{"id":5279,"date":"2026-04-08T12:37:37","date_gmt":"2026-04-08T12:37:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5279\/"},"modified":"2026-04-08T12:37:37","modified_gmt":"2026-04-08T12:37:37","slug":"tageblatt-lu-domaine-tageblatt-weinkontrolleur-in-luxemburg-wie-paul-thill-qualitaet-regeln-und-vertrauen-im-weinbau-sichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5279\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Domaine Tageblatt | Weinkontrolleur in Luxemburg: Wie Paul Thill Qualit\u00e4t, Regeln und Vertrauen im Weinbau sichert"},"content":{"rendered":"<p>\u201eHier fehlt bei der AOP-Nummer eigentlich noch ein Minus hinter dem L\u201c, sagt Paul Thill, nachdem er eine der Weinflaschen begutachtet hat. Er ist Weinkontrolleur, genauer gesagt der Weinkontrolleur, denn den Posten gibt es in Luxemburg nur einmal. Seine Aufgabe beim Institut viti-vinicole (IVV) ist es, daf\u00fcr zu sorgen, dass bei der Produktion und dem Verkauf von Wein im Gro\u00dfherzogtum alles nach den Regeln abl\u00e4uft. <\/p>\n<p>\u201eWegen eines fehlenden Bindestrichs auf einer Etikette nehmen wir die Flaschen selbstverst\u00e4ndlich nicht aus dem Verkauf. Es geht nicht darum, dem Winzer die Arbeit zu erschweren. Auch wegen eines Zahlendrehers bei der AOP-Nummer lassen wir die Winzer nicht tausende von Flaschen neu etikettieren\u201c, so Thill, der seine Arbeit zwischen Kontrolle und Beratung ansiedelt. Oftmals w\u00fcrden sich Winzer bereits im Vorfeld bei ihm oder seinen Kollegen beim IVV vergewissern. \u201eEs geht nicht darum, den Winzer zu schikanieren, sondern darum, dass der Konsument nicht get\u00e4uscht wird. Das ist hier, bei einem fehlenden Bindestrich, nicht der Fall.\u201c <\/p>\n<p class=\"Encoche-Titel1\">Sie wollen unseren Wein verkosten? Dann melden Sie sich an! <\/p>\n<p class=\"Encoche-Text1\">Am 29. April stellen wir ab 18.00 Uhr im Kulturzentrum Machera in Grevenmacher unseren Rivaner vor. Beginnen werden wir mit einer kleinen Vorstellung unseres Projektes und einem kurzen Rundtischgespr\u00e4ch mit Weinbauministerin Martine Hansen (CSV) sowie den Winzern Corinne Kox, Mich\u00e8le Mannes und Bob Molling. Anschlie\u00dfend gibt es dann den Tageblatt-Rivaner zu verkosten und die M\u00f6glichkeit, den Wein zu bestellen. Anmelden k\u00f6nnen Sie sich \u00fcber diesen <a href=\"https:\/\/editpress.typeform.com\/to\/JWx7aNAp\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Link<\/a>. <\/p>\n<p>Es sei eine Frage der Balance. In anderen L\u00e4ndern seien Weinkontrolleure nicht immer gern gesehene G\u00e4ste in den Kellern der Winzer. \u201eHier bei uns zittert niemand, wenn ich vorbeikomme. Wenn es eine angek\u00fcndigte Kontrolle ist, kann es aber sein, dass der Keller etwas aufger\u00e4umter ist\u201c, sagt Thill mit einem L\u00e4cheln. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Lange Tradition <\/p>\n<p>Die Weinkontrolle hat eine lange Tradition. Die erste Reichsweinverordnung wurde 1487 von Kaiser Friedrich III. erlassen. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde bereits ein Reichsweinrevisor eingesetzt, um die Umsetzung der Verordnung zu gew\u00e4hrleisten. In Luxemburg geht die Weinkontrolle auf das Jahr 1909 zur\u00fcck. Aber auch davor gab es im Gro\u00dfherzogtum als Mitglied des Deutschen Zollvereins bereits Kontrollen, erkl\u00e4rt Marc Kuhn. Er war selbst von 1971 bis 2011, also 40 Jahre lang, Weinkontrolleur am IVV und tr\u00e4gt heute den Titel des Ehrenweinkontrolleurs. