{"id":6346,"date":"2026-04-21T16:32:27","date_gmt":"2026-04-21T16:32:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6346\/"},"modified":"2026-04-21T16:32:27","modified_gmt":"2026-04-21T16:32:27","slug":"verlegerverbaende-fordern-strengere-regeln-fuer-tech-plattformen-und-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6346\/","title":{"rendered":"Verlegerverb\u00e4nde fordern strengere Regeln f\u00fcr Tech-Plattformen und KI"},"content":{"rendered":"<p>Im Zentrum der Initiative der deutschsprachigen Verlags-Lobbyisten stehen der Schutz von Medienvielfalt, faire Wettbewerbsbedingungen sowie die wirtschaftliche Absicherung unabh\u00e4ngiger Medienh\u00e4user. Aus Sicht der Verb\u00e4nde ist der Handlungsbedarf gro\u00df. Hintergrund ist die zunehmende Macht globaler Plattformen und KI-Anbieter, die Inhalte aggregieren, weiterverarbeiten und teilweise durch eigene Angebote ersetzen.\u00a0<\/p>\n<p>Michelle Cloos, Generaldirektorin von Editpress, des Luxemburger Verlagshauses, in dem unter anderem das \u201eTageblatt\u201d erscheint, sagt: \u201eWer den Informationsfluss kontrolliert, kontrolliert die Demokratie\u201c. Gleichzeitig warnt sie: \u201eDiese Kontrolle darf nicht bei digitalen Gatekeepern monopolisiert werden.\u201c<\/p>\n<p>Konkret fordern die Organisationen \u2013 darunter BDZV, V\u00d6Z und der Schweizer Verlegerverband \u2013 mehr Transparenz und verbindliche Spielregeln. Plattformen und KI-Systeme sollen offenlegen, nach welchen Kriterien Inhalte ausgew\u00e4hlt, gerankt und ausgespielt werden. Ebenso verlangen die Verb\u00e4nde klare und durchsetzbare Rechte der Medienh\u00e4user an ihren Inhalten sowie eine verpflichtende Verg\u00fctung, wenn diese Inhalte von Plattformen oder KI-Anwendungen genutzt werden. Zuletzt war beim BDZV martialisch von einem \u201eKriegszustand\u201d mit den Tech-Giganten, die vornehmlich aus den USA und China stammen, die Rede, <a href=\"https:\/\/meedia.de\/news\/beitrag\/20147-bdzv-sieht-sich-in-quot-kriegszustand-medial-quot-mit-grossen-tech-plattformen.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">wie MEEDIA berichtete<\/a>.<\/p>\n<p>Ein weiterer zentraler Punkt ist die Auffindbarkeit journalistischer Angebote: Diese m\u00fcsse diskriminierungsfrei gew\u00e4hrleistet sein, damit redaktionelle Inhalte im digitalen Wettbewerb nicht systematisch benachteiligt werden. Zudem pl\u00e4dieren die Verb\u00e4nde f\u00fcr klare Grenzen bei KI-generierten Inhalten marktbeherrschender Plattformen.<\/p>\n<p>Auch die \u00f6konomische Dimension steht im Fokus. Der digitale Werbemarkt sei strukturell verzerrt und entziehe klassischen Medien wichtige Einnahmen, wie es auch schon in der Debatte um die von Medienminister Wolfram Weimer geplante Digitalsteuer geht, <a href=\"https:\/\/meedia.de\/news\/beitrag\/20371-wolfram-weimer-kuendigt-digitalsteuer-fuer-naechstes-jahr-an.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00fcber die MEEDIA wiederholt berichtete<\/a>. \u201eMarktverzerrende Praktiken\u201c gro\u00dfer Plattformen m\u00fcssten begrenzt werden, gleichzeitig sollten diese st\u00e4rker an der Finanzierung journalistischer Inhalte beteiligt werden, hei\u00dft es in der Luxemburger Erkl\u00e4rung. Ziel sei es, tragf\u00e4hige und rechtssichere datenbasierte Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr Medienh\u00e4user zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Kritisch \u00e4u\u00dfern sich die Verb\u00e4nde zudem zur Rolle staatlicher oder staatsnaher Medienangebote im digitalen Raum. Diese d\u00fcrften privatwirtschaftliche Anbieter nicht verdr\u00e4ngen und m\u00fcssten klar abgegrenzt werden. Parallel fordern die Organisationen bessere Kooperationsm\u00f6glichkeiten und zus\u00e4tzliche F\u00f6rderma\u00dfnahmen f\u00fcr private Medien.<\/p>\n<p>Ein weiteres sensibles Thema ist der Umgang mit journalistischen Archiven. Mit Blick auf das sogenannte \u201eRecht auf Vergessen\u201c warnen die Verb\u00e4nde vor m\u00f6glichen Eingriffen in die historische Dokumentation. Durch eine m\u00f6gliche nachtr\u00e4gliche Ver\u00e4nderung oder L\u00f6schung von Inhalten d\u00fcrfe es nicht \u201ezur Umschreibung der Geschichte kommen\u201c. Gerade bei Themen von \u00f6ffentlichem Interesse m\u00fcsse die Integrit\u00e4t journalistischer Archive gewahrt bleiben.<\/p>\n<p>Insgesamt verstehen die Unterzeichner die \u201eErkl\u00e4rung von Luxemburg\u201c als einen Appell an Politik und Branche. Eine funktionierende demokratische \u00d6ffentlichkeit sei auf unabh\u00e4ngigen Journalismus angewiesen. Und dieser brauche im digitalen Umfeld klare Regeln, faire Wettbewerbsbedingungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/6c332f85cf3d40518355930df3cbee40.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" style=\"height:1px;width:1px;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Zentrum der Initiative der deutschsprachigen Verlags-Lobbyisten stehen der Schutz von Medienvielfalt, faire Wettbewerbsbedingungen sowie die wirtschaftliche Absicherung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6347,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1455,1444,1448,1442,1451,1453,1450,1412,1413,1446,5,1389,1414,1449,1445,1456,1454,1447,1443,1452],"class_list":["post-6346","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-luxemburg","tag-auffindbarkeit-inhalte","tag-bdzv","tag-digitale-gatekeeper","tag-erklaerung-von-luxemburg","tag-fairer-wettbewerb-medien","tag-journalistische-inhalte-verguetung","tag-ki-regulierung-europa","tag-kress","tag-kress-pro","tag-kuenstliche-intelligenz-medien","tag-luxemburg","tag-medien","tag-mediendienst","tag-medienvielfalt-schutz","tag-plattformregulierung","tag-recht-auf-vergessen","tag-transparenz-algorithmen","tag-urheberrecht-journalismus","tag-verlegerverbaende-europa","tag-werbemarkt-plattformen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116443659961526223","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6346\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}