{"id":8921,"date":"2026-06-02T10:19:12","date_gmt":"2026-06-02T10:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/8921\/"},"modified":"2026-06-02T10:19:12","modified_gmt":"2026-06-02T10:19:12","slug":"tageblatt-lu-editorial-die-energie-tripartite-sollte-eine-umwelt-tripartite-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/8921\/","title":{"rendered":"Tageblatt.lu | Editorial | Die \u201eEnergie-Tripartite\u201c sollte eine Umwelt-Tripartite sein"},"content":{"rendered":"<p>Wenn am Dienstagnachmittag im Schloss Senningen die Tripartite-Verhandlungen zwischen Regierung und Sozialpartnern beginnen, sei mit gewittrigen Schauern zu rechnen, meldete Meteolux am Montag. Die Hitzewelle von vergangener Woche ist inzwischen abgeklungen, Klima und Umwelt werden bei der sogenannten \u201eEnergie-Tripartite\u201c keine \u00fcbergeordnete Rolle spielen. Weil die Preise f\u00fcr Benzin und Diesel in den vergangenen Monaten um rund 30 bis 40 Cent pro Liter gestiegen sind, geht es den Gewerkschaften vorrangig um den Erhalt der Kaufkraft und die Stabilisierung der Kraftstoffpreise, damit die Lohnabh\u00e4ngigen weiterhin mit dem Auto zur Arbeit fahren k\u00f6nnen. Aus Verwaltungsdaten, die das Statec bei der ersten Sitzung am 12. Mai vorgestellt hat, geht hervor, dass in den unteren Gehaltsklassen der Anteil der Besch\u00e4ftigten mit langen Anfahrtswegen etwa doppelt so hoch ist wie der mit kurzen. Ab einem Jahreseinkommen von 150.000 Euro brutto kehrt sich dieses Verh\u00e4ltnis allm\u00e4hlich ins Gegenteil um. <\/p>\n<p>Dass Reiche n\u00e4her an ihrem Arbeitsplatz wohnen als Arme, ist nicht nur ein energiepolitisches Problem. \u00dcber Wohnungsbau bei der Tripartite zu reden, haben OGBL und LCGB zwar gefordert, doch zur L\u00f6sung dieser strukturellen Frage fehlt es CSV und DP an politischem Willen. Zu viele W\u00e4hler sind Eigent\u00fcmer oder Mehrfach-Eigent\u00fcmer; gingen die Preise von Immobilien dauerhaft zur\u00fcck, w\u00fcrde ihr Verm\u00f6gen schrumpfen. <\/p>\n<p>Der Energiekommissar der Regierung riet den Ministern und Sozialpartnern am 12. Mai zur strukturellen Reform der Energieversorgung, empfahl den Ausbau der \u201ehomegrown energy\u201c: Um W\u00e4rmepumpen und E-Autos anzutreiben, brauche es mehr Solarpanels und Windr\u00e4der, leistungsf\u00e4higere Netze, gr\u00f6\u00dfere Speicherkapazit\u00e4ten. Zwar nahm die Zahl der Solaranlagen zuletzt zu, doch Luxemburg ist nach wie vor in sehr hohem Ma\u00dfe abh\u00e4ngig von fossilen Energieimporten aus Krisenregionen. Trotz Verl\u00e4ngerung des \u201eKlimabonus Mobilit\u00e9it\u201c stagnieren die Neuzulassungen von Elektroautos. Der Umstieg von Masut- und Gasheizungen auf W\u00e4rmepumpen bleibt weit hinter den Erwartungen zur\u00fcck, wie Reporter k\u00fcrzlich meldete. Weil einerseits die Beihilfen im Dezember ausliefen und noch nicht verl\u00e4ngert wurden, andererseits \u00e4ltere H\u00e4user h\u00e4ufig nicht \u00fcber die notwendige D\u00e4mmung verf\u00fcgen, eine Renovierung aufwendig und teuer ist. Damit die Energiewende gel\u00e4nge, br\u00e4uchte es eine gemeinsame Offensive von Staat, Gemeinden und Betrieben. <\/p>\n<p>\u201eAn eiser Industrie ass et net anescht w\u00e9i bei aneren, datt ee sech Gedanke m\u00e9cht\u201c, sagte der neue Fedil-Pr\u00e4sident Alex Schumann am Montag im Radio 100,7. Auch in der Wirtschaft ist die Energiewende noch nicht sonderlich weit fortgeschritten, weshalb das Patronat von der Regierung Ma\u00dfnahmen zur Z\u00e4hmung der Inflation erwartet. Von der \u201eEnergiekris um P\u00ebtrol\u201c ist vor allem der Transportsektor betroffen, die Umstellung auf Elektro- oder Wasserstoff-Lkws steht noch ganz am Anfang. Die Lebensmittelindustrie ist ihrerseits auf Plastikverpackungen angewiesen, die aus Erd\u00f6l hergestellt werden. Das von der vorigen Regierung auf den Weg gebrachte Einwegverbot weigert sich die CSV-DP-Regierung umzusetzen, CSV-Umweltminister Serge Wilmes hat Ab\u00e4nderungen zur Verw\u00e4sserung des Textes im Parlament hinterlegt. Die \u201eF\u00e9d\u00e9ration luxembourgeoise de l\u2019alimentation et de la distribution\u201c freute sich vor einem Jahr dar\u00fcber; die Handelskammer urteilte in ihrem Gutachten, das Abfallgesetz riskiere, der \u201ecomp\u00e9titivit\u00e9 des acteurs luxembourgeois\u201c zu schaden. <\/p>\n<p>In einer Statec-Pr\u00e4sentation vom 12. Mai steht, dass Unternehmen in Luxemburg nur 45 Prozent ihrer Gewinne investieren, weniger als in den Nachbarl\u00e4ndern und in der Eurozone insgesamt. Die Dividenden, die sie an ihre Teilhaber und Aktion\u00e4re aussch\u00fctten, sind hingegen dreimal h\u00f6her als in Frankreich und Belgien und auch h\u00f6her als in der Eurozone. Der Anteil der ausgezahlten Dividenden am Gewinn hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Luxemburg mehr als verdoppelt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn am Dienstagnachmittag im Schloss Senningen die Tripartite-Verhandlungen zwischen Regierung und Sozialpartnern beginnen, sei mit gewittrigen Schauern zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8922,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1013,1019,848,2163,5,1197,2164,1700,227],"class_list":["post-8921","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-luxemburg","tag-csv","tag-dp","tag-energie","tag-lcgb","tag-luxemburg","tag-ogbl","tag-strom","tag-tripartite","tag-umwelt"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@lu_de\/116680010211817090","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8921\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8922"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}