Ein späterer Schulbeginn verbessert laut einer Studie der Universität Zürich auch die Gesundheit und die schulischen Leistungen.

Universität ZürichEin späterer Schulstart verbessert die psychische Verfassung von Schülerinnen und Schülern. (Symbolbild) – keystone

Ein flexibler Unterrichtsbeginn am Morgen kann den chronischen Schlafmangel bei Jugendlichen reduzieren. Eine neue Studie zeigt, dass dies nicht nur die Gesundheit, sondern auch die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler verbessert.

Für die Studie begleiteten Forschende der Universität und des Universitätsspitals Zürich einen Versuch der Oberstufe in Gossau (SG). Das teilt die Universität Zürich am Donnerstag mit.

Universität Zürich wertet 754 Rückmeldungen aus

Zwei Sekundarschulen führten dort vor drei Jahren flexible Randzeiten ein. Die erste Schulstunde ist freiwillig, der obligatorische Teil startet eine Stunde später als zuvor, nämlich um 8.30 Uhr.

Es wurde das Schlafverhalten der im Schnitt 14-jährigen Jugendlichen vor und ein Jahr nach der Einführung des neuen Modells untersucht.

Die in der neuesten Ausgabe des Fachblatts «Journal of Adolescent Health» veröffentlichte Auswertung zeigt: 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit eines späteren Schulbeginns. Die Auswertung basiert auf 754 Rückmeldungen.

Ein flexibler Unterrichtsbeginn am Morgen kann den chronischen Schlafmangel bei Jugendlichen reduzieren. (Symbolbild)Ein flexibler Unterrichtsbeginn am Morgen kann den chronischen Schlafmangel bei Jugendlichen reduzieren. (Symbolbild) – keystoneDie Auswertung basiert auf 754 Rückmeldungen von Schülerinnen und Schulern der Oberstufe in Gossau SG. (Symbolbild)Die Auswertung basiert auf 754 Rückmeldungen von Schülerinnen und Schulern der Oberstufe in Gossau SG. (Symbolbild) – keystoneDer zusätzliche Schlaf wirkte sich laut der Studie der Universität Zürich positiv aus.Der zusätzliche Schlaf wirkte sich laut der Studie der Universität Zürich positiv aus. – keystoneIn kantonalen Tests schnitten die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Englisch und Mathematik besser ab als zuvor. (Symbolbild)In kantonalen Tests schnitten die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Englisch und Mathematik besser ab als zuvor. (Symbolbild) – keystone

Im Durchschnitt starteten sie 38 Minuten später in den Schultag als vor der Einführung der flexiblen Zeiten. Entsprechend standen die Jugendlichen am Morgen auch später auf.

Da sich die Zeit, zu der sie ins Bett gingen, kaum veränderte, verlängerte sich ihre Schlafdauer an Schultagen: Im Schnitt um 45 Minuten.

Der zusätzliche Schlaf wirkte sich laut der Studie der Universität Zürich positiv aus. Die Schülerinnen und Schüler berichteten seltener von Einschlafproblemen und berichteten in der Befragung von einer höheren gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Zudem zeigten sich im neuen Schulmodell bessere objektive Lernleistungen: In kantonalen Tests schnitten sie in den Fächern Englisch und Mathematik besser ab als zuvor.

Sollen Schülerinnen und Schüler länger schlafen dürfen?

1Ja.

2Nein.

Die Studienautoren sehen in flexiblen Schulstartzeiten einen wirksamen Ansatz, um chronischen Schlafmangel sowie dessen Folgen zu reduzieren.

Ein späterer Unterrichtsbeginn könne ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei Schülerinnen und Schülern sein. So wird Co-Autor Reto Huber in der Mitteilung der Universität Zürich zitiert.