{"id":6349,"date":"2026-04-21T16:56:06","date_gmt":"2026-04-21T16:56:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6349\/"},"modified":"2026-04-21T16:56:06","modified_gmt":"2026-04-21T16:56:06","slug":"tageblatt-lu-passivitaet-hat-noch-nie-zu-loesungen-gefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6349\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | \u201ePassivit\u00e4t hat noch nie zu L\u00f6sungen gef\u00fchrt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Tageblatt: Sie organisieren am Mittwoch die \u201eMarche pour la Terre\u201c in der Hauptstadt mit. Angesichts steigender Lebenskosten, hoher Benzinpreise und Krieg werden manche sagen, dass die Leute aktuell andere Sorgen haben. <\/p>\n<p>Gauthier Hansel: Wir verstehen, dass die Menschen Sorgen haben und m\u00fcde sind. Schlie\u00dflich reiht sich eine Krise an die n\u00e4chste. Gerade deshalb wollen wir am Mittwoch mit Enthusiasmus auf die Stra\u00dfe gehen. Wir demonstrieren gegen die Umweltkrise, aber auch gegen Kriege und soziale Ungleichheiten. Steigende Energie- und Lebenskosten h\u00e4ngen mit unserer Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen zusammen \u2013 sie macht uns verwundbar. <\/p>\n<p>Anna Topliyski: Wie so oft im Leben sind die Dinge miteinander verbunden und man kann sie deshalb nicht getrennt betrachten. So sind die aktuellen, mit Waffen ausgetragenen Konflikte die Ursache f\u00fcr den Preisanstieg. Die Menschen, die zur \u201eMarche pour la Terre\u201c kommen, engagieren sich f\u00fcr den Klimaschutz, aber auch f\u00fcr soziale Fragen, die damit verbunden sind. Denn wie gesagt: Alles h\u00e4ngt miteinander zusammen. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Als sich vor nicht allzu langer Zeit der Angriffskrieg auf die Ukraine zuspitzte, waren hohe Benzinpreise ein gro\u00dfes Thema \u2013 jetzt wieder. Haben wir nichts gelernt? <\/p>\n<p>A.T.: Wenn ich an die USA und den Aufstieg des Faschismus denke, m\u00fcssen wir noch viel lernen und vor allem uns an vieles erinnern. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und hatte das Gef\u00fchl, dass sehr viel \u00fcber den Zweiten Weltkrieg gesprochen wurde. Heute allerdings wirkt es so, als wenn viele Leute die Basis von Konflikten nicht mehr kennen. Im Nahen Osten wird um Ressourcen gek\u00e4mpft. Diese brauchen wir auf \u2013 und dadurch versch\u00e4rfen sich Konflikte. <\/p>\n<p>G.H.: Aus der russischen Invasion in der Ukraine haben wir erste Lehren gezogen, aber l\u00e4ngst nicht genug. Positiv ist, dass sich nach der COP30 entt\u00e4uschte L\u00e4nder zusammengeschlossen haben, um vom 24. bis 29. April bei einer internationalen Konferenz in der kolumbianischen Stadt Santa Marta \u00fcber einen gerechten Ausstieg aus den fossilen Energien zu diskutieren. Das ist das erste Mal in der Geschichte und eine gute Nachricht. Luxemburg beteiligt sich daran. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            (Anm. d. Red.: Tats\u00e4chlich wird Luxemburg laut der Pressestelle des Umweltministeriums bei der Konferenz durch Thomas Schoos, Regierungsberater und Mitglied des Kabinetts des Ministers f\u00fcr Umwelt, Klima und Biodiversit\u00e4t, vertreten.) <\/p>\n<p class=\"Encoche-Titel1\">Zur Organisation des Protestmarschs <\/p>\n<p class=\"Encoche-Text1\">Seit rund zweieinhalb Jahren koordiniert Anna Topliyski das Netzwerk der B\u00fcrgerbewegung \u201eCitizens for Ecological Learning &amp; Living\u201c (CELL). F\u00fcr CELL unterst\u00fctzt die 35-J\u00e4hrige in diesem Jahr die Organisation der \u201eMarche pour la Terre.