist in weiten Teilen gesperrt, die Ausreise sei \u201enicht einfach\u201c. Laut Biever sei nur der Raum \u00fcber dem Oman noch offen, doch auch dort habe es wegen amerikanischer Milit\u00e4rbasen Angriffe gegeben. Die Situation k\u00f6nne sich also jederzeit \u00e4ndern. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            \u201eZiemlich pragmatische Luxemburger\u201c <\/p>\n<p>Im Au\u00dfenministerium wurde eine Krisenzelle eingerichtet, die konsularische Assistenz sei erreichbar. Laut Biever habe man bereits rund 160 Luxemburger vor Ort kontaktiert. Viele Betroffene reagierten \u201eziemlich pragmatisch\u201c. Die Botschaft der Beh\u00f6rden bleibt jedoch klar: Keine Aktionen, die unn\u00f6tige Risiken erh\u00f6hen. Wer in den Golfstaaten oder der weiteren Krisenregion festsitzt, solle dort bleiben, wo er ist, die Anweisungen der lokalen Beh\u00f6rden befolgen und sich laufend informieren. <\/p>\n<p>Aus den Emiraten habe man zudem das Signal erhalten, dass Reisende vorerst in ihren Hotels bleiben k\u00f6nnten. Biever fasst die Lage drastisch zusammen: Nicht versuchen, jetzt um jeden Preis wegzukommen \u2013 der sicherste Ort sei aktuell das Hotel. Biever r\u00e4t unterdessen dringend allen Luxemburgern im Ausland, sich bei LamA zu registrieren. Dieser Dienst des Au\u00dfenministeriums soll es der Regierung erm\u00f6glichen, Luxemburger in Not rasch zu kontaktieren und ihre R\u00fcckf\u00fchrung zu organisieren. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\">Was ist LamA? <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">LamA ist die Reiseplattform des luxemburgischen Staates (guichet.lu\/lama), auf der B\u00fcrger ihren Aufenthalt im Ausland registrieren k\u00f6nnen. Das erleichtert dem konsularischen Dienst im Krisenfall die Kontaktaufnahme und die Einsch\u00e4tzung, wer wo Hilfe braucht \u2013 besonders wichtig auch f\u00fcr Reisende, die nicht mit Luxair fliegen, sondern etwa \u00fcber andere Airlines oder Drehkreuze in der Region unterwegs sind. <\/p>\n<p>Luxair bucht Hotelzimmer f\u00fcr Kunden <\/p>\n<p>Parallel dazu steht Luxair in engem Kontakt mit Passagieren, die insbesondere in Abu Dhabi festsitzen. CEO Gilles Feith sagte, die Unsicherheit sei gro\u00df, die Airline halte aber \u201epermanent\u201c Verbindung zu den Menschen vor Ort und stehe im Austausch mit der Regierung. Feith lobte ausdr\u00fccklich die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den \u00f6ffentlichen Stellen, aber auch die Solidarit\u00e4t der Luxair-Mitarbeiter, von denen am Wochenende \u00fcber 100 freiwillig gearbeitet h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Am Samstag sei ein Flug aus Sicherheitsgr\u00fcnden umgedreht worden. Feith betont, die Sicherheit von Passagieren und Crews habe absolute Priorit\u00e4t. F\u00fcr den 3. und 4. M\u00e4rz wurden geplante Fl\u00fcge annulliert. Der Luxair-CEO verwies auf klare Vorgaben der europ\u00e4ischen Luftfahrtbeh\u00f6rde EASA: Europ\u00e4ische Airlines wird derzeit davon abgeraten, in den Luftraum im nahen Osten einzufliegen. Betroffene Passagiere sollten ihre Aufenthalte mindestens bis zum 5. M\u00e4rz verl\u00e4ngern. <\/p>\n<p>Wer bis zum 8. M\u00e4rz gebucht habe, k\u00f6nne umbuchen. Bei Pauschalreisen sei auch ein Wechsel des Reiseziels m\u00f6glich. Luxair habe eine Notfall-Hotline sowie eine E-Mail-Adresse eingerichtet.  <\/p>\n<p>Evakuierungsfl\u00fcge bereite Luxair zwar vor, sie k\u00e4men aber nur infrage, wenn der Luftraum wieder \u00f6ffne und die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden gr\u00fcnes Licht g\u00e4ben. Feith betonte zudem, man w\u00fcrde sich an einer europ\u00e4ischen L\u00f6sung beteiligen, falls EU-Partner koordinierte R\u00fcckholma\u00dfnahmen aufsetzen. Sobald der Luftverkehr wieder anlaufe, rechne man zudem mit \u201eRipple Effects\u201c: Versp\u00e4tungen und Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse m\u00fcssten erst abgearbeitet werden. Die Luxair habe deshalb auch 50 Hotelzimmer in den Emiraten gebucht, um die Reisenden unterzubringen. <\/p>\n<p>Lage bleibt heikel <\/p>\n<p>Politisch bleibt die Lage laut Bettel brandgef\u00e4hrlich. Er betonte, niemand weine dem get\u00f6teten Ali Khamenei nach. Iran sei mit seinem Raketen- und Nuklearprogramm eine Bedrohung und unterst\u00fctze zudem Russland im Krieg gegen die Ukraine. Gleichzeitig st\u00fcnden die Angriffe der USA und Israels aus seiner Sicht nicht im Einklang mit dem internationalen Recht. Wie es weitergehe, sei offen: Ob die Revolutionsgarden an der Macht blieben, wisse niemand, und es gebe \u201egenug Fanatiker auf der Ersatzbank\u201c. <\/p>\n<p>Die iranischen Vergeltungsschl\u00e4ge gegen Nachbarl\u00e4nder seien inakzeptabel und zielten darauf, Chaos zu schaffen. Das Ziel sei es, die Eskalationsspirale so weit zu drehen, dass Israel und die USA dem internationalen Druck nachgeben m\u00fcssen. In genau diesem Spannungsfeld versuche Luxemburg, die eigenen B\u00fcrger zu versorgen, sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone herauszuhalten und zugleich diplomatisch f\u00fcr Deeskalation zu werben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran hat sich nach Darstellung der Luxemburger Regierung l\u00e4ngst \u00fcber Iran&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1880,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[504,503,505,29,506,5,11,502],"class_list":{"0":"post-1879","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-luxemburg","8":"tag-auenministerium","9":"tag-gilles-feith","10":"tag-iran","11":"tag-israel","12":"tag-krieg","13":"tag-luxemburg","14":"tag-usa","15":"tag-xavier-bettel"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1879","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1879"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1879\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1879"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1879"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1879"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}