{"id":4307,"date":"2026-03-26T19:18:34","date_gmt":"2026-03-26T19:18:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/4307\/"},"modified":"2026-03-26T19:18:34","modified_gmt":"2026-03-26T19:18:34","slug":"tageblatt-lu-neue-ausstellung-vu-lilien-a-linnen-beleuchtet-jugendstil-handwerk-und-kunst-in-luxemburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/4307\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Neue Ausstellung | \u201eVu Lilien a Linnen\u201c beleuchtet Jugendstil, Handwerk und Kunst in Luxemburg"},"content":{"rendered":"<p>\u201eJugendstil oder Art nouveau\u201c hei\u00dft die Schl\u00fcsselfrage eingangs der Schau \u201eVu Lilien a Linnen\u201c. \u201eJugendstil\u201c, ein Name, der Programm war und erstmals 1897 in Leipzig verwendet wurde. Er bezieht sich auf die Zeitschrift \u201eJugend\u201c, die \u201eeine stilistische Abkehr von dem in Traditionen verhafteten Historismus\u201c forderte und sich an eine Bewegung mit \u201eeiner Aufbruchstimmung, einer Erneuerung und zugleich mit der Ablehnung des Einflusses der Industrialisierung auf die Kunst und das Kunsthandwerk\u201c lehnte. <\/p>\n<p>Der Name zeugte gleichfalls von der engen Verkn\u00fcpfung dieser Kunstrichtung mit gesellschaftlichen Fragen. Der franz\u00f6sische Name \u201eArt nouveau\u201c hingegen \u00fcbertrug sich \u201evon der Pariser Galerie \u201aH\u00f4tel de l\u2019Art nouveau\u2018 des Hamburgers Samuel Bing (1828-1905) auf die neue Stilrichtung, deren Werke man dort sehen und erwerben konnte\u201c. \u201eSuche nach neuen dekorativen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten\u201c auf deutscher Seite und \u201eVorstellungen von moderner Kunst und Kunsthandwerk, gepr\u00e4gt von kreativen Gestaltungsideen aus aller Welt\u201c auf der franz\u00f6sischen Seite. Diese Stimmungen fanden ihren Niederschlag in der Kunstszene und dar\u00fcber hinaus um 1900 auch in Luxemburg, das stets Einfl\u00fcssen von au\u00dfen ausgesetzt war und bleibt. Von diesen Anf\u00e4ngen und Auspr\u00e4gungen zeugt die aktuelle Ausstellung im MNAHA, die von einem interessanten Konferenzprogramm begleitet wird. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Ann\u00e4herung von Handwerk und Kunst <\/p>\n<p>Die neuen Ideen kombinierten sich hierzulande auch dank einer zeitlichen F\u00fcgung: der Gr\u00fcndung des \u201eCercle artistique de Luxembourg\u201c (CAL) 1893, der Einrichtung der \u201eEcole d\u2019artisans de l\u2019Etat\u201c im Jahr 1896 und des Kunstpreises \u201ePrix Grand-Duc Adolphe\u201c, 1902 erstmals ausgeschrieben, sowie dem Einfluss von Antoine Hirsch (1868-1934), dem international erfahrenen Ingenieur, der sowohl die Leitung besagter Schule als auch des Kunstvereins \u00fcbernahm. Um den Verbindungen dieser Elemente nachzugehen, haben die Kuratorinnen Ulrike Degen und Mich\u00e8le Walerich zahlreiche Archive und Nachl\u00e4sse durchforstet und so neben den Objekten aus der Sammlung des Museums diverse Dokumente, Fotos und Exponate, die ihnen als Leihgaben bereitgestellt wurden, zu einer kunsthistorisch feinen und sehenswerten Schau zusammengestellt. <\/p>\n<p>Die auf einer Etage geschickt in Szene gesetzte Ausstellung gliedert sich in zehn Kapitel: Jugendstil und Luxemburg; Handwerk und Kunst im Einklang; Zwischen Tradition und Neuanfang; Neue Zeit, neuer Stil?; Jugendstil im Kleinen; Art nouveau als Gesamtkunstwerk; Leuchtkraft nach innen und au\u00dfen; Kunst f\u00fcr Jedermann; Anregungen aus der Natur; Jugendstil im Stadtbild sowie angewandte und sch\u00f6ne K\u00fcnste. