{"id":6445,"date":"2026-04-22T14:00:13","date_gmt":"2026-04-22T14:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6445\/"},"modified":"2026-04-22T14:00:13","modified_gmt":"2026-04-22T14:00:13","slug":"tageblatt-lu-domaine-tageblatt-die-grosse-abrechnung-so-viel-hat-unser-rivaner-ungefaehr-in-der-produktion-gekostet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/6445\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Domaine Tageblatt | Die gro\u00dfe Abrechnung: So viel hat unser Rivaner (ungef\u00e4hr) in der Produktion gekostet"},"content":{"rendered":"<p>Zahlen, der gr\u00f6\u00dfte Feind des Journalisten. Noch nie konnte ich diese Aussage so gut nachf\u00fchlen wie jetzt. Seit anderthalb Jahren l\u00e4uft unser Weinprojekt Domaine Tageblatt bereits. Seit etwas mehr als einem Jahr nehmen wir uns vor, eine Kostenrechnung f\u00fcr die Produktion unseres Weines aufzustellen. Jetzt, eine Woche vor dem Launch-Event des Tageblatt-Rivaners, ist es so weit. Und wir mussten relativ schnell feststellen, dass es keine einfache Rechnung ist. Das liegt aber nur zum Teil daran, dass wir das Ganze haben schleifen lassen. <\/p>\n<p class=\"Encoche-Titel1\">Sie wollen unseren Wein verkosten? Dann melden Sie sich an! <\/p>\n<p class=\"Encoche-Text1\">Am 29. April stellen wir ab 18.00 Uhr im Kulturzentrum Machera in Grevenmacher unseren Rivaner vor. Beginnen werden wir mit einer kleinen Vorstellung unseres Projektes und einem kurzen Rundtischgespr\u00e4ch mit Weinbauministerin Martine Hansen (CSV) sowie den Winzern Corinne Kox, Mich\u00e8le Mannes und Bob Molling. Anschlie\u00dfend gibt es dann den Tageblatt-Rivaner zu verkosten und die M\u00f6glichkeit, den Wein zu bestellen. Anmelden k\u00f6nnen Sie sich \u00fcber diesen <a href=\"https:\/\/editpress.typeform.com\/to\/JWx7aNAp?typeform-source=www.tageblatt.lu\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Link<\/a>. <\/p>\n<p>Da immer mehr Parzellen in den Weinbergen brachliegen, f\u00e4ngt es schon damit an, dass es schwierig ist, einen Pachtpreis festzulegen. F\u00fcr gute Lagen mit gefragten Rebsorten kann der Preis schon mal bei 2.500 Euro pro Hektar liegen. Das w\u00e4ren 750 Euro f\u00fcr eine Parzelle von 30 Ar, wie wir sie bewirtschaftet haben. Da Rivaner jetzt nicht die gefragteste Rebsorte ist, gehen wir einfach von einem fiktiven Pachtpreis von 500 Euro aus. Bei 2.700 produzierten Flaschen macht das rund 19 Cent pro Flasche, noch bevor wir \u00fcberhaupt angefangen haben zu arbeiten. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Zwei Euro pro Flasche im Weinberg <\/p>\n<p>Die Arbeiten im Weinberg begannen im Winter mit dem R\u00fcckschnitt. Dann ging es weiter mit Binden, Putzen, Entbl\u00e4ttern, Proben ins Labor bringen und schlie\u00dflich der Lese. Pro Hektar Rebfl\u00e4che kann man mindestens 200 Arbeitsstunden pro Jahr rechnen. Je nachdem, ob Hanglage, Hand- oder maschinelle Lese, variiert es ein wenig. Als absolute Laien ben\u00f6tigten wir vom Winterschnitt bis zur Lese 214 Arbeitsstunden f\u00fcr unsere 30 Ar. Wir waren vielleicht nicht sehr effizient, daf\u00fcr aber mit umso mehr Herzblut dabei. Das macht in unserem Fall rund 5.600 Euro Lohnkosten und pro Flasche rund zwei Euro. Rechnet man dann noch die Kellerarbeit unmittelbar nach der Lese hinzu sowie das Abf\u00fcllen der Flaschen, das Etikettieren und das Verpacken, kommen noch einmal rund 25 Arbeitsstunden und Lohnkosten von rund 650 Euro hinzu. Pro produzierte Flasche macht das noch einmal 24 Cent aus. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild-94120.jpg\" title=\"Die gro\u00dfe Abrechnung: So viel hat unser Rivaner (ungef\u00e4hr) in der Produktion gekostet \" alt=\"Die gro\u00dfe Abrechnung: So viel hat unser Rivaner (ungef\u00e4hr) in der Produktion gekostet \" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption-credit\">Grafik: Tageblatt\/Jil Scheuer<\/p>\n<p>Wir haben zwar mit unseren Durchschnittsl\u00f6hnen gerechnet und nicht auf Saisonarbeiter zur\u00fcckgegriffen, allerdings haben wir uns nicht selbst um den Pflanzenschutz gek\u00fcmmert und auch den Ausbau unseres Weines nicht selbst verfolgt. Auch die Kosten f\u00fcr Maschinen sind noch nicht inbegriffen. \u201eDa kommt schon noch was zusammen\u201c, sagt Marc Kohll vom Domaine VitiKohll. Der junge Winzer hat den Familienbetrieb aus der Genossenschaftskellerei herausgenommen und produziert nun seine eigenen Weine. \u201eIch musste also erst einmal eine ganze Kellerei aufbauen, was mit gro\u00dfen Investitionen verbunden ist.