Wie hängen Schlaf und Gesundheit zusammen?
Wer seinen Alltag möglichst regelmäßig gestaltet, könnte davon gesundheitlich profitieren. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass feste Routinen nicht nur das Wohlbefinden fördern, sondern auch mit weniger körperlichen Schmerzen und weniger depressiven Symptomen verbunden sind.
Die Studie wurde unter Leitung von Professor Dr. Eunjin Tracy am College of Education and Human Development der University of Missouri (USA) durchgeführt. Für die Untersuchung wurden Befragungsdaten von 67 älteren Erwachsenen analysiert. Darunter waren 37 Personen mit Schlaflosigkeit. Ziel war es zu verstehen, wie Schlafprobleme und tägliche Verhaltensmuster mit Gesundheit und Wohlbefinden zusammenhängen.
Diese Routinen spielen eine Rolle
Die Forschenden fanden einen bemerkenswerten Zusammenhang: Teilnehmende mit einem regelmäßigen Tagesablauf berichteten über geringere Schmerzen und weniger depressive Beschwerden, unabhängig davon, wie gut sie schliefen. Zu einer regelmäßigen Routine zählen unter anderem feste Zeiten für:
Regelmäßigkeit möglicherweise besser als guter Schlaf
Diese wiederkehrenden Zeitpunkte dienen dem Körper als Orientierung und helfen dabei, die innere Uhr zu synchronisieren. Nach Einschätzung der Forschenden könnte der beobachtete Effekt mit dem zirkadianen Rhythmus zusammenhängen. Diese etwa 24-stündige innere Uhr beeinflusst unter anderem Schlaf, Stimmung und zahlreiche biologische Prozesse.
„Unabhängig von der Schlafqualität wiesen Personen, die von einem regelmäßigen Tagesablauf berichteten, im Vergleich zu Personen ohne festen Tagesablauf ein geringeres Ausmaß an körperlichen Schmerzen und weniger depressive Symptome auf“, erklärt Studienleiter Tracy. Wie erwartet berichteten Teilnehmer mit Insomnie häufiger über Schmerzen und depressive Symptome. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass regelmäßige Tagesabläufe unabhängig von der Schlafqualität mit besseren Werten verbunden waren.
Auch andere Routinen am Wochenende wirken sich aus
Schon kleinere Veränderungen im Tagesrhythmus können die innere Uhr aus dem Takt bringen. Forschende sprechen dabei von „Social Jet Lag“. Menschen stehen an Wochenenden oft deutlich später auf und gehen später ins Bett als unter der Woche. Dies kann die biologischen Rhythmen stören. Ein möglichst gleichmäßiger Tagesablauf über die gesamte Woche hinweg könnte helfen, solche Schwankungen zu verringern.
Die Untersuchung war eine Beobachtungsstudie auf Basis von Befragungsdaten. Daher lässt sich nicht beweisen, dass regelmäßige Routinen direkt die Ursache für weniger Schmerzen oder depressive Symptome sind. Möglich ist auch, dass Menschen mit besserer Gesundheit ihren Alltag leichter strukturieren können. Zudem war die Teilnehmerzahl mit 67 Personen relativ klein und die Untersuchung konzentrierte sich auf ältere Erwachsene. Ob die Ergebnisse in gleichem Maß auf andere Altersgruppen übertragbar sind, bleibt offen.
Quelle: DOI: 10.1007/s10865-026-00646-6