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ehrenweinkontrolleur-Marc-Kuhn-93246.jpg\" title=\"Weinkontrolleur in Luxemburg: Wie Paul Thill Qualit\u00e4t, Regeln und Vertrauen im Weinbau sichert \" alt=\"Ehrenweinkontrolleur Marc Kuhn bei der Weinpr\u00fcfung mit Weinprobe und Qualit\u00e4tskontrolle\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Ehrenweinkontrolleur Marc Kuhn Foto: Editpress\/Julien Garroy<\/p>\n<p>Da es nur einen Weinkontrolleur in Luxemburg gibt, ist der Posten mit einer gewissen Autorit\u00e4t verbunden. Person und Beruf verschmelzen in gewisser Hinsicht, wei\u00df Kuhn zu berichten. \u201eMan hat eine gewisse Interpretationsfreiheit, und am Ende ist die Rolle immer eng mit der Pers\u00f6nlichkeit des Weinkontrolleurs verbunden. Egal, wo ich hinkam, ich war immer \u201ade W\u00e4ikontrolleur\u2018\u201c, so Kuhn. <\/p>\n<p>Ich habe mir nat\u00fcrlich die Frage gestellt, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin <\/p>\n<p class=\"Zitat-Autor1\">Paul Thill <\/p>\n<p class=\"Zitat-Funktion1\">Weinkontrolleur <\/p>\n<p>Dessen war sich auch Paul Thill bewusst, als er sich an einem Dienstag im November 2022 beim damaligen Direktor des IVV, Roby Ley, \u00fcber den Posten informierte. \u201eIch habe mir nat\u00fcrlich die Frage gestellt, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin. Es war mir bewusst, welche Verantwortung mit dem Posten verbunden ist.\u201c <\/p>\n<p>Der studierte Chemiker hat die Stelle seit Juni 2023 inne. Sein Vorg\u00e4nger Andr\u00e9 Mehlen wechselte damals als Generaldirektor zur Vinsmoselle. \u201eDie Nachricht habe ich im Radio geh\u00f6rt. Es war an einem Donnerstag, das wei\u00df ich noch. Es dauerte dann aber noch ein paar Tage, bis mir der Gedanke kam, dass ich mich auf diesen Posten bewerben k\u00f6nnte.\u201c Roby Ley habe ihm damals gesagt, dass das IVV keine gro\u00dfe Umstrukturierung plane und man deshalb einen Ersatz f\u00fcr Andr\u00e9 Mehlen suche. <\/p>\n<p>Vielf\u00e4ltige Arbeit <\/p>\n<p>Thill hatte bereits zuvor mit dem IVV zu tun. Sein Praktikum absolvierte er im Labor, sp\u00e4ter gab er dort auch Kurse. \u201eEigentlich war die Idee einmal, dass ich ins Labor wechseln w\u00fcrde, wenn Christiane in Rente geht.\u201c Heute arbeitet der ehemalige \u201echef de service\u201c des Labors der Asta (Administration des services techniques de l\u2018agriculture) mit Christian Blum zusammen. Die eigentliche Laborarbeit fehlt dem Chemiker aber manchmal. \u201eWir organisieren jeden Herbst einen Sensorikkurs f\u00fcr die neuen Weink\u00f6niginnen, bei dem wir auch verschiedene Geruchsproben im Labor testen. Da freue ich mich jedes Mal wieder, mit der Pipette arbeiten zu k\u00f6nnen.