\u201c Die dritte Ausgabe wird von \u201eVotum Klima\u201c organisiert \u2013 einem Zusammenschluss von 15 gemeinn\u00fctzigen Vereinigungen in Luxemburg, die sich f\u00fcr ein st\u00e4rkeres gemeinsames und politisches Handeln gegen die Klimakrise einsetzen. Neben u.a. \u201eFairtrade L\u00ebtzebuerg\u201c, \u201enatur&amp;\u00ebmwelt\u201c oder \u201eProVelo\u201c geh\u00f6ren auch CELL und Greenpeace der Plattform an. F\u00fcr Greenpeace wirkt u.a. Gauthier Hansel an der Organisation mit. Der 25-J\u00e4hrige arbeitet seit einem Jahr als Kampagnenbeauftragter bei Greenpeace Luxembourg. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch um 17.30 Uhr mit Konzerten am Bahnhof in der Hauptstadt. Um 18.30 Uhr startet der Protestmarsch und setzt sich in Richtung Chamber in Bewegung. Weitere Infos gibt es in den sozialen Medien unter \u201eMarche pour la Terre\u201c. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Unternimmt die Luxemburger Regierung genug f\u00fcr Umwelt- und Klimaschutz? <\/p>\n<p>A. T.: Nein, sonst m\u00fcssten wir nicht auf die Stra\u00dfe gehen. Wir von CELL arbeiten zwar mit dem Umweltministerium zusammen, aber unsere Sicht wird nicht immer ber\u00fccksichtigt. Allgemein muss die Politik mehr tun, um ihre Verpflichtungen umzusetzen. Wer sich per Abkommen dazu verpflichtet, von den fossilen Energien wegzukommen, muss sich auch die finanziellen Mittel daf\u00fcr geben und entsprechende Aktionen umsetzen \u2013 zum Beispiel Weiterbildungen zu dem Thema organisieren. Wir brauchen konkrete Pl\u00e4ne mit Fristen. <\/p>\n<p>G. H.: Ich teile Annas Meinung. Luxemburg macht Fortschritte, aber diese gehen nicht weit genug. W\u00e4hrend der COP30 wurden sich ambiti\u00f6se Ziele in puncto fossile Energien gesetzt, gleichzeitig investiert Luxemburg \u00fcber den \u201eFonds de compensation\u201c (FDC) eben in gerade diese Energien. Eine im vergangenem Jahr ver\u00f6ffentlichte Analyse zeigt, dass der Fonds Rentenbeitr\u00e4ge in Unternehmen der Kohle-, \u00d6l- und Gasindustrie investiert. Das ist nicht koh\u00e4rent. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Warum lohnt es sich, f\u00fcr den Planeten auf die Stra\u00dfe zu gehen? <\/p>\n<p>A. T.: Die Frage stellt sich nicht \u2013 schlie\u00dflich leben wir auf der Erde. Es geht um unser \u00dcberleben. Mit der \u201eMarche pour la Terre\u201c k\u00e4mpfen wir f\u00fcr das Leben, das verschwindet, und f\u00fcr diejenigen, die keine Stimme haben. In Luxemburg haben wir das Recht, zu demonstrieren. Aber im Iran zum Beispiel werden Leute ermordet, weil sie auf die Stra\u00dfe gehen. Daraus ergibt sich eine Verantwortung. Wir setzen uns f\u00fcr die Menschen, Tiere und Pflanzen ein, die nicht f\u00fcr sich sprechen k\u00f6nnen. Ver\u00e4nderung braucht Druck aus der Bev\u00f6lkerung. Wir sollten das Gewicht unserer Stimmen nicht vergessen und zeigen, dass wir da sind. Passivit\u00e4t hat noch nie zu L\u00f6sungen gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>G. H.: Auf die Stra\u00dfe zu gehen, ist in unruhigen Zeiten wichtiger denn je. Wir setzen uns nicht