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Die-ikonischen-Ausstellungsplakate-des-CAL-92445.jpg\" title=\"\u201eVu Lilien a Linnen\u201c beleuchtet Jugendstil, Handwerk und Kunst in Luxemburg \" alt=\"Die ikonischen Ausstellungplakate des Cercle artistique de Luxembourg (CAL)\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:48.818901844135339729% 43.585526315789472562%;\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Die ikonischen Ausstellungsplakate des CAL Foto: Tom Lucas<\/p>\n<p>Der Titel \u201eVu Lilien a Linnen\u201c geht wohl auf die Erkenntnis zur\u00fcck, dass sich in dieser Kunstrichtung die Kreativen oft in der Natur inspiriert haben. Schwungvolle Lilien beispielsweise sind ein beliebtes Motiv, andererseits setzen vor allem die Gestaltung von M\u00f6beln und der Entwurf von Geb\u00e4uden auf ein geschicktes Spiel mit Linien. Interessant kombiniert werden auch Stile eher traditioneller Pr\u00e4gung und eine bestimmte Modernit\u00e4t, die sich aus den \u201eW\u00fcnschen\u201c der Auftraggeber so mancher Arbeiten aus dem Bereich \u201eKunsthandwerk\u201c ergibt. <\/p>\n<p>Der erste Aufstellungsraum zeugt mit CAL-Plakaten von Kunstevents, Schmiedekunstarbeiten (Pforten, Blumenl\u00fcster u.a.), mit Blumen aus Porzellan geschm\u00fcckten Vasen, einer um 1900 geschaffenen Marmorskulptur von Jean Mich sowie zwei auf Dominique Lang zur\u00fcckgef\u00fchrten Bildern von dieser Zeit. Wichtige Namen sind Etienne Galowich, Gr\u00fcnder der Kunstschmiede-Sektion der Schule, sowie sein Sch\u00fcler Michel Haagen (1893-1943), dem zahlreiche Werke zu verdanken sind. Er verband auch Glaskunst aus den Ateliers von Auguste und Antonin Daum in seinen Werken, derweil Marcel Langsam (1891-1979) seine Objekte erstmals 1917 in der Salonausstellung pr\u00e4sentierte. Andere K\u00fcnstler und Politiker markierten den m\u00fchsamen, aber erfolgreichen Anerkennungsweg des Jugendstils. <\/p>\n<p>Faszinierende Unikate aller Art <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\">Weitere Infos <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">\u201eVu Lilien a Linnen\u201c, bis 18. Oktober 2026 im MNAHA. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">\u00d6ffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-20 Uhr. Montag geschlossen. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">nationalmusee.lu <\/p>\n<p>Die Palette reicht von einfachen Postkarten zu zahlreichen Anl\u00e4ssen \u00fcber eine Jugendstilpalette aus Zinn oder sorgsam gezeichnete Tageb\u00fccher und Erinnerungsalben bis zu Partituren oder Werbungen aller Art und selbstredend vielen Objekten aus Steingut und Keramik. Zu bewundern gibt es gar ganze Raumw\u00e4nde mit dekorativen Fliesen, Beispiele von Fenstern und Glasmalerei, in natura oder im Rahmen einer Foto- oder Videoshow in situ gezeigt, Zeichnungen und Entw\u00fcrfe von Geb\u00e4uden sowie Fotografien ehemaliger oder noch bestehender H\u00e4user, ein Paravent von Dominique und Paul Lang (um 1900), M\u00f6belst\u00fccke und zum Parcours-Ende Keramikvasen mit Blumenmotiven von Pierre Blanc, entworfen und handgemalt von Antoine Jans, der seit 1895 als Maler f\u00fcr Villeroy &amp; Boch aktiv war. Diese Abteilung ist \u00e4sthetisch-optisch wohl das Sahneh\u00e4ubchen auf der gesamten Jugendstil-Torte, um es mal in B\u00e4cker-Sprache zu formulieren. