{"id":4542,"date":"2026-03-30T09:50:07","date_gmt":"2026-03-30T09:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/4542\/"},"modified":"2026-03-30T09:50:07","modified_gmt":"2026-03-30T09:50:07","slug":"tageblatt-lu-ouschteren-auf-safari-durch-die-hauptstadt-tierische-spurensuche-zwischen-geschichte-spiel-und-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/4542\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Ouschteren | Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Kopfsteinpflaster und Palastmauern beginnt dieser Tage eine Reise, die eher nach Savanne klingt als nach Stadtf\u00fchrung. \u201eSo wie man in Afrika Tiere beobachtet, kann man auch hier eine Safari machen und viele verschiedene Tiere entdecken\u201c, erkl\u00e4rt Stadtf\u00fchrer Patrick Fran\u00e7ois zum Auftakt, eher er die Gruppe vom Knuedler aus durch Gassen, Pl\u00e4tze und Museen f\u00fchrt. Zwei Stunden lang wird Luxemburg-Stadt zum \u201eGro\u00dfstadtdschungel\u201c \u2013 mit L\u00f6wen, F\u00fcchsen und Einh\u00f6rnern, versteckt im Detail der Architektur. Das Tageblatt war am vergangenen Samstag dabei und hat sich selbst auf Spurensuche begeben. <\/p>\n<p>Organisiert vom Luxembourg City Tourist Office, l\u00e4dt die Oster-Safari noch bis Anfang April Familien dazu ein, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu erkunden. Kinder im Alter von vier bis zw\u00f6lf Jahren suchen gemeinsam mit ihren Eltern nach Tieren, die sich in Fassaden, Brunnen oder Skulpturen verstecken. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Tiere erz\u00e4hlen Geschichte <\/p>\n<p>Der Einstieg erfolgt direkt auf dem \u201eKnuedler\u201c. Noch bevor es richtig losgeht, stellt Fran\u00e7ois eine Aufgabe: Drei Tiere sollen auf dem Platz gefunden werden. \u201eSchaut genau hin \u2013 sie sind hier, aber man muss sie entdecken\u201c, sagt er. Die Kinder laufen los, zeigen, diskutieren. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bild-92677.jpg\" title=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition \" alt=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition \" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption-credit\">Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>Die Mischung aus Spiel und Wissen ist bewusst gew\u00e4hlt. Statt trockener Fakten setzt die F\u00fchrung auf Dialog. So zum Beispiel beim ersten Tier, dem L\u00f6wen vor dem Rathaus: Der L\u00f6we steht hier nicht zuf\u00e4llig. Als \u201eK\u00f6nig der Tiere\u201c passt er zu dem Geb\u00e4ude, in dem mit der B\u00fcrgermeisterin die politische Spitze der Stadt arbeitet. Gleichzeitig ist der L\u00f6we ein zentrales Symbol Luxemburgs \u2013 er findet sich auch auf der historischen Flagge des Landes sowie in den Wappen anderer Staaten wieder. \u201eDer L\u00f6we steht f\u00fcr St\u00e4rke\u201c, erkl\u00e4rt Fran\u00e7ois. \u201eAber er ist auch ziemlich faul \u2013 jagen tun n\u00e4mlich die L\u00f6winnen.\u201c Ein Kind wirft sofort ein: \u201eDann frisst er trotzdem zuerst!\u201c \u2013 und liegt damit nicht falsch. <\/p>\n<p>Eine Teilnehmerin, Mutter Lynn, war zun\u00e4chst unsicher, was sie erwartet. \u201eIch wusste ehrlich gesagt nicht genau, worauf ich mich einlasse\u201c, sagt sie. \u201eIch dachte eher, wir gehen einfach alleine auf Suche. Aber dass ein Reisef\u00fchrer dabei ist, gef\u00e4llt mir richtig gut. Es ist eine sch\u00f6ne Art, die Stadt neu zu entdecken. Und die Kinder lernen dabei ganz nebenbei.\u201c Zwischendurch gibt es kleine Pausen und das ein oder andere Schokoladenei \u2013 genug, um die Aufmerksamkeit zu halten, ohne zu \u00fcberfordern. