Vizekanzler Lars Klingbeil fordert Konsequenzen nach Äußerungen eines israelischen Ministers über gezielte Tötungen von Palästinensern. „Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können“, sagte der SPD-Chef im Sommerinterview der Sat.1-Sendung „newstime“. Auf europäischer Ebene müssten jetzt „sehr ernsthaft“ auch Sanktionen geprüft werden.
Das Verhalten des Polizeiministers Itamar Ben-Gvir sei „menschenverachtend“. „Ich stehe in Solidarität zum Staat Israel. Aber ich stehe nicht in Solidarität zu solchen Ministern“, sagte Klingbeil. Menschen wie Ben-Gvir zündelten immer wieder, nun sei eine Grenze überschritten. „Da muss die Bundesregierung deutlich widersprechen. Ich tue das hier auch“, betonte der Vizekanzler.
Der rechtsextreme Polizeiminister Ben-Gvir hatte unter anderem gesagt: „Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen.“ Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, fügte er hinzu. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben. „Das sind nicht einmal Menschen.“
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Überdies forderte Ben-Gvir laut der britischen „Financial Times“, jüdische Siedlungen im Gazastreifen zu errichten. Er stelle sich vor, dass „der gesamte Gazastreifen“ zu Israel gehöre, und bekräftigte seine frühere Aufforderung an die Palästinenser, „auszuwandern“. (dpa)