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Innendekotipps-Stil-20-Jahrhundert-Dieses-sogenannte-92446.jpg\" title=\"\u201eVu Lilien a Linnen\u201c beleuchtet Jugendstil, Handwerk und Kunst in Luxemburg \" alt=\"Innendekotipps, im Stil XX.Jahrhundert: Dieses sogenannte \u201eHerrenzimmer\u201c wurde 1904 von einer Schulklasse der \u00c9cole d\u2018Artisans \u00e0 l\u2018Exposition du M\u00e9tier et de la Petite Industrie gestaltet\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:50.124019809072841269% 50.657894736842102645%;\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Innendekotipps, Stil 20. Jahrhundert: Dieses sogenannte \u201eHerrenzimmer\u201c wurde 1904 von einer Schulklasse der \u201e\u00c9cole d\u2018artisans \u00e0 l\u2018exposition du m\u00e9tier et de la petite industrie\u201c gestaltet Quelle: Archiv des \u201eLyc\u00e9e des arts et m\u00e9tiers\u201c, Luxemburg, Reproduktion: Yvan Klein\/LAM Luxembourg<\/p>\n<p>Die Fotos mit Abbildungen aus der Jugendstil-Architektur in Schwarz-Wei\u00df sowie auf Leuchttafeln auf dem gesamten Gebiet des Gro\u00dfherzogtums sind recht eindrucksvoll. Den Jugendstil nach au\u00dfen und nach innen nach- und vorzuweisen, ist immer wieder Aufgabe von Konferenzen und F\u00fchrungen. Anf\u00e4nge der Jugendstil-Bewegung, deren Auspr\u00e4gungen \u00fcber unsere Grenzen hinaus sowie die Motivation eines passionierten Sammlers geh\u00f6ren neben Ateliers zum Begleitprogramm (Details im Internet). <\/p>\n<p>Angewandte und sch\u00f6ne K\u00fcnste <\/p>\n<p>Neben einem Audioguide haben Besucherinnen und Besucher die M\u00f6glichkeit, sich in einem handlichen Katalog durch die vielseitige Geschichte des Jugendstils in Luxemburg f\u00fchren zu lassen. Schlussfolgernd wird das Dilemma \u201eTraditionsbewusstsein\u201c und \u201eAufgreifen neuartiger Ausdrucksformen\u201c mit dem \u201eZiel, dem Wesen der eigenen Zeit und einer modernen Gesellschaft gerecht zu werden\u201c, eingehend beleuchtet, wobei das Zusammenspiel von Kunst aus Sparten wie Malerei, Bildhauerei, Kunsthandwerk und Architektur im Fokus steht. Dieses Kapitel spricht davon, dass \u201eAlltagsgegenst\u00e4nde zu Kunst werden\u201c und diese Schau eine geschichtliche und kunsthistorische Spurensuche im Interesse der \u201eangewandten und sch\u00f6nen K\u00fcnste\u201c sein und das Publikum zu \u201eJugendstil\u201c und \u201eArt nouveau\u201c in Luxemburg leiten soll. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eJugendstil oder Art nouveau\u201c hei\u00dft die Schl\u00fcsselfrage eingangs der Schau \u201eVu Lilien a Linnen\u201c. \u201eJugendstil\u201c, ein Name, der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4308,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[388,907,5,905,906],"class_list":{"0":"post-4307","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-luxemburg","8":"tag-ausstellung","9":"tag-kunstecke","10":"tag-luxemburg","11":"tag-mnaha","12":"tag-vu-lilien-a-linnen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116297092439396002","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4307\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}