nur f\u00fcr die Erde, sondern auch f\u00fcr Frieden ein. Kriege zerst\u00f6ren Leben und \u00d6kosysteme, denn dabei werden Millionen Tonnen CO\u2082 ausgesto\u00dfen. Unsere Forderungen basieren auf folgenden drei Pfeilern: Frieden, Wohlergehen der Bev\u00f6lkerung und der Erde. Oder auf Englisch: \u201ePeace, people, planet\u201c. <\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Gemeinsam-mit-Hunderten-anderen-wollen-sich-Gauthier-Hansel-94086.jpg\" title=\"Klimab\u00fcndnis ruft f\u00fcr Mittwoch zu Protest in der Hauptstadt auf \" alt=\"Gauthier Hansel und Anna Topliyski mit Hunderten Menschen bei Friedens- und Umweltschutz-Demonstration\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:48.36355883139469114% 18.144779407220440248%;\"\/>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Gemeinsam mit Hunderten anderen wollen sich Gauthier Hansel und Anna Topliyski f\u00fcr Erde, Frieden und Menschen einsetzen Foto: Editpress\/Fabrizio Pizzolante<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Als \u201eweit entfernt von den traditionellen Veranstaltungen\u201c beschreibt die organisierende Plattform \u201eVotum Klima\u201c den Marsch. Warum? <\/p>\n<p>A.T.: Es gibt eine gewisse M\u00fcdigkeit gegen\u00fcber dem Thema und das ist verst\u00e4ndlich. Deshalb setzen wir auf ein festliches Konzept. Wir verbinden Freude und das Feiern mit Protest. Wir wollen zelebrieren, was wir haben: die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren. Rund 60 S\u00e4nger von mehreren Ch\u00f6ren treten deshalb ab 17.30 Uhr am Bahnhof auf. Man kann einfach dort vorbeikommen, sich das anh\u00f6ren und dann entscheiden, ob man mitgehen will. Auch f\u00fcr Kinder ist es sch\u00f6n. W\u00e4hrend des Protests gehen wir singend zusammen vom Hauptbahnhof zur Chamber. Wir erheben gemeinsam unsere Stimmen und zeigen kollektive St\u00e4rke. Das hei\u00dft aber nicht, dass es keine Protestschreie, Megafone und Schilder geben wird. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            Bislang geh\u00f6rt die Veranstaltung zu den kleineren dieser Art <\/p>\n<p>G.H.: Wir wollen mit dem 22. April \u2013 am Tag der Erde \u2013 einen Termin etablieren, an dem sich die Zivilgesellschaft trifft. Da das Datum meist auf einen Werktag f\u00e4llt, beginnt die \u201eMarche pour la Terre\u201c etwas sp\u00e4ter. F\u00fcr Leute, denen Klimathemen am Herzen liegen, soll es ein Termin werden, den man nicht verpassen will. Die Veranstaltung wird sich im Laufe der Zeit entwickeln. Je mehr wir sind, desto besser werden wir geh\u00f6rt. <\/p>\n<p>A.T. Der Marsch findet 2026 zum dritten Mal in Folge statt. Zwischen 200 und 500 Leute sind gew\u00f6hnlich dabei. Bislang ist es tats\u00e4chlich eine eher kleinere Demonstration. F\u00fcr uns ist die Teilnehmerzahl aber gar nicht so wichtig. Wir achten eher auf Kontinuit\u00e4t \u2013 die \u201eMarche f\u00e9ministe\u201c in Luxemburg zum Beispiel ist auch \u00fcber die Jahre gewachsen. Wir machen weiter und nehmen die Stra\u00dfe ein. Wer dazukommen will, ist willkommen. Gemeinsam teilen wir der Regierung dann mit, dass es so nicht weitergeht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Tageblatt: Sie organisieren am Mittwoch die \u201eMarche pour la Terre\u201c in der Hauptstadt mit. 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