{"id":5508,"date":"2026-04-11T03:12:07","date_gmt":"2026-04-11T03:12:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5508\/"},"modified":"2026-04-11T03:12:07","modified_gmt":"2026-04-11T03:12:07","slug":"luxemburg-mindestlohn-in-luxemburg-warum-ein-neuer-28-juni-noetig-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5508\/","title":{"rendered":"Luxemburg \u2013 Mindestlohn in Luxemburg: Warum ein neuer 28. Juni n\u00f6tig ist"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img320507\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/320507.jpeg\" alt=\"Reich sind im \u00bbreichen\u00ab Luxemburg nicht alle. Der dortige Mindestlohn ist zwar der mit Abstand h\u00f6chste in der EU, aber gemessen an den Lebenshaltungskosten reicht er laut den Kriterien der europ\u00e4ischen Richtlinie nicht f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben.\"\/><\/p>\n<p>Reich sind im \u00bbreichen\u00ab Luxemburg nicht alle. Der dortige Mindestlohn ist zwar der mit Abstand h\u00f6chste in der EU, aber gemessen an den Lebenshaltungskosten reicht er laut den Kriterien der europ\u00e4ischen Richtlinie nicht f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben.<\/p>\n<p>Foto: Pixabay<\/p>\n<p>Anders als von politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Schaffenden gefordert, hat die Regierung entschieden, dass es keine strukturelle Erh\u00f6hung des Mindestlohnes geben soll.<\/p>\n<p>Beschr\u00e4nken will man sich darauf, den Mindestlohn mit der n\u00e4chsten Indextranche (automatische Anpassung der L\u00f6hne an die Inflation \u2013 d. R.) um 2,5 Prozent an die Preisentwicklung und zum 1. Januar 2027 an die durchschnittliche Lohnentwicklung der vorangegangenen zwei Jahre zu adaptieren. Womit er laut Regierung mehr als 60 Prozent des Medianlohns betragen wird und es keiner strukturellen Erh\u00f6hung bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Das sowie die Auseinandersetzung dar\u00fcber, ob der Mindestlohn nun an den Medianlohn oder an den Durchschnittslohn angepasst werden soll, ist eine Irref\u00fchrung der Lohnabh\u00e4ngigen.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit muss es doch, aus der Optik der Schaffenden betrachtet, darum gehen, eine m\u00f6glichst deutliche Erh\u00f6hung des Mindestlohns (und der anderen L\u00f6hne) durchzusetzen, um zu erreichen, dass die Ausbeutung abnimmt.<\/p>\n<p>Der Mindestlohn ist der vom Gesetzgeber festgelegte Mindestpreis f\u00fcr die Ware Arbeitskraft, die der Lohnabh\u00e4ngige an den Patron verkauft. Das hat nichts mit einem \u00bbgerechten\u00ab Lohn zu tun, denn der Bezieher des Mindestlohns wird, wie alle anderen Lohnabh\u00e4ngigen auch, ausgebeutet, da er mehr Wert schafft, als er kostet, und dieser Mehrwert dann zum gro\u00dfen Teil vom Patron in Form von Profit in die eigene Tasche gesteckt wird. So funktioniert der ganz gew\u00f6hnliche Kapitalismus.<\/p>\n<p>Wenn EU-Institutionen, die im Interesse des Finanzkapitals und der Konzerne geschaffen wurden und bis heute als solche funktionieren, im Zusammenhang mit dem Mindestlohn von Referenzwerten von 60 Prozent des Medianlohns oder 50 Prozent des Durchschnittslohns sprechen, tun sie das nicht, um eine \u00bbgerechte\u00ab Entlohnung sicherzustellen, sondern um die Verh\u00e4ltnisse zu stabilisieren und zu verhindern, dass die Schaffenden sich grunds\u00e4tzliche Fragen \u00fcber die bestehende Ausbeuterordnung stellen.