{"id":7219,"date":"2026-05-01T12:08:16","date_gmt":"2026-05-01T12:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/7219\/"},"modified":"2026-05-01T12:08:16","modified_gmt":"2026-05-01T12:08:16","slug":"tageblatt-lu-aufruesten-fuer-die-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/7219\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Aufr\u00fcsten f\u00fcr die Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Luxemburg erh\u00e4lt seinen \u201eFonds national de la d\u00e9fense\u201c. Am Donnerstagnachmittag haben Verteidigungsministerin Yuriko Backes, Wirtschaftsminsiter Lex Delles und Finanzminister Gilles Roth den FND vorgestellt. Dieser wird mit 150 Millionen Euro gespeist, die innerhalb von f\u00fcnf Jahren in den Bereichen Verteidigung und Dual-Use-Technologie investiert werden sollen. <\/p>\n<p>Es ist ein Instrument, das seit etwa zehn Jahren regelm\u00e4\u00dfig eingesetzt wird. Hat die Regierung entschieden, einen bestimmten Sektor f\u00f6rdern zu wollen, gr\u00fcndet sie gemeinsam mit der staatlichen Entwicklungsbank SNCI einen speziellen Fonds. Dieser investiert dann Kapital in junge \u2013 oder nicht mehr ganz so junge \u2013 internationale Unternehmen aus dem anvisierten Bereich und sorgt gleichzeitig daf\u00fcr, dass diese eine Verbindung zu Luxemburg aufbauen: mal eine eigene Niederlassung, mal gemeinsame Forschungsprojekte. <\/p>\n<p>Der Fonds verfolgt dabei drei sich erg\u00e4nzende Ziele, schreibt die Regierung: Die Ausgaben des Landes im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben im Einklang mit den Zielen der NATO zu bringen; die Schaffung von wirtschaftlicher Substanz in Luxemburg st\u00e4rken; eine wirtschaftliche Rendite mit den Investitionen zu erwirtschaften. <\/p>\n<p>\u201eDurch die Mobilisierung \u00f6ffentlicher Mittel unterst\u00fctzen wir strategische Technologien mit hohem Potenzial und st\u00e4rken gleichzeitig nachhaltig die wirtschaftliche Substanz des Landes\u201c, erl\u00e4utert Finanzminister Gilles Roth. Mittelfristig soll der FND mithelfen, ein \u201enationales \u00d6kosystems innovativer Unternehmen im Verteidigungssektor\u201c zu schaffen. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Geld aus mehreren Quellen <\/p>\n<p>Die Investitionspolitik des Fonds orientiert sich an der luxemburgischen <a href=\"https:\/\/gouvernement.lu\/dam-assets\/images-documents\/actualites\/2026\/03-mars\/26-backes-delles-defense\/documents\/stratgie-industrie-de-dfense-du-luxembourg.pdf\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Verteidigungsindustriestrategie<\/a>, die die Regierung im M\u00e4rz 2026 vorgestellt hatte. Im Visier sind Bereiche, in denen Luxemburg bereits St\u00e4rken aufgebaut hat oder aufbauen will: <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Wie-Luxemburg-Innovation-im-Verteidigungsbereich-vorantreiben-will-27498.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Cybersicherheit, Weltraum<\/a>, fortschrittliche Materialien und Automatisierung. Der Fonds soll sowohl in Investmentfonds als auch direkt in einzelne Unternehmen co-investieren, stets mit dem Ziel, wirtschaftliche Substanz im Gro\u00dfherzogtum zu schaffen. <\/p>\n<p>Das Geld f\u00fcr den Fonds wird aus unterschiedlichen staatlichen Quellen kommen: So werden der Staat selber, gemeinsam mit dem Fonds souverain interg\u00e9n\u00e9rationnel du Luxembourg (FSIL) 75 Millionen Euro einbringen. Die andere H\u00e4lfte des Kapitals wird die staatliche Entwicklungsbank SNCI (Soci\u00e9t\u00e9 nationale de cr\u00e9dit et d\u2018investissement (SNCI) beisteuern. Letztere wird sich auch um die Verwaltung des neuen Fonds k\u00fcmmern. <\/p>\n<p>Das Modell ist nicht neu: Luxemburg setzt seit rund zehn Jahren auf sektorielle Fonds, die gemeinsam mit der SNCI aufgelegt werden, um strategisch wichtige Branchen zu f\u00f6rdern. Mit dazu z\u00e4hlen beispielsweise der Luxembourg Future Fund 1 und sein <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/200-Millionen-Euro-fuer-die-Finanzierung-der-Wirtschaft-von-morgen-27848.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Nachfolger LFF2<\/a>. Konzentriert wird sich hier auf Firmen, die in Bereichen wie Cybersicherheit, Health-Tech, Weltraum oder Umwelttechnologien t\u00e4tig sind. <\/p>\n<p>Die Regierung ist aber zufrieden mit den bisher erzielten Ergebnissen. Die Investitionen h\u00e4tten geholfen, mehrere Firmen nach Luxemburg zu ziehen, hat sie mitgeteilt. Darunter die Weltraumunternehmen Spire und ClearSpace, <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Drei-Minister-begruessen-Lyten-Das-Unternehmen-aus-Silicon-Valley-kommt-nach-Luxemburg-20459.