{"id":3413,"date":"2026-03-17T18:26:41","date_gmt":"2026-03-17T18:26:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3413\/"},"modified":"2026-03-17T18:26:41","modified_gmt":"2026-03-17T18:26:41","slug":"kirchenaustritt-ist-noch-kein-kuendigungsgrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3413\/","title":{"rendered":"Kirchenaustritt ist noch kein K\u00fcndigungsgrund"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Luxemburg. Eine katholische Schwangerschaftsberatung darf einer Mitarbeiterin wegen ihres Austritts aus der katholischen Kirche nicht ohne Weiteres k\u00fcndigen. Es stelle eine unzul\u00e4ssige Diskriminierung wegen der Religion dar, wenn eine Mitarbeiterin wegen ihres Kirchenaustritts gek\u00fcndigt wird, andere, nicht der katholischen Kirche angeh\u00f6rende Mitarbeitende aber nicht, so jetzt der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.<\/p>\n<p>Im aktuellen Fall arbeitete die klagende Sozialp\u00e4dagogin in einer Schwangerschaftsberatungsstelle in der Di\u00f6zese Limburg. Als sie w\u00e4hrend ihrer Elternzeit aus der katholischen Kirche austrat, begr\u00fcndete sie dies gegen\u00fcber ihrer katholischen Arbeitgeberin mit dem von der Di\u00f6zese erhobenen \u201ebesonderen Kirchgeld\u201c. Dieses wird von Katholiken verlangt, die mit einem besonders gut verdienenden konfessionslosen oder andersgl\u00e4ubigen Partner verheiratet sind.<\/p>\n<p>Mit dem Ende ihrer Elternzeit erhielt sie die fristlose, hilfsweise ordentliche K\u00fcndigung. Begr\u00fcndung: Mit dem Kirchenaustritt habe sich die Frau illoyal und aktiv gegen die katholischen Werte gestellt. Diese m\u00fcssten in der Beratungst\u00e4tigkeit aber vertreten werden k\u00f6nnen. Die Sozialp\u00e4dagogin erhob K\u00fcndigungsschutzklage und bestritt illoyales Verhalten. Sie sei bei ihrer \u201ekonfessionsneutralen\u201c T\u00e4tigkeit weiterhin dem ungeborenen Leben verpflichtet. Au\u00dferdem gebe es Kolleginnen, die der evangelischen Kirche angeh\u00f6rten, aber nicht gek\u00fcndigt worden seien.<\/p>\n<p>                Lesen sie auch<\/p>\n<p>  &#13;<br \/>\n    &#13;<br \/>\n      Diskriminierung aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden?&#13;<br \/>\n      &#13;<\/p>\n<p>          Kirchenmitgliedschaft f\u00fcr Beratung \u201enicht wesentlich\u201c<\/p>\n<p>Das Bundesarbeitsgericht legte das Verfahren dem EuGH zur Pr\u00fcfung vor. Der urteilte nun, dass eine katholische Einrichtung einer Mitarbeiterin nicht allein wegen ihres Austritts aus der katholischen Kirche einfach k\u00fcndigen darf. Die K\u00fcndigung sei erst zul\u00e4ssig, wenn die Kirchenmitgliedschaft eine berufliche Anforderung f\u00fcr die Aus\u00fcbung der T\u00e4tigkeit darstellt und diese \u201ein Anbetracht des Ethos dieser Einrichtung wesentlich, rechtm\u00e4\u00dfig und gerechtfertigt ist\u201c.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber m\u00fcsse letztlich das BAG entscheiden. Allerdings sei hier nicht ersichtlich, dass die Anforderung einer Mitgliedschaft in der katholischen Kirche \u201ef\u00fcr die T\u00e4tigkeit einer Schwangerschaftsberaterin \u201awesentlich\u2018 ist\u201c. Denn dort w\u00fcrden auch andere, nicht der katholischen Kirche zugeh\u00f6rige Mitarbeiterinnen arbeiten. Zudem habe die Kl\u00e4gerin betont, dass sie nur aus finanziellen Gr\u00fcnden aus der Kirche ausgetreten sei, nicht aber, weil sie sich von den Grundwerten der katholischen Kirche distanziert oder abgewandt h\u00e4tte. (fl)<\/p>\n<p>Europ\u00e4ischer Gerichtshof, Az.: C-258\/24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Luxemburg. 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