{"id":5939,"date":"2026-04-17T04:51:06","date_gmt":"2026-04-17T04:51:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5939\/"},"modified":"2026-04-17T04:51:06","modified_gmt":"2026-04-17T04:51:06","slug":"tageblatt-lu-editorial-zum-einsatz-rumaenischer-polizei-in-luxemburg-gibt-es-viel-ankuendigung-und-wenig-klarheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/5939\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Zum Einsatz rum\u00e4nischer Polizei in Luxemburg gibt es viel Ank\u00fcndigung und wenig Klarheit"},"content":{"rendered":"<p>In genau zwei Wochen sollte es losgehen: Ab dem 1. Mai sollten rum\u00e4nische Polizistinnen und Polizisten gemeinsam mit der Luxemburger Polizei patrouillieren. <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Luxemburg\/Rumaenische-und-luxemburgische-Polizei-patrouillieren-bald-gemeinsam-in-der-Hauptstadt-55232.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">So hatte es das Ministerium f\u00fcr innere Angelegenheiten Anfang M\u00e4rz angek\u00fcndigt<\/a>. Inzwischen gibt es pr\u00e4zisere Angaben: Laut Polizei sind die rum\u00e4nischen Beamten ab dem 5. Mai in Luxemburg. <\/p>\n<p>Auch beim Einsatzgebiet gibt es widerspr\u00fcchliche Aussagen. Zun\u00e4chst sprach die Pressestelle des Innenministeriums von einem Einsatz in der Hauptstadt, sp\u00e4ter erkl\u00e4rte Minister L\u00e9on Gloden (CSV) <a href=\"https:\/\/www.chd.lu\/fr\/seance\/3084?startTime=00:53:32\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der Chamber<\/a> jedoch, die ausl\u00e4ndische Polizei w\u00fcrde \u201enicht nur in der Stadt, sondern auch sonst\u201c eingesetzt. <\/p>\n<p>Betreffend die Anzahl der eingesetzten Beamt*innen blieb es lange ebenfalls vage. \u201eEine Handvoll\u201c war alles, was der Minister dazu preisgab. Erst auf Nachfrage pr\u00e4zisierte die dem Innenministerium unterstehende Polizei am Donnerstag: Tats\u00e4chlich sollen lediglich zwei rum\u00e4nische Polizistinnen oder Polizisten eingesetzt werden. <\/p>\n<p>Details zur praktischen Umsetzung hatte das Innenministerium zuvor nicht beantwortet und sich auch nicht zur Kostenfrage ge\u00e4u\u00dfert. Nun verr\u00e4t die Polzei, dass sie f\u00fcr die Aufenthaltskosten und die Stadt Luxemburg f\u00fcr die Unterkunft aufkommt. Wie hoch die Gesamtausgaben sind, sagt weder die Polizei noch das Ministerium. <\/p>\n<p>Dass trotz Nachhaken keine Antwort vom Ministerium kommt, hat System. Die \u00d6ffentlichkeit erf\u00e4hrt nur, was politisch ins Bild passt. So gibt sich L\u00e9on Gloden gern als tatkr\u00e4ftiger Macher, der Probleme entschlossen angeht. Doch bei kritischen Nachfragen weicht er aus. Schon bei fr\u00fcheren Projekten, <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Nachrichten\/Wie-Polizei-und-Innenministerium-der-Oeffentlichkeit-Informationen-vorenthalten-10850.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie der Einf\u00fchrung einer Lokalpolizei, <\/a>zeigte sich dieses Muster. Souver\u00e4n ist anders. Denn wer Ma\u00dfnahmen ank\u00fcndigt, muss sie auch erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Alles andere ist Inszenierung. <\/p>\n<p>Dabei ist ein kritischer Blick auf das Vorhaben durchaus angebracht. Mit dem Einsatz der zwei Beamtinnen oder Beamten will L\u00e9on Gloden n\u00e4mlich gegen angebliche \u201eBettelbanden\u201c vorgehen \u2013 belastbare Zahlen dazu fehlen bis heute. Weder ist belegt, wie viele davon es in Luxemburg gibt, noch ob Ma\u00dfnahmen wie das vom Innenminister durchgewunkene Bettelverbot Wirkung zeigen. Es ist eine Politik ohne Faktenbasis. <\/p>\n<p>Ein Blick zur\u00fcck verst\u00e4rkt die Zweifel: Bereits vor zehn Jahren wurde die Entsendung eines rum\u00e4nischen Verbindungsbeamten ins Gro\u00dfherzogtum gepr\u00fcft. Das geht aus einer <a href=\"https:\/\/wdocs-pub.chd.lu\/docs\/exped\/106\/604\/160053.pdf\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antwort vom damaligen Minister f\u00fcr innere Sicherheit, Etienne Schneider (LSAP), und Justizminister F\u00e9lix Braz (\u201ed\u00e9i gr\u00e9ng\u201c)<\/a> auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Laurent Mosar (CSV) von Juli 2016 hervor. <\/p>\n<p>Demzufolge hatte man damals in Zusammenarbeit mit den rum\u00e4nischen Beh\u00f6rden eine detaillierte Analyse der von rum\u00e4nischen Staatsangeh\u00f6rigen in Luxemburg begangenen Straftaten durchgef\u00fchrt. Ergebnis: Die Idee wurde verworfen \u2013 denn Bettelei allein rechtfertige einen solchen Schritt nicht. <\/p>\n<p>Umso erstaunlicher ist es, dass nun ein deutlich weitl\u00e4ufigeres Projekt startet \u2013 ohne dass von einer vergleichbaren Analyse die Rede ist. Hat es eine gegeben, wurde die Studie bislang nicht erw\u00e4hnt. Hat es sie nicht gegeben, ist das umso bedenklicher. Man kann nur hoffen, dass L\u00e9on Gloden seine Entscheidungen auf fundierte Daten st\u00fctzt. Sonst ist es am Ende Symbolpolitik. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In genau zwei Wochen sollte es losgehen: Ab dem 1. 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