{"id":5186,"date":"2026-04-07T10:53:03","date_gmt":"2026-04-07T10:53:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5186\/"},"modified":"2026-04-07T10:53:03","modified_gmt":"2026-04-07T10:53:03","slug":"tageblatt-lu-abwasseranalyse-hat-luxemburg-ein-drogenproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5186\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Abwasseranalyse | Hat Luxemburg ein Drogenproblem?"},"content":{"rendered":"<p>Kokain, MDMA, Amphetamine und zahlreiche weitere Substanzen lassen sich im Abwasser nachweisen. Die Forschungsgruppe SCORE hat gemeinsam mit der European Union Drugs Agency (EUDA) am 18. M\u00e4rz <a href=\"https:\/\/www.euda.europa.eu\/publications\/pods\/waste-water-analysis_en\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">einen Bericht vorgelegt<\/a>. Das Gesamtbild ist gemischt: W\u00e4hrend die R\u00fcckst\u00e4nde von MDMA in vielen St\u00e4dten zur\u00fcckgingen, nahmen Spuren von Kokain und Ketamin deutlich zu. <\/p>\n<p>Grundlage der Untersuchung sind Proben aus mehr als hundert europ\u00e4ischen St\u00e4dten in 25 L\u00e4ndern. \u00dcber eine Woche hinweg wurde t\u00e4glich Abwasser aus den Einzugsgebieten von Kl\u00e4ranlagen analysiert. <\/p>\n<p>F\u00fcr Luxemburg ist die Lage teils schwer zu beurteilen. F\u00fcr das Jahr 2025 fehlen zentrale Daten zu Kokain, Cannabis und Amphetaminen \u2013 Substanzen, die hierzulande als besonders verbreitet gelten. Warum? Auf Tageblatt-Nachfrage hin teilt die Sant\u00e9 mit, dass diese Werte \u201eaufgrund methodischer Probleme\u201c nicht in die Studie aufgenommen wurden. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Wissenschaftliche Qualit\u00e4tssicherung <\/p>\n<p>Es habe Abweichungen bei der Kalibrierung und der Probenvorbereitung f\u00fcr mehrere Analysen gegeben. Diese Abweichungen h\u00e4tten die Datenqualit\u00e4t insofern beeintr\u00e4chtigt, als die Ergebnisse nicht den Anforderungen der Studie entsprochen haben. <\/p>\n<p class=\"Infobox-Titel1\"> Methodische Grenzen <\/p>\n<p class=\"Infobox-Text1\">Die Abwasseranalyse ist laut der European Union Drugs Agency eine etablierte Methode zur Erfassung des Drogenkonsums auf Bev\u00f6lkerung, sie liefert allerdings keine Informationen \u00fcber die Pr\u00e4valenz und H\u00e4ufigkeit des Konsums. Auch die Hauptnutzergruppen und die Reinheit der Drogen l\u00e4sst sich dadurch nicht ermitteln. <\/p>\n<p>Da es keine Vergleichsproben gebe, habe man die Analysen nicht wiederholen k\u00f6nnen. \u201eAus Gr\u00fcnden der wissenschaftlichen Qualit\u00e4tssicherung wurde daher entschieden, diese Daten nicht zu ver\u00f6ffentlichen\u201c, schreibt die Sant\u00e9. Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Qualit\u00e4tssicherung w\u00fcrden inzwischen bereits umgesetzt werden. <\/p>\n<p>Trotz der fehlenden Daten aus dem Jahr 2025, lie\u00dfe sich laut Sant\u00e9 aus vergangenen Drogenberichten dennoch ein klarer Trend herauslesen. Demnach geh\u00f6rt Kokain weiterhin zu den am h\u00e4ufigsten nachgewiesenen Substanzen in Luxemburgs Abwasser \u2013 und weise im europ\u00e4ischen Vergleich sogar eine \u201eeher hohe Belastung\u201c auf, sagt die Sant\u00e9. Auch Cannabis sei weit verbreitet, wobei die Konzentration \u201ein der Regel stabil\u201c bleibe. Zudem lie\u00dfen sich Amphetamine im Abwasser nachweisen, allerdings in deutlich geringerem Ma\u00df als Kokain und auch geringer als \u201ein einigen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern\u201c. <\/p>\n<p>Im Rausch <\/p>\n<p>Laut Bericht hat der Kokainkonsum 2025 in den teilnehmenden St\u00e4dten um 22 Prozent zugenommen. Im Jahr davor, 2024, konnten in der Kl\u00e4ranlage Beggen 499,33 mg\/1000p\/Tag nachgewiesen werden \u2013 ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoher Wert. Damit stand Luxemburg auf Platz 25 von insgesamt 125. Beim Cannabis-Konsum schaffte Luxemburg es mit einem Wert von 140,4 mg\/1000p\/Tag im Jahr 2024 sogar auf Platz acht von insgesamt 75. <\/p>\n<p> Das t\u00f6dliche und \u00e4u\u00dferst s\u00fcchtig machende Opioid Fentanyl spiele \u201ederzeit weiterhin keine bedeutende Rolle\u201c in Luxemburg, teilt die Sant\u00e9 mit. Es gebe bisher keine Hinweise auf eine Verbreitung hierzulande. <\/p>\n<p>Scheinbar niedriger Konsum <\/p>\n<p>Der Bericht enth\u00e4lt allerdings Daten zu Methamphetamin \u2013 besser bekannt als Crystal Meth: In der Kl\u00e4ranlage Beggen konnten 2025 0,74 mg pro 1.000 Personen pro Tag nachgewiesen \u2013 ein R\u00fcckgang zu 2,36 mg\/1000p\/Tag im Jahr davor. Ein Vergleich mit dem Jahr 2023 zeigt allerdings, dass die Zahlen auch innerhalb Luxemburgs deutlich schwanken. 2023 gibt es keine Daten aus der Kl\u00e4ranlage Beggen, daf\u00fcr aber aus B\u00f6gen, Beringen und Mamer: 0,66, 0,5 und 1,38 mg\/1000p\/Tag. <\/p>\n<p>Im europ\u00e4ischen Vergleich bleiben die Mengen jedoch sehr niedrig. In Berlin waren es 2025 371,23 mg\/1000p\/Tag. An der europ\u00e4ischen Spitze steht das tschechische Budweis mit 596,5 mg\/1000p\/Tag. <\/p>\n<p>Auch beim MDMA z\u00e4hlt Luxemburg (Beggen) mit 4,37 mg\/1000p\/Tag nicht zu den Spitzenverbrauchern. Dabei l\u00e4sst sich zudem ein deutlicher R\u00fcckgang im Vergleich zu 2024 mit 22,1 mg\/1000p\/Tag feststellen. Nur wenige Kilometer jenseits der Grenzen, in Arlon, wurde 2025 schon deutlich mehr konsumiert \u2013 28,39 mg\/1000p\/Tag. Sehr weit abgeschlagen auf Platz 1 steht Amsterdam mit 179,66 mg\/1000p\/Tag. Beim MDMA wurde in den teilnehmenden St\u00e4dten im Vergleich zum Vorjahr sogar 16-prozentiger R\u00fcckgang beobachtet. <\/p>\n<p>Bei Ketamin hingegen hat es in den teilnehmenden St\u00e4dten eine Steigerung von 41 Prozent im Vergleich zu 2024 gegeben. Nicht so aber in Luxemburg: Die Kl\u00e4ranlage Beggen verzeichnet einen R\u00fcckgang von 13,4 mg im Jahr 2024 auf 2,62 mg\/1000p\/Tag im Jahr 2025. Das britische Bristol f\u00fchrt die Tabelle mit 338,95 mg\/1000p\/Tag. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kokain, MDMA, Amphetamine und zahlreiche weitere Substanzen lassen sich im Abwasser nachweisen. 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