<\/p>\n<p>In welchem Ma\u00dfe der gesetzliche Mindestlohn erh\u00f6ht wird und es gelingt, die Ausbeutung auf gesetzlichem Weg etwas einzuschr\u00e4nken, ist eine Frage des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses zwischen jenen, die das Kapital unterst\u00fctzen, und denen, die auf der Seite der Schaffenden stehen. Und das h\u00e4ngt davon ab, wie konsequent die Schaffenden ihre eigenen Interessen verteidigen \u2013 statt sich auf die Ideologie des \u00bbWir sitzen alle in einem Boot\u00ab einzulassen, die in Form der \u00bbSozialpartnerschaft\u00ab vom Kapital und seinen politischen Wassertr\u00e4gern erfunden wurde und genutzt wird, um den Anteil der Lohnabh\u00e4ngigen am geschaffenen Mehrwert m\u00f6glichst klein zu halten, wie das gegenw\u00e4rtig die Regierung der CSV\/DP (Christdemokraten und Liberale \u2013 d. R.) tut.<\/p>\n<p>Die Frage, ob die Regierung es tats\u00e4chlich auf einen neuen 28. Juni (massive Gewerkschaftsproteste am 28. Juni 2025 \u2013 d. R.) ankommen lassen will, ist eigentlich nicht relevant. Viel h\u00e4ngt hingegen davon ab, wie die Schaffenden weit \u00fcber die bestehenden Gewerkschaftsstrukturen hinaus \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen, dass ein neuer 28. Juni und zehntausende Manifestanten n\u00f6tig sind, um eine strukturelle Erh\u00f6hung des Mindestlohns, konkrete Ma\u00dfnahmen gegen die Armut und den Kaufkraftverlust durchzusetzen und zu verhindern, dass Regierung und Patronat demn\u00e4chst wieder eine Indexmanipulation durchboxen.<\/p>\n<p>Die Internationale<\/p>\n<p>Die linke Medienlandschaft in Europa ist nicht gro\u00df, aber es gibt sie: ob nun die franz\u00f6sische \u00bbL\u2019Humanit\u00e9\u00ab oder die schweizerische \u00bbWochenzeitung\u00ab (WOZ), ob \u00bbIl Manifesto\u00ab aus Italien, die luxem\u00adburgische \u00bbZeitung vum L\u00ebtzebuerger Vollek\u00ab, die finnische \u00bbKansan Uutiset\u00ab oder \u00bbNa\u0161e Pravda\u00ab aus Prag. Sie alle beleuchten inter\u00adnationale und nationale Entwicklungen aus einer progressiven Sicht. Mit einer Reihe dieser Medien arbeitet \u00bbnd\u00ab bereits seit L\u00e4ngerem zusammen \u2013 inhaltlich zum Beispiel bei unserem <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/thema\/europress\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">inter\u00adnatio\u00adnalen Jahresr\u00fcckblick<\/a> oder der \u00dcbernahme von Reportagen und Interviews, technisch bei der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1181948.homestory-app-nd-digital-neues-aus-der-postkapitalistischen-zukunft.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Entwicklung unserer Digital-App<\/a>.<\/p>\n<p>Mit der Kolumne \u00bbDie Internationale\u00ab gehen wir einen Schritt weiter in dieser Kooperation und ver\u00f6ffentlichen immer freitags einen Kommentar aus unseren Partnermedien, der aktuelle Themen unter die Lupe nimmt. Das k\u00f6nnen Ereignisse aus den jeweiligen L\u00e4ndern sein wie auch Fragen der \u00bbgro\u00dfen Weltpolitik\u00ab. Alle Texte unter <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/gastautoren\/autor\/276\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dasnd.de\/international<\/a>.<\/p>\n<p>Dieser <a href=\"https:\/\/www.zlv.lu\/db\/1\/1454237771605\/0\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Text ist am<\/a>\u2005<a href=\"https:\/\/www.zlv.lu\/db\/1\/1416757342512\/0\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">4. April in unserem Partnermedium \u00bbZeitung vum L\u00ebtzebuerger Vollek\u00ab (Luxemburg) erschienen<\/a>. Der Beitrag wurde nachbearbeitet und\u2005gek\u00fcrzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reich sind im \u00bbreichen\u00ab Luxemburg nicht alle. 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