\u201c Die genauen Kosten hier aufzuschl\u00fcsseln, w\u00fcrde zu weit f\u00fchren. Angefangen mit einer Weinpresse, die gebraucht bereits um die 20.000 Euro kosten kann. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Marc-Kohll-94121.jpg\" title=\"Die gro\u00dfe Abrechnung: So viel hat unser Rivaner (ungef\u00e4hr) in der Produktion gekostet \" alt=\"Portr\u00e4t von Marc Kohll, deutscher Unternehmer und Experte f\u00fcr digitale Transformation, vor neutralem Hintergrund\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:48.45055930352184248% 35.340169429128778233%;\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Marc Kohll Foto: privat<\/p>\n<p>Hohe Anschaffungskosten <\/p>\n<p>Edelstahlf\u00e4sser von 2.500 Litern kosten neu um die 3.500 Euro, halten aber eigentlich ein Leben lang. Bei Holzf\u00e4ssern sieht es anders aus. Unter 1.000 Euro bekommt man eigentlich kein Fass mehr. Hier passen in der Regel nur 250 Liter hinein und damit die Holznote im Wein erhalten bleibt, kann das Fass auch nur einige Jahre genutzt werden. Weshalb im Holz ausgebaute Weine in der Regel auch teurer sind. Dann braucht es noch Schl\u00e4uche, Pumpen und einiges mehr. \u201eWer seinen Wein bei einem Kellermeister ausbauen will, der muss wohl mit zwei bis drei Euro pro Flasche rechnen\u201c, sch\u00e4tzt Marc Kohll. Dann sollte der Wein aber auch schon abgef\u00fcllt sein. Kohll selbst hat keine eigene F\u00fcllanlage, die in der Regel ein paar Hunderttausend Euro kostet. \u201eDaf\u00fcr produziere ich nicht genug, dass sich diese Anschaffung jetzt schon lohnen w\u00fcrde.\u201c Er greift also auf einen externen Anbieter zur\u00fcck. \u201eUnter 14 Cent pro Flasche bekommt man seinen Wein nicht abgef\u00fcllt\u201c, so Kohll. Doch bevor abgef\u00fcllt werden kann, muss man erst einmal Flaschen beschaffen. Hier liegt man bei rund 60 Cent, dazu kommen 15 Cent f\u00fcr den Verschluss, zehn Cent f\u00fcrs Etikett und noch einmal f\u00fcnf Cent f\u00fcrs R\u00fcckenetikett. Macht also 90 Cent. <\/p>\n<p>Viele Variablen <\/p>\n<p>Wenn wir das nun auf unseren Rivaner herunterrechnen, kommen wir auf 2,5 Euro pro Flasche f\u00fcr Pacht und Lohnkosten, Flasche mit Etikett und Verschluss rund 90 Cent und dann noch einmal zwei Euro pro Flasche f\u00fcr den Ausbau des Weines in der Kellerei. Das macht Produktionskosten von 5,4 Euro pro Flasche. Z\u00e4hlt man dann noch den Pflanzenschutz und die Maschinen hinzu, sowie die ben\u00f6tigten Versicherungen ist man wohl n\u00e4her an sieben als an sechs Euro pro Flasche. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Jeff-Konsbrueck-94122.jpg\" title=\"Die gro\u00dfe Abrechnung: So viel hat unser Rivaner (ungef\u00e4hr) in der Produktion gekostet \" alt=\"Portr\u00e4t von Jeff Konsbr\u00fcck, professioneller Experte f\u00fcr digitale Transformation und Innovation\" class=\"img-responsive\" style=\"object-position:41.718595581481274337% 35.964904570422881136%;\"\/><\/p>\n<p class=\"image-caption\">Jeff Konsbr\u00fcck Foto: Editpress\/Fabrizio Pizzolante<\/p>\n<p>Jeff Konsbr\u00fcck, selbst Winzer und Vizepr\u00e4sident der \u201ePrivatw\u00ebnzer asbl\u201c, h\u00e4lt diese Rechnung durchaus f\u00fcr plausibel. \u201eNat\u00fcrlich h\u00e4ngt es von vielen Faktoren ab.\u201c Pro Hektar k\u00f6nne man aber mit rund 14.000 Euro Kosten rechnen, allein f\u00fcr die Arbeit im Weinberg. \u201eDann kommt es darauf an, ob man auf einem Hektar 5.000 oder 10.000 Liter produziert. Da wir auf Qualit\u00e4tsweine setzen, kann man mit 5.000 bis 7.000 Liter pro Hektar rechnen\u201c, sagt Konsbr\u00fcck. Macht also zwischen zwei und 2,80 Euro pro Liter. Rebsorten wie der Rivaner, die momentan nicht sehr gefragt sind, da gehen Winzer auch schon mal auf 9.000 Liter pro Hektar, was die Kosten nat\u00fcrlich senkt. <\/p>\n<p>Mit rund sechs Euro an Kosten pro Flasche hat der Winzer sie zwar fertig im Keller stehen, aber noch nicht verkauft. Kosten f\u00fcr Marketing, Arbeitsstunden auf Weinmessen und so weiter kommen noch obendrauf. \u201eUnd man muss den Leuten den Wein ja auch zur Verkostung anbieten. Ich rechne, dass ich eine Flasche zur Verkostung ausgebe, um 50 Flaschen zu verkaufen\u201c, sagt Konsbr\u00fcck. Und die Kosten f\u00fcr diese Flaschen muss er schlie\u00dflich auch noch \u00fcber den Verkauf einnehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zahlen, der gr\u00f6\u00dfte Feind des Journalisten. 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