{"id":9912,"date":"2026-06-17T16:37:09","date_gmt":"2026-06-17T16:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/9912\/"},"modified":"2026-06-17T16:37:09","modified_gmt":"2026-06-17T16:37:09","slug":"nordstad-fusion-in-luxemburg-nimmt-naechste-huerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/lu-de\/9912\/","title":{"rendered":"Nordstad-Fusion in Luxemburg nimmt n\u00e4chste H\u00fcrde"},"content":{"rendered":"<p>\n\t17.06.2026 um 18:21 Uhr |\t<\/p>\n<p>Lesedauer: 3 min<\/p>\n<p>Der Fusionsprozess in der Nordstad in Luxemburg geht weiter. Die Gemeinder\u00e4te von Diekirch, Ettelbr\u00fcck, Schieren und Erpeldingen\/Sauer haben am Montag die sogenannte \u201eIntention de fusionner\u201c angenommen. Damit erteilten sie ihren jeweiligen Sch\u00f6ffenr\u00e4ten den Auftrag, die Arbeiten an einem Zusammenschluss der vier Gemeinden fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>In Diekirch, Ettelbr\u00fcck und Schieren fiel die Entscheidung einstimmig. In Erpeldingen\/Sauer wurde kontroverser diskutiert: Dort stimmten f\u00fcnf Gemeinder\u00e4te f\u00fcr die Erkl\u00e4rung, vier votierten dagegen, wie das \u201eLuxemburger Wort\u201c berichtete.<\/p>\n<p>Mit der Absichtserkl\u00e4rung ist eine weitere Etappe abgeschlossen. Die vier Gemeinden treten nun in die Phase der \u201eFinalisierung und Validierung des Fusionsbestrebens\u201c ein. Bis Fr\u00fchjahr 2027 sollen Analysen, Vorschl\u00e4ge und R\u00fcckmeldungen aus Bev\u00f6lkerung, Verwaltungen und Arbeitsgruppen in ein Fusionsdossier einflie\u00dfen. Claude Gleis, politischer Sprecher der Nordstad-Gemeinden, sagte dem \u201eLuxemburger Wort\u201c: \u201eDie Arbeitsgruppen haben jetzt zum gr\u00f6\u00dften Teil ihre Bestandsaufnahmen abgeschlossen. Teilweise sind auch bereits erste Vorschl\u00e4ge ausgearbeitet worden.\u201c<\/p>\n<p>Parallel verabschiedeten die Gemeinder\u00e4te eine Resolution, in der sie vom Staat eine einmalige Unterst\u00fctzung von 10.000 Euro pro Einwohner fordern. Begr\u00fcndet wird dies damit, dass die Nordstad-Fusion keine klassische Gemeindefusion sei, sondern ein Projekt von regionaler und nationaler Bedeutung. Die Nordstad soll im Sinne der Landesplanung zu einem wichtigen Entwicklungspol im Norden werden. Die Resolution wurde in allen vier Gemeinden angenommen; lediglich in Erpeldingen\/Sauer gab es eine Gegenstimme und eine Enthaltung.<\/p>\n<p>Sollte der Zusammenschluss zustande kommen, w\u00fcrde an der Pforte zum \u00d6sling eine Gemeinde mit rund 24.000 Einwohnern entstehen. Damit z\u00e4hlte die fusionierte Nordstad zu den gr\u00f6\u00dften Gemeinden Luxemburgs. Aus Sicht der Bef\u00fcrworter k\u00f6nnte eine gr\u00f6\u00dfere Verwaltung zus\u00e4tzliche Handlungsspielr\u00e4ume schaffen, die regionale Rolle st\u00e4rken und gr\u00f6\u00dfere Infrastrukturprojekte erm\u00f6glichen. \u201eWir wollen als eine der dann gr\u00f6\u00dften Gemeinden im Land zum Zugpferd f\u00fcr die ganze Region werden und auf nationaler Basis eine starke Stimme bekommen\u201c, erkl\u00e4rte Gleis im Gespr\u00e4ch mit dem \u201eLuxemburger Wort\u201c.<\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten befassten sich Arbeitsgruppen mit Themen wie Verwaltung, Finanzen, Schule, Personal, Gemeindepolitik, lokaler Identit\u00e4t und B\u00fcrgerdiensten. Auch R\u00fcckmeldungen aus der Bev\u00f6lkerung flossen ein. Als wiederkehrendes Thema wurde unter anderem der Bedarf an zus\u00e4tzlichen Sportinfrastrukturen genannt. F\u00fcr die weitere Beteiligung wurde die Plattform \u201emeng.nordstad.lu\u201c eingerichtet. Dort k\u00f6nnen sich B\u00fcrger informieren und Anregungen einbringen.<\/p>\n<p>Zu den Projekten, die im Fall einer Fusion diskutiert werden, z\u00e4hlen eine Nordstad-Arena mit Schwimmbad, Sporthallen und Wellnessbereich, ein neues Verwaltungsgeb\u00e4ude in Erpeldingen\/Sauer, ein Musikkonservatorium in Diekirch sowie ein arch\u00e4ologisches Museum in Schieren. \u201eEs ist kein Geheimnis mehr, dass wir eine Nordstad-Arena mit Schwimmbad, Sporthallen und Wellnessbereich haben wollen\u201c, sagte Gleis. Vor dem Referendum sollen jedoch nur jene Projekte konkret vorgestellt werden, deren Umsetzung gesichert ist. Voraussetzung bleibt die finanzielle Beteiligung des Staates.<\/p>\n<p>Ein weiterer Bestandteil der Debatte ist die B\u00fcrgern\u00e4he. Trotz eines m\u00f6glichen neuen zentralen Verwaltungsgeb\u00e4udes sollen in den bisherigen Gemeinden weiterhin B\u00fcrgerzentren bestehen bleiben. Zudem sollen \u00d6ffnungszeiten ausgeweitet und digitale Dienste ausgebaut werden. Auch die lokale Identit\u00e4t der Ortschaften soll erhalten bleiben. \u201eDie lokale Identit\u00e4t soll sogar noch gest\u00e4rkt und die Ortschaften sollen mit Leben gef\u00fcllt werden\u201c, betonte Gleis. Vereine, Quartierschulen und lokale Strukturen sollen demnach weiterhin eine Rolle spielen.<\/p>\n<p> Bis zum Referendum stehen noch wichtige Verhandlungen bevor.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Monate gelten dabei als entscheidend. Bis Fr\u00fchjahr 2027 sollen die Gemeinden mit den zust\u00e4ndigen Ministerien \u00fcber finanzielle Unterst\u00fctzung, staatliche Subsidien, konkrete Projekte und die Rahmenbedingungen verhandeln. Geplant ist zudem eine Konvention mit dem Staat, in der finanzielle, organisatorische und verwaltungstechnische Details festgelegt werden.<\/p>\n<p>Der wichtigste Gradmesser bleibt das Referendum. Im Herbst 2027 sollen die B\u00fcrger der vier Gemeinden gefragt werden, ob sie dem Zusammenschluss zustimmen. Erst bei einem positiven Ausgang kann die Fusion umgesetzt werden. Bis dahin wollen die Gemeinden die Bev\u00f6lkerung \u00fcber m\u00f6gliche Folgen, Chancen und Bedingungen einer neuen Nordstad-Gemeinde informieren. (red\/jj)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"17.06.2026 um 18:21 Uhr | Lesedauer: 3 min Der Fusionsprozess in der Nordstad in Luxemburg geht weiter. 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