Der Gesundheits- und Performance-Coach Dan Go trug vier verschiedene Fitness-Tracker, um die Ergebnisse zu vergleichen.

Der Gesundheits- und Performance-Coach Dan Go trug vier verschiedene Fitness-Tracker, um die Ergebnisse zu vergleichen.

Dan Go

Ein Gesundheitscoach testete vier Fitness-Wearables, um die Daten zu Schlaf, Schritten und Erholung zu vergleichen.

Jede Marke hatte Vor- und Nachteile, doch eine war die zuverlässigste und für die meisten Menschen wohl die beste Wahl fürs Geld.

Vorsicht sei geboten, sagte er, wenn Wearables euch mit Daten überschütten, euch aber nicht dabei helfen, irgendeine Gewohnheit zu ändern.

Zwei Wochen lang wachte der Gesundheits- und Performance-Coach Dan Go jeden Morgen auf und warf einen Blick auf sein Fitness-Wearable. Und dann noch einen. Und noch einen. Und noch einen.

Go, 46, trug dabei vier verschiedene Geräte gleichzeitig – sein jüngstes Selbstexperiment auf der Suche nach den besten Strategien für Gesundheit und Fitness.

„Ich wollte diesen Test schon immer aus purer Neugier machen, damit ich sehe, welches Gerät am Ende oben steht“, sagte er zu BUSINESS INSIDER (BI).

Go, der in Toronto lebt, ist seit über einem Jahrzehnt Trainer und arbeitet vor allem mit Unternehmern zusammen, um ihr Berufs- und Privatleben zu verbessern, indem er ihre Gesundheit optimiert. Seine Kundschaft interessiert sich sehr dafür, das richtige Wearable auszuwählen.

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Um Faktoren wie Genauigkeit und Komfort zu vergleichen, testete Go eine Apple Watch, ein Whoop, einen Oura Ring und ein Fitbit Air gleichzeitig. Er hatte sie zuvor schon einmal ausprobiert, aber nie im direkten Vergleich.

Zwei Wochen sind zwar ein sehr kurzer Zeitraum für ein Gesundheitsexperiment, doch Go sagt, die Zeit habe ihm gereicht, um einen klaren Sieger bei der Gesamtleistung zu küren – und um festzustellen, welches Gerät er im Alltag für sich selbst bevorzugt.

Hier ist seine Wahl und das, was er seiner Kundschaft empfiehlt, wenn sie nachhaltige Fitness anstrebt.

Die besten Fitness-Wearables für Leistung, Gesundheit und Schlaf

Jedes Gerät habe seine ganz eigenen Vorzüge und Kompromisse, sagt Go:

Die Apple Watch (249–799 US-Dollar/215–695 Euro) war seiner Erfahrung nach am genauesten bei der Schrittzählung (verglichen mit einem Schrittzähler), hatte aber die kürzeste Akkulaufzeit und musste täglich geladen werden.

Beim Schlaf konnte Go die Genauigkeit seines Werts nicht unabhängig überprüfen. Also verglich er ihn damit, wie er sich fühlte, und zog ein Experiment des „Wall Street Journal“ („WSJ“) heran, das in einem Schlaflabor der Universität Stanford durchgeführt wurde. Ergebnis: Die Apple Watch war genauer als andere Geräte.

Das Whoop-Band (199–359 Dollar/170–310 Euro pro Jahr) bot ihm zufolge das beste App-Erlebnis, mit einem umfangreichen Tagebuch, in dem sich alltägliche Routinen festhalten lassen – von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bis zu bestimmten Workouts. Bei Kennzahlen wie den Schritten war es Go zufolge aber weniger genau.

Der Oura Ring (349–499 Dollar/300–435 Euro für den Ring; 5,99–69,99 Dollar/fünf–60 Euro pro Jahr für die Mitgliedschaft) bietet ein solides Tracking, besonders beim Schlaf, sowie eine gute Akkulaufzeit und ein eigenständiges Format in der App mit drei täglichen Werten. Allerdings kann der Ring bei Aktivitäten wie Gewichtheben oder Geschirrspülen störend am Finger sein, findet Go.

Das Fitbit Air (99,99 Dollar/87 Euro) ist günstiger (kein Abo nötig), zuverlässig bei Kennzahlen wie den täglichen Schritten und angenehm zu tragen. Beim Schlaf-Tracking ist es laut „WSJ“ aber weniger genau.

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Gesundheitscoach Dan Go sagt, die Apple Watch sei eine gute Allround-Wahl. Doch Faktoren wie Akkulaufzeit, Abo-Kosten und die üblichen Aktivitäten sollten mitentscheiden, welches Fitness-Wearable am besten zu euren Zielen passt.

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Business Insider

Apple und Fitbit wollten sich zu Gos konkreten Einschätzungen nicht äußern. Oura reagierte nicht auf die Anfrage von BI.

Gos Favorit und was er seiner Kundschaft empfiehlt

Der Oura Ring sei ein starker Anwärter, sagt Go. Als er ihn zum ersten Mal ausprobierte – noch vor diesem direkten Vergleich –, brachten ihn die Daten dazu, seine Schlafgewohnheiten drastisch zu verbessern. Die Daten waren klar, motivierend und nicht überfordernd.

