{"id":3021,"date":"2026-03-13T05:47:06","date_gmt":"2026-03-13T05:47:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3021\/"},"modified":"2026-03-13T05:47:06","modified_gmt":"2026-03-13T05:47:06","slug":"tageblatt-lu-editorial-danke-amnesty-der-mediepraeis-ist-toll-doch-luxemburg-braucht-mehr-journalismuspreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3021\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Danke, Amnesty! Der \u201eMediepr\u00e4is\u201c ist toll \u2013 doch Luxemburg braucht mehr Journalismuspreise"},"content":{"rendered":"<p>And the winner is \u2026? Am Dienstagabend wurde der \u201eAmnesty Mediepr\u00e4is\u201c erneut von Amnesty International Luxembourg verliehen. In mehreren Kategorien werden dabei besondere journalistische Leistungen ausgezeichnet. Im Mittelpunkt der Arbeiten sollten, nicht verwunderlich bei Amnesty, die Menschenrechte stehen. Auch das Tageblatt z\u00e4hlte in diesem Jahr mit Stefan Kunzmann als \u201eCoup de coeur\u201c der Jury und Isabel Spigarelli unter den Nominierten zu den Pr\u00e4mierten in der Sparte \u201ePresse \u00e9crite\u201c. Ebenfalls geehrt wurden Woxx, Land, RTL, Wort und Journal. Der \u201eMediepr\u00e4is\u201c-Abend lenkt damit auch den Blick auf die Qualit\u00e4t des Journalismus, der in diesem kleinen Land gemacht wird. <\/p>\n<p>Ich selbst habe den \u201eMediepr\u00e4is\u201c im Jahr 2018 gewonnen. Meine Einreichung war bestimmt nicht schlecht. Gegen die Qualit\u00e4t, die heute abgeliefert wird, h\u00e4tte sie aber kaum eine Chance gehabt. Das zeigt, wie schnell sich der Journalismus hierzulande in Bezug auf Qualit\u00e4t und Vielfalt entwickelt. Auch das zeigt der \u201eMediepr\u00e4is\u201c jedes Jahr aufs Neue. Deswegen: Danke, Amnesty! Auch weil ihr die Einzigen seid, die so etwas in Luxemburg tun: einen Journalismuspreis ausrufen. <\/p>\n<p>Doch genau das ist es, was etwas schade ist. <\/p>\n<p>Dass es nur einen Preis f\u00fcr Journalismus gibt, passt nicht zur medialen Vielfalt und der journalistischen Qualit\u00e4t, die in diesem Land in mehreren Sprachen und zahlreichen verschiedenen Formaten angeboten werden. Ein paar mehr Preise f\u00fcr journalistische Leistung und Exzellenz w\u00fcrden nicht nur der Branche guttun. Dass Amnesty seinen \u201eMediepr\u00e4is\u201c auslobt, f\u00e4rbt auch positiv auf die Nichtregierungsorganisation ab. Nahezu alle Medien berichten \u00fcber den Preis \u2013 das verleiht dem Organisator nicht nur Sichtbarkeit, sondern st\u00e4rkt auch seine Glaubw\u00fcrdigkeit. Preise f\u00fcr Journalismus stellen damit vor allem eines her: eine Win-win-Situation f\u00fcr den Initiator und f\u00fcr die Medienbranche beziehungsweise die Journalistinnen und Journalisten. <\/p>\n<p>Doch f\u00fcr Amnesty bedeutet ein solcher Preis eine nicht zu untersch\u00e4tzende Anstrengung. Auch finanzieller Natur. Selbst wenn im Fall des \u201eMediepr\u00e4is\u201c keine Preisgelder ausgesch\u00fcttet werden und die Jury ehrenamtlich arbeitet. Schlie\u00dflich muss eine solche Preisverleihung organisiert werden, was immer mit Arbeitsaufwand und Kosten einhergeht. <\/p>\n<p>So stellt sich recht bald die Frage: Wenn Amnesty das kann, warum nicht auch andere? Nur um einige Beispiele zu nennen: Warum machen die Industriellenvereinigung Fedil, die Bankenlobbyisten von der ABBL oder die Handelskammer das nicht, etwa f\u00fcr Finanz- oder Wirtschaftsjournalismus? Oder das Gemeindesyndikat Syvicol f\u00fcr Lokaljournalismus? Das Nationale Olympische Komitee COSL f\u00fcr exzellenten Sportjournalismus? Immer mit neutralen, unabh\u00e4ngigen Jurys, aber das versteht sich ja von selbst. Solche Initiativen w\u00fcrden neue Ber\u00fchrungspunkte schaffen, den Journalismus und damit die Demokratie st\u00e4rken. Damit w\u00e4re auch die eingangs gestellte Frage beantwortet: And the winner is \u2026 wir alle. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"And the winner is \u2026? Am Dienstagabend wurde der \u201eAmnesty Mediepr\u00e4is\u201c erneut von Amnesty International Luxembourg verliehen. 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