80 Jahre alte Bäckerei übernommen

Zwei junge Dresdnerinnen brechen mit einer Tradition

31.01.2026 – 11:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Viviane Brunk (r.) und Fiona Norbron in der Backstube: Die beiden arbeiten nicht nur zusammen, sondern wohnen auch zusammen.Vergrößern des Bildes

Viviane Brunk (r.) und Fiona Norbron in der Backstube: Die beiden arbeiten nicht nur zusammen, sondern wohnen auch zusammen. (Quelle: Beate Erler)

Alte Rezepte, neue Lebensqualität. Zwei junge Bäckermeisterinnen haben eine 80 Jahre alte Bäckerei übernommen. Was bleibt und was sich radikal verändert hat.

Bei den meisten Bäckern klingelt der Wecker nachts um zwei Uhr. Viviane Brunk und Fiona Norbron hingegen sind dann gerade fertig mit dem Backen. Die beiden 24-Jährigen haben die Arbeitszeiten auf den Kopf gestellt: Ihr Arbeitstag in der „Bäckerei Bruno“ in der Kronenstraße in Dresden-Trachau beginnt um 18 Uhr abends.

Bis vor wenigen Wochen sah das noch anders aus. Da fingen die beiden noch jede Nacht um zwei Uhr mit dem Backen an. „Oft waren wir erst nach zehn Stunden gegen Mittag fertig“, sagt Fiona Norbron. Während der Weihnachtszeit hatten sie so viel zu tun, dass sie oft nur drei bis fünf Stunden Schlaf bekamen. Für die meisten Bäcker ist das jahrelanger Berufsalltag. Aber die zwei jungen Bäckermeisterinnen wollen es anders machen. „Der Bäckerberuf geht heute auch mit mehr Ruhe und Schlaf“, sagt Fiona Norbron. Kurzerhand stellten die beiden Meisterinnen ihren Schichtplan um.

„Wir haben den Eindruck, dass es für viele in der Branche einfach dazugehört, sich körperlich kaputtzumachen“, so Fiona Norbron. Sie wissen, dass der Beruf anstrengend ist, und sind auch bereit, gerade am Anfang, durch eine harte Zeit zu gehen. „Aber langfristig sollte es nicht das Ziel sein, sich kaputtzuarbeiten.“

Im September 2024 übernahmen Viviane Brunk und Fiona Norbron die „Kronenbäckerei Rothe“. Über 80 Jahre war sie in der Hand von Familie Rothe. Der Inhaber Andreas Rothe arbeitete die beiden Frauen ein. „Wir haben seine Rezepte übernommen, um auch die vielen Stammkunden übernehmen zu können“, sagt Norbron. Die kommen immer noch und gern, auch wenn der Laden jetzt „Bäckerei Bruno“ heißt. Der Name ist eine Kombination der Nachnamen der beiden Bäckermeisterinnen Brunk und Norbron.

Die beiden Frauen haben sich an einer Leipziger Berufsschule kennengelernt. Viviane Brunk kommt aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern und hat Geoinformatik studiert. Fiona Norbron ist gebürtig aus Saarbrücken und hat ein Studium in Geschichte und Kulturanthropologie begonnen. Für beide war das Studium nicht das Richtige und sie sind zusammen ins Bäckerhandwerk gewechselt.