{"id":3533,"date":"2026-03-19T04:08:13","date_gmt":"2026-03-19T04:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3533\/"},"modified":"2026-03-19T04:08:13","modified_gmt":"2026-03-19T04:08:13","slug":"tageblatt-lu-europaeische-aufsichtsbehoerde-finanzministerium-warum-luxemburg-auf-eine-dezentralisierung-besteht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/3533\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Europ\u00e4ische Aufsichtsbeh\u00f6rde | Finanzministerium: Warum Luxemburg auf eine Dezentralisierung besteht"},"content":{"rendered":"<p>Die Diskussion l\u00e4uft bereits seit Jahren, aber sie wird dr\u00e4ngender: Gro\u00dfe L\u00e4nder wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Nachrichten\/Sam-Tanson-wuenscht-dringende-Antwort-zu-EU-Plaenen-zum-Kapitalmarkt-48469.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">dr\u00e4ngen derzeit auf Fortschritte<\/a>. Aktueller Streitpunkt ist vor allem die Frage, ob die Aufsicht \u00fcber die europ\u00e4ischen Kapitalm\u00e4rkte k\u00fcnftig zentral bei der European Securities and Markets Authority (ESMA) in Paris angesiedelt werden soll. <\/p>\n<p>\u201eLuxemburg ist ein starker Unterst\u00fctzer der EU-Spar- und Investitionsunion\u201c, sagt das Finanzministerium auf Tageblatt-Nachfrage zu den Hintergr\u00fcnden. \u201eHier geht es darum, die EU-Kapitalm\u00e4rkte zu vertiefen, die Finanzierung unserer Betriebe zu f\u00f6rdern und somit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Innovation und damit Wachstum zu f\u00f6rdern.\u201c Eine unausweichliche Voraussetzung zum Erreichen dieser Ziele seien der Abbau von B\u00fcrokratie und die Vereinfachung unserer Regeln. <\/p>\n<p>Es gibt jedoch einige, die als Teil der Spar- und Investitionsunion auf eine zentrale Aufsicht durch die ESMA pochen, so das Luxemburger Finanzministerium zum Kern der aktuellen Meinungsunterschiede. \u201eDie Erfahrung in Bereichen, in denen es zentrale EU-Aufsicht gibt, zeigt, dass diese zu mehr Komplexit\u00e4t, mehr B\u00fcrokratie, mehr Kosten und langsameren Prozessen f\u00fchrt. Kurz, alles, was es nicht braucht, um wettbewerbsf\u00e4hig zu werden.\u201c Dies bedeute, dass es weniger Finanzierung, weniger Innovation und weniger Wachstum geben w\u00fcrde. \u201eUnd vor allem auch, dass Finanzdienstleistungen f\u00fcr EU-B\u00fcrger teurer werden. Luxemburg wehrt sich dagegen. Zusammen mit vielen anderen L\u00e4ndern.\u201c <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Keine L\u00f6sung f\u00fcr bestehende Probleme <\/p>\n<p>Hinzu komme, dass eine ESMA-Aufsicht keines jener Probleme l\u00f6sen w\u00fcrde, die zu einer Fragmentierung der Kapitalm\u00e4rkte f\u00fchren, schreibt das Ministerium weiter. Hier gehe es beispielsweise um unterschiedliche Gesetzgebungen im Bereich der Insolvenz von Betrieben, bei der Besteuerung, beim Konsumentenschutz, beim Gesellschaftsrecht, usw. In all diesen Bereichen habe die ESMA aber keine Befugnisse. Eine zentrale EU-Beh\u00f6rde w\u00e4re demnach handlungsunf\u00e4hig. <\/p>\n<p>Luxemburg sei derweil \u00fcberzeugt, dass sich die Arbeiten auf EU-Ebene auf Ma\u00dfnahmen konzentrieren sollten, die unmittelbare Ergebnisse liefern k\u00f6nnen und im Einklang mit den vorgegebenen Zielen stehen, so das Ministerium. Luxemburg setze sich daher lieber daf\u00fcr ein, dass H\u00fcrden, die zu einer EU-internen Fragmentierung f\u00fchren, erfasst und abgebaut werden. <\/p>\n<p>Auch stehe Luxemburg innerhalb Europas nicht alleine da, unterstreicht das Ministerium. \u201eAuf die Frage einer zentralen Aufsicht durch die ESMA gibt es keine Einigkeit. Es gibt aber nur wenige, die diese wirklich wollen und aktiv einfordern.\u201c Auch in der gemeinsamen Stellungnahme der E6-Staaten, die deutlich hinter dem Kommissionsvorschlag zur\u00fcckbleibe, zeige sich \u201ekaum Appetit f\u00fcr eine zentrale Aufsicht\u201c. ESMA werde als Aufsichtsbeh\u00f6rde hier \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnt. <\/p>\n<p>Luxemburg teile die Ansicht, dass man schnell weiterkommen m\u00fcsse. \u201eAber man muss die richtigen Akzente setzen. Wir werden weiter mit den anderen Mitgliedstaaten daran arbeiten, um dies zu erreichen.\u201c <\/p>\n<p>\u201eKaum Appetit f\u00fcr eine zentrale Aufsicht\u201c <\/p>\n<p>Bef\u00fcrchten m\u00fcsse man, wenn Luxemburg \u00fcberstimmt werden w\u00fcrde, \u201emehr B\u00fcrokratie, mehr Komplexit\u00e4t, mehr Kosten und weniger Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u201c, so das Ministerium. Das w\u00e4re eine schlechte Nachricht f\u00fcr die EU insgesamt, f\u00fcr die B\u00fcrger, f\u00fcr die Betriebe und f\u00fcr die Finanzindustrie. \u201eDie EU darf in Sachen Wettbewerb, Innovation und Wachstum nicht weiter von anderen Teilen der Welt abgeh\u00e4ngt werden.\u201c <\/p>\n<p>Mit Sorge auf die Vorst\u00f6\u00dfe aus Paris blickt unter anderem der Luxemburger Investmentfondsverband ALFI. \u201eDas k\u00f6nne die gesamte Branche schw\u00e4chen\u201c, warnte <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Luxemburger-Fondsbranche-warnt-vor-Paris-und-dem-Versagen-der-Altersvorsorge-25051.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Serge Weyland vor einigen Wochen<\/a>. Heute sei der europ\u00e4ische Fondssektor sehr divers und innovativ, mit unterschiedlicher Expertise an verschiedenen Standorten, doch eine Zentralisierung w\u00e4re schlecht f\u00fcr die Innovation. Getrieben sei das Ganze stark vom franz\u00f6sischen Nationalinteresse. Frankreich hofft, mehr Gesch\u00e4ft f\u00fcr sich zu gewinnen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Wirtschaft des Landes spielt <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Luxemburger-Fonds-verwalten-erstmals-mehr-als-6000-Milliarden-Euro-4391.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">die Branche, die die ALFI vertritt<\/a>, eine \u00fcberaus wichtige Rolle. Der Bereich steht f\u00fcr rund 15.000 Jobs und j\u00e4hrliche Steuerzahlungen von weit mehr als einer Milliarde Euro. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Diskussion l\u00e4uft bereits seit Jahren, aber sie wird dr\u00e4ngender: Gro\u00dfe L\u00e4nder wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3534,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[653,270,750,5],"class_list":{"0":"post-3533","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-luxemburg","8":"tag-esma","9":"tag-europische-union","10":"tag-kapitalmarkt","11":"tag-luxemburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116253878074969493","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3533"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3533\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}