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Der-Fuchs-am-Michel-Lentz-Brunnen-eine-Figur-mit-92678.jpg\" title=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition \" alt=\"Fuchsfigur am Michel-Lentz-Brunnen, inspiriert vom literarischen Werk \u201eRenert\u201c, detailreich und historisch gestaltet\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Der Fuchs am Michel-Lentz-Brunnen: eine Figur mit literarischem Hintergrund \u2013 inspiriert vom \u201eRenert\u201c Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>Die Route f\u00fchrt quer durch die Hauptstadt, vorbei an historischen Orten wie dem Palais, den Kasematten oder entlang der Alzette. Immer wieder werden Tiere zum Ausgangspunkt f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge. <\/p>\n<p>Am Michel-Lentz-Brunnen wird der Fuchs zur literarischen Figur. \u201eDer ,Renert\u2018 war eines der ersten Werke auf Luxemburgisch\u201c, erkl\u00e4rt Fran\u00e7ois. In dieser Geschichte sprechen Tiere wie Menschen und stehen stellvertretend f\u00fcr verschiedene Charaktere der Gesellschaft. \u201eSo konnte der Autor Kritik \u00fcben, ohne jemanden direkt anzugreifen\u201c, sagt er. Auch kleine Anekdoten bleiben h\u00e4ngen. So basiert die Fuchsfigur auf einem ungew\u00f6hnlichen Modell: \u201eDer K\u00fcnstler, der diese Statue angefertigt hat, hat keinen echten Fuchs gefunden, der lange genug stillhielt \u2013 also hat er einfach seinen Hund genommen.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Tradition-zum-Anfassen-Die-bunten-Peckvillercher-gehoeren-92679.jpg\" title=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition \" alt=\"Bunte P\u00e9ckvillercher aus Luxemburg zur Osterzeit, traditionelle handgemachte Osters\u00fc\u00dfigkeiten\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Tradition zum Anfassen: Die bunten \u201eP\u00e9ckvillercher\u201c geh\u00f6ren zur Osterzeit in Luxemburg einfach dazu Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>Zentrales Element der Safari ist das \u201eP\u00e9ckvillchen\u201c, die allseits bekannte handgefertigte Tonpfeife in Vogelform. Immer wieder sto\u00dfen die Kinder auf K\u00f6rbchen mit den bunten Figuren. \u201eDiese V\u00f6gel sind alle unterschiedlich\u201c, erkl\u00e4rt Fran\u00e7ois. \u201eSie werden von Hand gemacht, jedes St\u00fcck ist ein Unikat.\u201c Die Tradition reicht weit zur\u00fcck und ist eng mit dem Osterfest verbunden, insbesondere mit dem \u201e\u00c9imaischen\u201c-Markt am Ostermontag. F\u00fcr die Kinder wird die Suche nach den \u201eP\u00e9ckvillchen\u201c schnell zum H\u00f6hepunkt. Gleichzeitig vermittelt sie kulturelles Wissen. <\/p>\n<p>Ein Einhorn als Apothekensymbol <\/p>\n<p>Neben historischen Fakten tauchen immer wieder Legenden auf \u2013 etwa die Geschichte der Melusina \u2013 halb Frau, halb Fisch \u2013, die bis heute Teil der lokalen Erz\u00e4hlkultur ist. Auch unscheinbare Details bekommen Bedeutung. Ein Einhorn an einer Fassade entpuppt sich als ehemaliges Apothekensymbol. \u201eMan glaubte fr\u00fcher, dass Einh\u00f6rner heilende Kr\u00e4fte haben\u201c, erkl\u00e4rt Fran\u00e7ois. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Auch-die-Melusina-halb-Frau-halb-Fisch-gehoert-zur-Safari-92680.jpg\" title=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition \" alt=\"Melusina Figur halb Frau halb Fisch bei Safari Dekoration mit mystischem Wasserwesen Motiv\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Auch die Melusina \u2013 halb Frau, halb Fisch \u2013 geh\u00f6rt zur Safari Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>Am \u201eRoude P\u00ebtz\u201c entfaltet sich ein St\u00fcck Festungsgeschichte. \u201eHier gab es fr\u00fcher einen sehr tiefen Brunnen, der die Soldaten mit Wasser versorgte\u201c, erkl\u00e4rt der Guide. Luxemburg war einst eine stark befestigte Stadt und die Wasserversorgung war \u00fcberlebenswichtig. Um das Wasser aus der Tiefe nach oben zu bef\u00f6rdern, nutzte man eine gro\u00dfe Laufradkonstruktion \u2013 \u00e4hnlich einem Hamsterrad. \u201eDie Soldaten mussten darin laufen, um das Wasser nach oben zu ziehen\u201c, sagt Fran\u00e7ois. Oft waren es Strafarbeiten. Heute erinnert nur noch der Name des Platzes an diese Zeit. <\/p>\n<p>Am Ende der Tour sind die Kinder ausgelaugt, aber begeistert. \u201eDas war richtig gut \u2013 wir haben viel gelernt\u201c, sagt eines der Kinder. Auf die Frage nach dem Lieblingstier kommen die Antworten schnell: \u201eDer L\u00f6we!\u201c, \u201eDer Fuchs!\u201c, \u201eDas Einhorn!