\u201c <\/p>\n<p>Sein aktueller Arbeitsbereich ist \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig. Neben Keller- und Etikettenkontrollen von einheimischen Weinen ist er auch f\u00fcr die korrekte Kennzeichnung importierter Weine zust\u00e4ndig und steht der Verkostungskommission der Appellation d\u2019origine prot\u00e9g\u00e9e als Pr\u00e4sident vor. Neben einer gewissen Leidenschaft f\u00fcr Wein und Weinbau ben\u00f6tigt man als Weinkontrolleur ein gutes Verst\u00e4ndnis der legislativen Arbeit auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene. Vor allem aber m\u00fcsse man einen guten Umgang mit den Winzern pflegen. <\/p>\n<p>Verst\u00e4ndnis als Grundvoraussetzung <\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde sagen, dass das eine Grundvoraussetzung f\u00fcr den Job ist. Man muss ihre Arbeit, ihre Sorgen und Herausforderungen nachvollziehen k\u00f6nnen. Das Verst\u00e4ndnis sollte sich dabei nicht nur auf den eigenen Bereich beschr\u00e4nken\u201c, sagt Thill und nennt ein Beispiel. \u201eF\u00fcr mich ist es wichtig, dass jedes Fass nummeriert ist und f\u00fcr jedes Fass ein Kellerbuch gef\u00fchrt wird.\u201c Sollte es Probleme mit einem Wein geben, sei der gesamte Prozess klar nachvollziehbar. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auch-die-Kontrollen-der-Etiketten-liegen-in-Paul-Thills-93247.jpg\" title=\"Weinkontrolleur in Luxemburg: Wie Paul Thill Qualit\u00e4t, Regeln und Vertrauen im Weinbau sichert \" alt=\"Paul Thill kontrolliert sorgf\u00e4ltig Etiketten, um Verbraucher vor T\u00e4uschung zu sch\u00fctzen und transparente Produktinformationen zu gew\u00e4hrleisten.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Auch die Kontrollen der Etiketten liegen in Paul Thills Kompetenzbereich: Der Konsument darf nicht get\u00e4uscht werden Foto: Editpress\/Herv\u00e9 Montaigu<\/p>\n<p>\u201eDas Kellerbuch zu f\u00fchren, ist an sich kein sonderlich gro\u00dfer Aufwand. Doch der Winzer hat noch viele andere administrative Verpflichtungen, und das Kellerbuch ist eben eine von vielen. Deshalb versuchen wir, es auf das N\u00f6tigste zu begrenzen.\u201c Das Kellerbuch und die Kontrollen dienten letztlich auch der Qualit\u00e4tssicherung. \u201eDadurch sind wir abgesichert. Es ist einfach Bestandteil unserer t\u00e4glichen Arbeit. Man muss nur wissen, warum man es macht\u201c, sagt Charl\u00e8ne Muller, Kellermeisterin der Domaines Vinsmoselle. <\/p>\n<p>Bei Regelverst\u00f6\u00dfen, etwa bei der Detektion unerlaubter Mittel im Wein, kann der Weinkontrolleur in R\u00fccksprache mit der Douane oder anderen Akteuren einen Betrieb vor\u00fcbergehend schlie\u00dfen, bis der Fall gekl\u00e4rt ist. Solche F\u00e4lle haben in Luxemburg jedoch Seltenheitswert. \u201eUnsere Weinbaubranche ist daf\u00fcr viel zu klein.\u201c <\/p>\n<p>Szenarien, wie man sie aus dem Ausland kennt, etwa n\u00e4chtliche Aktionen, bei denen Tankwagen mit billigem Wein anliefern und dieser beigemischt wird, h\u00e4lt Thill f\u00fcr praktisch ausgeschlossen. \u201eDas w\u00fcrde der Nachbar sofort mitbekommen.\u201c Und wenn nicht, gibt es ja noch den Weinkontrolleur, der daf\u00fcr sorgt, dass die Qualit\u00e4tskriterien eingehalten werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eHier fehlt bei der AOP-Nummer eigentlich noch ein Minus hinter dem L\u201c, sagt Paul Thill, nachdem er eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5280,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[279,5,280,1165],"class_list":["post-5279","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-luxemburg","tag-domaine-tageblatt","tag-luxemburg","tag-wein","tag-weinbau"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116369125806563121","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5279\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}