Wer meint, dass Rotkohl zum Rinderbäckchen passt, irrt durchaus nicht. Aber da gab’s ja schon Pastinake. Was also blieb dem Rotkohl anderes übrig, als zum Dessert zu gehen? Klingt komisch, war aber so. Vielleicht hätte mich das auch nicht überraschen sollen, denn das Trio Biedlingmaier–Bellmann–Vogel hatte schon 2016 auf dem Plan – damals gab’s Karotte, was wir vor zehn Jahren schon arg verwegen fanden.  Nun also Rotkohl, natürlich in verschiedenen Konsistenzen und erstaunlich desserttauglich. In den kurzen Momenten, wo es mir nach mehr Süße war, nahm ich dann einfach einen Schluck vom Wein. Der kam aus Mallorca, schleppt einen Korb voller Aromen von tropischen Früchten wie Mango, Litschi sowie weißen Steinfrüchten und von Quitten mit und bringt, trotz der Süße, genug Säure mit, um nicht päpsch am Gaumen zu kleben. Dass es ein Orange-Wein aus der autochthonen Prensal Blanc ist, verwunderte dann doch – sehr oft sind solche Weißweine, die eine lange Mazerationszeit auf der Schale genossen haben, ja fragwürdig. Dieser nicht! Klar, sauber, schöne Farbe (wenn’s kein Orange wäre, würde man glatt goldgelb sagen 😉 )…