\u201c <\/p>\n<p>Am Anfang war es eine Schnecke. Aber das kam nicht gut bei den Abgeordneten an, weil es so wirkte, als w\u00fcrde man sagen: Hier wird langsam gearbeitet. <\/p>\n<p class=\"Zitat-Autor1\">Patrick Fran\u00e7ois <\/p>\n<p class=\"Zitat-Funktion1\">Stadtf\u00fchrer <\/p>\n<p>Doch auch f\u00fcr die Erwachsenen h\u00e4lt die Safari \u00dcberraschungen bereit. Immer wieder streut Guide Fran\u00e7ois kleine Anekdoten ein, die selbst Einheimische so noch nicht geh\u00f6rt haben. Etwa zur Eidechse an der hinteren Fassade des Parlamentsgeb\u00e4udes. \u201eDer Steinmetz hatte am Ende der Arbeiten noch etwas Zeit und wollte ein kleines lustiges Detail an der Fassade anbringen. Am Anfang war es eine Schnecke\u201c, erz\u00e4hlt Fran\u00e7ois. \u201eAber das kam nicht gut bei den Abgeordneten an, weil es so wirkte, als w\u00fcrde man sagen: Hier wird langsam gearbeitet.\u201c Da mussten alle kurz schmunzeln \u2013 denn mit einem Augenzwinkern h\u00e4tte die Schnecke eigentlich auch ganz gut gepasst. <\/p>\n<p>Doch wir wollen nicht zu viel verraten, denn wer Lust hat, kann in den kommenden Tagen selbst auf Safari gehen. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\">Oster-Safari <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Luxemburgisch: 3. und 4. April (jeweils 14.30 Uhr) <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Deutsch: 5. April (jeweils 15.00 Uhr) <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Franz\u00f6sisch: 31. M\u00e4rz (14.00 Uhr), 4. April (15.00 Uhr) <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Englisch: 2. und 5. April (jeweils 14.30 Uhr) <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Dauer: zwei Stunden <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Startpunkt: place Guillaume II (LCTO) <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Teilnehmerzahl: max. 20 Personen pro F\u00fchrung <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Tickets sind online und vor Ort beim Luxembourg City Tourist Office erh\u00e4ltlich. <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/WebStoryPicItem-92681.jpg\" alt=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition\" class=\"swiper-lazy img-responsive wcms-image-layout wcms-img-aspect-ratio-auto wcms-img-fitting-contain wcms-img-object-position-middle-top wcms-img-border-none col-xs-12\"\/><\/p>\n<p>         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n             \/ &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t&#13;<\/p>\n<p class=\"WebStoryPicItemCopyright\">\u00a9 Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t&#13;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Am-Parlament-versteckt-sich-eine-steinerne-Eidechse-92682.jpg\" alt=\"Steinerne Eidechse versteckt am historischen Parlamentsgeb\u00e4ude in der Innenstadt bei Sonnenschein\" class=\"swiper-lazy img-responsive wcms-image-layout wcms-img-aspect-ratio-auto wcms-img-fitting-contain wcms-img-object-position-middle-top wcms-img-border-none col-xs-12\"\/><\/p>\n<p>         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n             \/ &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\tAm Parlament versteckt sich eine steinerne Eidechse&#13;<\/p>\n<p class=\"WebStoryPicItemCopyright\">\u00a9 Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t&#13;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/WebStoryPicItem-92683.jpg\" alt=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition\" class=\"swiper-lazy img-responsive wcms-image-layout wcms-img-aspect-ratio-auto wcms-img-fitting-contain wcms-img-object-position-middle-top wcms-img-border-none col-xs-12\"\/><\/p>\n<p>         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n             \/ &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n         &#13;<br \/>\n\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t&#13;<\/p>\n<p class=\"WebStoryPicItemCopyright\">\u00a9 Foto: Carole Theisen<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t&#13;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/WebStoryPicItem-92684.jpg\" alt=\"Auf Safari durch die Hauptstadt \u2013 Tierische Spurensuche zwischen Geschichte, Spiel und Tradition\" class=\"swiper-lazy img-responsive wcms-image-layout 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