„Ich habe meinen Schlaf verbessert. Vorher hatte ich Probleme, überhaupt einzuschlafen. Danach schlief ich sofort ein und konnte die ganze Nacht durchschlafen“, sagte er. Empfehlen will er ihn trotzdem nicht – weil er den Ring zu oft abnahm.

Sein Favorit stattdessen, und zugleich das Gerät, das er seiner Kundschaft empfiehlt, ist die Apple Watch. Sie ist zwar in der Anschaffung etwas teurer, benötigt aber kein laufendes Abo wie Oura oder Whoop.

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Go fand sie unter den vier Geräten am zuverlässigsten: Die Schrittzahl deckte sich weitgehend mit dem Schrittzähler, und sie passte meist zu seinem subjektiven Gefühl, ausgeruht zu sein (oder eben nicht).

„Die Apple Watch war am genauesten, wenn es darum ging, mein Gefühl mit den Messwerten abzugleichen“, sagte er.

Der überraschende Unterschied zwischen den Fitness-Wearables

Go rechnete zwar mit gewissen Schwankungen zwischen den Geräten, doch sie waren deutlich weniger einheitlich, als er erwartet hatte.

„Eine der überraschendsten Erkenntnisse war für mich, dass das Whoop die Zahl meiner Schritte übertrieben hat“, sagte er.

Beim Schlaf testete Go die Geräte nicht in einem Schlaflabor, wo sich verschiedene Faktoren kontrollieren lassen, um zu einem evidenzbasierten Urteil zu kommen.

Stattdessen nutzte er den Wert seiner Apple Watch als Maßstab – gestützt auf die Studie des „WSJ“, die diese als die genaueste einstufte. Verglichen mit der Apple Watch übertrieb der Schlafwert des Whoop, wie schlecht er geschlafen hatte.

Emily Capodilupo, Senior Vice President of Research bei Whoop, erklärte BI, das Unternehmen arbeite laufend daran, die Algorithmen und die Hardware des Geräts zu verbessern.

„Unsere Schlafalgorithmen wurden am klinischen Goldstandard der Polysomnografie überprüft, und wir sind stolz auf die Genauigkeit, die wir beim Schlaf und anderen wichtigen Gesundheitskennzahlen erreicht haben“, sagte Capodilupo.

Trotz gewisser Schwankungen können Wearables für die meisten Menschen aber dennoch nützlich sein, weil sie helfen, Veränderungsmuster über die Zeit zu erkennen. Wenn ihr keine Profisportler seid, braucht ihr wahrscheinlich keine exakten Zahlen, um zu wissen, ob ihr Fortschritte macht.

„Die durchschnittliche Person, die diese Dinge nutzt, ist ein Freizeitsportler“, sagte Go. „Sie versucht nicht unbedingt, das letzte Prozent ihres Potenzials herauszukitzeln. Man braucht nur die grobe Richtung, in die sich diese Zahlen entwickeln.“

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Die meisten Menschen profitieren davon, mithilfe der Wearable-Daten allgemeine Trends bei ihrer Gesundheit und Fitness zu erkennen – auch ohne exakte Messwerte.

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Marco VDM/Getty Images

Auch die Erholungswerte der Geräte kümmerten ihn nicht sonderlich – eine grobe Schätzung, wie gut der Körper mit Stress und körperlicher Belastung umgeht, ermittelt aus Daten wie dem Ruhepuls. Der Grund: Sie passten selten zu dem, wie er sich tatsächlich fühlte.

Solange die Geräte keine drastische Veränderung anzeigten, ließ er sich von einem niedrigen Wert nicht den Tag verderben und zog ein geplantes Workout auch dann durch, wenn ein Gerät ihm stattdessen Ruhe empfahl.

„Wir müssen uns bewusst machen, dass der menschliche Körper unglaublich widerstandsfähig ist“, sagte er.

Das Fazit: Schaut auf eure Daten, aber verrennt euch nicht darin

Go will auf absehbare Zeit auf die Geräte verzichten, weil sich die vielen Tracking-Daten für ihn eher stressig als hilfreich anfühlten. Ein Leben ohne Wearable hatte er bereits Anfang des Jahres für ein paar Wochen getestet – und sie nicht vermisst. Nun will er es langfristig ausprobieren.

„Ich gehe zurück zu einem Leben ohne Wearable, weil dieser ständige Beschuss mit der Botschaft ‚So solltest du dich fühlen, so solltest du performen‘ tatsächlich einen übergroßen Einfluss auf meine Psyche hat“, sagte Go.

Sein Rat für seine Kundschaft: Probiert das Wearable aus, das nach den oben genannten Kriterien am besten zu euren Prioritäten passt, und nutzt es vier bis acht Monate lang, um Muster zu erkennen. Legt das Gerät danach ab und konzentriert euch darauf, auf euren Körper zu hören.

„Ich bin kein Gegner von Wearables. Ich werde sie ab und zu tragen“, sagte er. „Aber irgendwann muss man die Stützräder loslassen können. Wenn ihr die Daten habt und gut damit umgehen könnt, dann wollt ihr euch weiterentwickeln – hin zu dem, wie ihr euch fühlt.“

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