{"id":6378,"date":"2026-04-22T04:56:12","date_gmt":"2026-04-22T04:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6378\/"},"modified":"2026-04-22T04:56:12","modified_gmt":"2026-04-22T04:56:12","slug":"tageblatt-lu-auf-social-media","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6378\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Auf Social Media"},"content":{"rendered":"<p>Der Rahmen ist edel, die Herren tragen Smoking, die Damen elegante Kleider. Der Metropolitan Club in New York ist eine Institution. Hier treffen sich seit mehr als einem Jahrhundert Mitglieder und G\u00e4ste aus Politik und Wirtschaft. <\/p>\n<p>So auch am vergangenen 14. April. Am Tisch vorne sitzt Gro\u00dfherzog Guillaume, zu seiner Linken Finanzminister Gilles Roth, stehend dahinter Vizepremier und Au\u00dfenminister Xavier Bettel, dazu weitere G\u00e4ste und gleich hinter Guillaume, im feuerroten Kleid, Stacey Feinberg, US-Botschafterin in Luxemburg. <\/p>\n<p>Anlass ist die alle zwei Jahre stattfindende Verleihung des Luxembourg-American Chamber of Commerce Award. Business as usual also \u2013 wenn da nicht, weit im Hintergrund, der Mann ohne Schulter und Arm w\u00e4re. Eigentlich ist er nur ein Kopf, aber doch recht einfach zu erkennen. Was wiederum zeigt: Das Foto, das die US-Botschaft sowie US-Botschafterin Feinberg vergangene Woche auf Instagram posteten, wurde zuvor mit einem Bildbearbeitungsprogramm ver\u00e4ndert, um Personen daraus zu entfernen. <\/p>\n<p>          Manipulierte Bilder im \u00f6ffentlichen Raum <\/p>\n<p>Die US-Botschaft in Luxemburg verbreitet damit in Zeiten von Fake News ein mit Photoshop bearbeitetes Foto, auf dem der Gro\u00dfherzog sowie zwei Minister und die luxemburgische Botschafterin in den USA, Nicole Bintner, zu sehen sind. Der Grund f\u00fcr diesen Zauber? Der wird auch auf Nachfrage bei der US-Botschaft hin nicht klar. <\/p>\n<p>Ebenfalls abgebildet ist, rechts neben Guillaume sitzend, Ed Morgan, der CEO von Plastikpak Inc. Eine Filiale von Plastikpak, die in K\u00e4erjeng ans\u00e4ssige LuxPET, war der diesj\u00e4hrige Preistr\u00e4ger. Auch Michel Franck von der Luxembourg-American Chamber of Commerce (LACC) ist auf dem Foto zu sehen. <\/p>\n<p>Das Originalfoto, aufgenommen von der LACC, l\u00e4sst sich auf Paperjam.lu betrachten, das eine Fotogalerie zu dem Event online gestellt hat. Und es offenbart einige \u00dcberraschungen: Zu sehen ist dort eine weitere Frau neben Feinberg sowie ein Mann, der im Hintergrund vorbeigeht. Anders als der Mann scheint die Frau Teil der Gruppe zu sein, steht sie doch neben allen anderen auf diesem Gruppenfoto und schaut l\u00e4chelnd und direkt in die Kamera. Es ist auch diese Frau, die Arm und Schulter des Mannes im Hintergrund verdeckt, sodass diese nach dem Wegretuschieren der Frau aus dem Bild fehlen. <\/p>\n<p>          Warum \u00fcberhaupt? Aus der Antwort wird niemand schlau <\/p>\n<p>Die Antwort der US-Botschaft in Luxemburg auf die Tageblatt-Nachfrage f\u00e4llt recht knapp aus. \u00dcber E-Mail informierte die Sprecherin der Botschaft, dass \u201edas von der Botschaft gepostete Bild die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Luxemburg im Rahmen der Business-Award-Gala widerspiegelt\u201c. Das Posting entspreche \u201edem Rahmen unserer Praxis des Social-Media-Content-Managements\u201c. Ebenso entspreche \u201edie verwendete Bildsprache dem Thema der Veranstaltungen und Aktivit\u00e4ten, die wir teilen\u201c, so die US-Botschaft. Zu einzelnen Personen wolle die US-Botschaft keine Stellung nehmen. <\/p>\n<p>Die Fragen vom Tageblatt, wer die Bildbearbeitung veranlasste, warum das \u00fcberhaupt geschah und ob das Ver\u00e4ndern von Fotos regelm\u00e4\u00dfig vorkomme, blieben unbeantwortet. Auch zu der Frage, ob die US-Botschaft es f\u00fcr unbedenklich h\u00e4lt, derart bearbeitete Bilder mit Personen des \u00f6ffentlichen Lebens wie dem Staatsoberhaupt und hochrangigen Ministern Luxemburgs zu ver\u00f6ffentlichen, gab es keine Stellungnahme. <\/p>\n<p>Stacey Feinberg ist seit vergangenem November US-Botschafterin in Luxemburg. In ihrer noch jungen diplomatischen Laufbahn sorgte Feinberg bereits f\u00fcr einiges Aufsehen. Sie kritisierte China f\u00fcr seine Einflussnahme in Luxemburg (und nebenbei Luxemburg f\u00fcr seine angebliche Naivit\u00e4t). Zudem sorgte Feinberg bereits zweimal f\u00fcr einen Shitstorm gegen ihre Person in Luxemburg. Einmal warb sie f\u00fcr ein Austauschprogramm f\u00fcr junge Menschen aus Luxemburg, als nahezu zeitgleich eine US-Amerikanerin durch Sch\u00fcsse eines ICE-Agenten in Minneapolis ums Leben kam. Etwas sp\u00e4ter lobte sie US-Pr\u00e4sident Trump in den sozialen Medien als \u201egreatest President ever\u201c, was viele im Internet mit H\u00e4me quittierten. <\/p>\n<p>Angesprochen auf diese Reaktionen sagte Feinberg im Februar im gro\u00dfen Interview mit dem Tageblatt: \u201eIch muss immer noch das Recht dieser Menschen verteidigen, das im Internet zu schreiben \u2013 freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ist freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, aber gefallen tun mir solche Kommentare nat\u00fcrlich nicht.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Rahmen ist edel, die Herren tragen Smoking, die Damen elegante Kleider. 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