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">das aus Silicon Valley stammende Unternehmen Lyton<\/a>, sowie zwei spezialisierte Verm\u00f6gensverwalter. <\/p>\n<p>F\u00f6rderung der nationalen Wirtschaft <\/p>\n<p>\u201eMit dieser Initiative setzen wir eine bereits eingeleitete Dynamik fort, die darauf abzielt, Verteidigung und Dual-Use-Technologien zu einem vorrangigen Schwerpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung zu machen\u201c, f\u00fcgt Wirtschaftsminister Lex Delles hinzu. Alles mit dem Ziel, \u201eLuxemburg als echten Innovationspol zu positionieren.\u201c <\/p>\n<p>Neu ist derweil, dass sich der FSIL an einem solchen Fonds beteiligt. Dieser Staatsfonds ist nicht <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Luxemburger-Rentenreserve-erwirtschaftet-2024-einen-historischen-Rekordgewinn-7442.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">der milliardenschwere Luxemburger Rentenfonds<\/a>, sondern ein kleines Instrument, das aktuell \u00fcber lediglich 784 Millionen Euro an Kapital verf\u00fcgt. Die <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Eine-kleine-Entscheidung-schlaegt-hohe-Wellen-4988.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">Mission des 2014 gegr\u00fcndeten FSIL<\/a> besteht darin, Ersparnisse zu bilden, deren Ertr\u00e4ge unter bestimmten Bedingungen und innerhalb bestimmter Grenzen zum Wohl k\u00fcnftiger Generationen verwendet werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Bleibt zu bemerken, dass sich nicht jedes Unternehmen, in das investiert wird, zu einem gesch\u00e4ftlichen Erfolg entwickeln wird \u2013 innerhalb eines Fonds sollen dann aber, im Normalfall, Fehltritte durch Erfolge kompensiert werden. <\/p>\n<p>Mehr als nur eine Ausgabe <\/p>\n<p>Im Endeffekt d\u00fcrfte es sich um gut angelegte 150 Millionen Euro handeln. Das Geld flie\u00dft nicht einfach in den Kauf von Munition und Waffen, sondern wird investiert. Mit etwas Gl\u00fcck kann es sich somit auf mittlere Sicht um eine \u201eAusgabe\u201c handeln, mit der der Staat einen finanziellen Gewinn erwirtschaften kann. <\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Luxemburg auf Nato-Ebene zugestimmt, mittelfristig 5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken. 3,5 Prozentpunkte dieser Ausgaben m\u00fcssen in \u201ecore defence\u201c-Projekte flie\u00dfen. Diese Finanzinvestitionen werden als Teil der 1,5 Prozentpunkte anerkannt, die flexibler ausgegeben werden d\u00fcrfen, die \u201edefence related\u201c sein d\u00fcrfen, so das Verteidigungsministerium auf Nachfrage. Das Geld das investiert wird, ist also Geld, das Luxemburg versprochen hat, auszugeben. <\/p>\n<p>Der nun angek\u00fcndigte Fonds ist ein Teil der Strategie, um die h\u00f6heren Verteidigungsausgaben auch in der Luxemburger Wirtschaft ankommen zu lassen. Eine <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Handelskammer-sieht-im-Ruestungsboom-wirtschaftliche-Chance-fuer-Luxemburg-und-seine-Betriebe-10097.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">sektorielle Unternehmensvereinigung<\/a> wurde bereits gegr\u00fcndet. Geplant ist auch ein <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Regierung-will-Duedelinger-Gelaende-uebernehmen-und-prueft-Tauglichkeit-fuer-Verteidigungszwecke-7346.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" title=\"\">\u201eDefence Campus\u201c in D\u00fcdelingen<\/a>, wo sich Unternehmen aus dem Bereich ansiedeln k\u00f6nnen. Was der aufstrebenden R\u00fcstungsindustrie hierzulande aber noch fehlt, ist der gesetzliche Rahmen: Ein Gesetz, das klar regelt, was R\u00fcstungsunternehmen in Luxemburg d\u00fcrfen und was nicht. Der Text ist in Ausarbeitung. <\/p>\n<p>  &#13;<\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            <a href=\"https:\/\/www.tageblatt.lu\/Wirtschaft\/Die-Regierung-sucht-150-Millionen-fuer-die-Verteidigung-zwei-Drittel-noch-am-gleichen-Tag-verkauft-24110.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive wcms-image-layout wcms-img-fitting-cover wcms-img-aspect-ratio-16-9 wcms-img-object-position-centered\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Finanzminister-Gilles-Roth-und-Verteidigungsministerin-35024m.jpg\" loading=\"lazy\" title=\"Die Regierung sucht 150 Millionen f\u00fcr die Verteidigung \u2013 zwei Drittel noch am gleichen Tag verkauft\" alt=\"Finanzminister Gilles Roth und Verteidigungsministerin Yuriko Backes pr\u00e4sentieren Europas erste Verteidigungs-Anleihe f\u00fcr B\u00fcrger seit dem Zweiten Weltkrieg\" style=\"object-position:49.871383183928699623% 28.509813859489991472%;\"\/>&#13;<br \/>\n            <\/a>&#13;<\/p>\n<p>    &#13;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Luxemburg erh\u00e4lt seinen \u201eFonds national de la d\u00e9fense\u201c. 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