{"id":5372,"date":"2026-04-09T15:13:07","date_gmt":"2026-04-09T15:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5372\/"},"modified":"2026-04-09T15:13:07","modified_gmt":"2026-04-09T15:13:07","slug":"tageblatt-lu-ehemaliger-aussenminister-es-zahlt-sich-aus-zaeh-zu-sein-asselborn-radelt-die-300-000-voll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5372\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Ehemaliger Au\u00dfenminister | \u201eEs zahlt sich aus, z\u00e4h zu sein\u201c: Asselborn radelt die 300.000 voll"},"content":{"rendered":"<p>300.000 Kilometer, das sind rund siebeneinhalb Erdumrundungen. Jean Asselborn, Luxemburgs ehemaliger Au\u00dfenminister, hat diese Marke nun auf dem Rad erreicht. Auf seiner Hausstrecke im sch\u00f6nen Eichtal konnte Asselborn zuletzt die 300 Kilometer aufholen, die ihm noch fehlten. <\/p>\n<p>Im vergangenen September war dem LSAP-Politiker die Achillessehne gerissen \u2013 nach der Knieoperation Ende 2021 der zweite R\u00fcckschlag innerhalb weniger Jahre. <\/p>\n<p>Kurzzeitig wusste Asselborn nicht, ob das mit dem Radfahren \u00fcberhaupt noch einmal etwas wird. \u201eIm Vergleich mit dem Knie war die Achillessehne schwieriger\u201c, sagt er. \u201eKurz nach der OP denkst du, das wird nie wieder was \u2013 das hat mich viel Energie gekostet.\u201c Umso erleichterter zeigt sich der Steinforter jetzt. \u201eEs zahlt sich aus, z\u00e4h zu sein. Du musst auch dann aufstehen, wenn du hingefallen bist \u2013 das gilt auf dem Rad und in der Politik\u201c, sagt der Mann, der fast 20 Jahre lang Chefdiplomat des Gro\u00dfherzogtums war. <\/p>\n<p>          Ein Schaf und die CSV <\/p>\n<p>Zum Unfall, bei dem Asselborns Achillessehne riss, kam es im vergangenen September bei der Abfahrt vom Mont Ventoux, jenem mythischen Radfahrerberg in der Provence, den \u201eJang\u201c, wie ihn alle nennen, jedes Jahr zu erklimmen versucht. <\/p>\n<p>\u201eOben am Gipfel bin ich noch Luxemburgern begegnet\u201c, erinnert sich Asselborn. \u201eWir haben Erinnerungsfotos gemacht und geplaudert.\u201c <\/p>\n<p>Bei der Abfahrt stand dann pl\u00f6tzlich ein Schaf im Weg. Unweit des Monuments zu Ehren des Radsportlers Tom Simpson, der dort 1967 ums Leben kam, sei das Tier pl\u00f6tzlich auf den hinabfahrenden Asselborn zugerannt. <\/p>\n<p>Beim Ausweichman\u00f6ver habe es dann \u201eklack\u201c gemacht. \u201eDa wusste ich, dass etwas kaputt ist\u201c, sagt Asselborn, der die etwas mehr als 20 Kilometer bis zu seinem Auto noch hinuntergerollt ist. \u201eDann habe ich mich mit Ach und Krach erst ins Auto, dann ins Hotel geschleppt. Am Tag darauf ging es zur\u00fcck nach Luxemburg ins Krankenhaus.\u201c Dort kam die Diagnose: Achillessehnenriss. <\/p>\n<p>300 Kilometer vor der runden Marke, vor dem Ziel der 300.000 \u2013 das nun erst jetzt erreicht wurde. <\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Asselborns-Logbuch-Inzwischen-sind-die-300000-geschafft-93303.jpg\" title=\"\u201eEs zahlt sich aus, z\u00e4h zu sein\u201c: Asselborn radelt die 300.000 voll \" alt=\"Asselborns Logbuch zeigt 300.000 erreichte Eintr\u00e4ge als Meilenstein und Fortschritt in der Dokumentation\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:43.6092376708984375% 40.465466611020204368%;\"\/>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Asselborns Logbuch: Inzwischen sind die 300.000 geschafft Foto: privat<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p>Zum Rad kam Asselborn, wie er erz\u00e4hlt, wegen der CSV. In den 1990er-Jahren, bei z\u00e4hen, nicht enden wollenden Verhandlungen, habe er sich gedacht: \u201eIch muss raus, ich brauche Luft.\u201c Also habe er sich ein Rad besorgt, in einem Laden in Koerich. <\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              Ich wei\u00df nicht, ob ich die 20 Jahre in der Spitzenpolitik ohne das Rennrad ausgehalten h\u00e4tte &#13;<\/p>\n<p>\u201eEs war eines f\u00fcr Herren und Damen \u2013 und mit dem bin ich in jenem Sommer bis nach Fr\u00e9jus gefahren: 150 Kilometer am Tag, 1.050 insgesamt.\u201c <\/p>\n<p>Fortan war die Leidenschaft geweckt. Asselborn und der \u201eV\u00eblo\u201c waren von da an unzertrennlich. In den folgenden 15 Jahren fuhr der Politiker jeden Sommer mit einem Freund in den S\u00fcden, nach Italien, Frankreich oder Spanien. Dort warteten die Familien auf den gemeinsamen Urlaub. <\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, ob ich die 20 Jahre in der Spitzenpolitik ohne das Rennrad ausgehalten h\u00e4tte\u201c, sagt Asselborn r\u00fcckblickend. \u201eIch brauchte und brauche die Luft.\u201c <\/p>\n<p>Viele der Interviews, die Asselborn \u00fcber die Jahre im Radio gab \u2013 bei RTL, 100,7 oder auch im Deutschlandfunk \u2013, habe er sich vorher auf dem Rad \u00fcberlegt. Er sei auch nach Interkontinentalfl\u00fcgen nie ins Bett gegangen, sondern \u201enach der Landung immer zwei Stunden aufs Rad gestiegen\u201c. Das sei das beste Mittel gegen Jetlag gewesen. <\/p>\n<p>          Interviews im Sattel <\/p>\n<p>Nur auf dem Rad habe er richtig abschalten und nachdenken k\u00f6nnen. Auch Interviews mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel habe er aus dem Sattel heraus gegeben. Seine Mitfahrer h\u00e4tten ihn dann gelegentlich aufgezogen: \u201eAllez Jang, maach virun.\u201c Seine Antwort: \u201eMoment, das muss noch sein.\u201c <\/p>\n<p>Die 300.000 Kilometer sind nun voll. Im Schnitt waren das \u00fcber viele Jahre hinweg 10.000 bis 12.000 Kilometer pro Jahr. \u201eUm das zu schaffen, musst du das ganze Jahr fahren und nicht nur bei sch\u00f6nem Wetter\u201c, unterstreicht Asselborn und erinnert an seine Devise: \u201eAuch das geh\u00f6rt zum Z\u00e4hsein dazu \u2013 du darfst dich durch nichts unterkriegen lassen.\u201c <\/p>\n<p>Und wie geht es weiter? Will Asselborn auch dieses Jahr den Ventoux bezwingen? Er antwortet zur\u00fcckhaltend. Er habe einen Plan im Kopf, aber erst im Juni k\u00f6nne er mehr dazu sagen: \u201eM\u00f6glicherweise klappt es, m\u00f6glicherweise setze ich ein Jahr aus. Dann sieht mich der Ventoux 2027 wieder.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"300.000 Kilometer, das sind rund siebeneinhalb Erdumrundungen. 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